11. Januar 2016 Johannes Wolters

Der Film-Mitschnitt der interessantesten Diskussion vom Animation Production Day 2015 – Teil 1: Keynote Gabriele Walther

Foto: Rainer Pfisterer

Die Keynote und die Podiumsdiskussion erlaubten so interessante wie erschütternde Einblicke in die deutsche Animationsszene und ihre Rezeption durch die deutsche Presselandschaft.

Das Youtube Video hat  im Moment des Postens auf dem INDAC-Blog gerade mal 8 Aufrufe. Das ist viel zu wenig, spricht aber ebenfalls Bände… Viel Spaß jedenfalls beim Anschauen, ich war im Publikum und habs live erlebt!

Der nächste Animation Production Day 2016 findet statt am 28.-29. April 2016, die Website zur Veranstaltung findet sich hier!

Keynote Gabriele Walther

In ihrer Keynote skizzierte Gabriele Walther die Situation des Animationsfilms im deutschen Markt und die Probleme mit denen er ihrer Ansicht nach aktuell besonders zu kämpfen hat:

  • viel Konkurrenz um die Zielgruppe Kinder auch durch Live-Action-Kinofilme
  • deutliche Zunahme der Nutzung von Home-Entertainment
  • wenige attraktive Starttermine
  • hohe Produktions-und Marketingkosten
  • reduzierte Eintrittspreise für Kinder an den Kinokassen
  • der Vergleich mit US-Produktionen, dem deutsche und europäische Produktionen durch deutlich geringere Budgets kaum standhalten können
  • Irritationen der Eltern über FSK- Freigaben und widersprüchliche Empfehlungen in den Sozialen Medien
  • zu wenig und oft unqualifizierte Medienberichterstattung, nicht zuletzt auch bedingt durch den Mangel an „Red-Carpet-Stars“ und Möglichkeiten der Boulevard-Berichterstattung.

Gabriele Walther wünscht sich für die Branche mehr Wertschätzung und Feedback an die beteiligten Kreativen, mehr Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auch beispielsweise durch die Etablierung eines Animationsfilmpreises beim „Deutschen Filmpreis“ aber auch qualifiziertere Berichterstattung über Animationsfilme und deshalb mehr Austausch mit den für Kinderfilm zuständigen Journalisten.

Comments (2)

  1. Benedikt

    Vielleicht kann man gleich beim ersten Kritikpunkt ansetzen und beginnen, seinen Content nicht nur auf ein Kinderpublikum maßzuschneidern. Dass die deutschen Animationsfilme so deutlich hinter den erwähnten US-Produktionen herlaufen, mag ja auch daran liegen, dass diese oft genug für alle Altersstufen funktionierend konzipiert sind. Der deutsche Animationsfilm beschränkt sich leider immer auf das Bestreben, einen vermeintlichen Markt zu bedienen, statt einen neuen zu schaffen.

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