10. März 2019 Johannes Wolters

Die INDAC Kritik von Alena Nicolai zu Marvels „Captain Marvel“

Keinen Comic – Keine Trailer – Keine Spoiler. Eigentlich weiß ich nicht viel über den neuen Film im MCU. Natürlich, klar – auf den Filmplakaten war eine riesige Brie Larson abgebildet mit flammend-güldenem Haar, klarem Blick, in Kampfhaltung. Blitze zucken um ihre Arme und selbst für Laien ist sofort erkenntlich: diese Frau hat Power. Sie hat Macht und strotzt nur so davon. Und sie heißt Captain Marvel, obviously.

Mit minileichter Enttäuschung stellte ich nach Infinity War fest, Captain Marvel ist eine Frau. Der Captain (oder besser die Captain) ist also leider keine Verstärkung für Steve Rogers… Dabei hatte ich mich schon so sehr auf den Mittelfinger Richtung Tony Stark gefreut: yippie kay yay Schweinebacke, there are two captains now. Civil War 2 wäre interessant geworden… tja

Meine Verschwörungstheorien zerschlagen, sitze ich nun in dem neusten Werk vom Duo Boden/Fleck; Film ab und direkt läuft ein kleines Tränchen – eine wundervolle Stan Lee Hommage leitet das neue Marvel-Werk ein. Stilvoll und rührend.

Zum Plot: Zentral steht die junge Kree-Kämpferin Vers, die mit großen Kräften ausgestattet, auf dem Planeten Hala lebt. Mit ihrem Team wird sie auf eine Mission geschickt, bei der sie durch eine Reihe Verkettungen auf der Erde landet. Dort versucht sie im Alleingang den Plot der gegnerischen Skrull aufzudecken und zu verhindern. Unterstützung findet Vers dabei unter anderem bei S.H.I.E.L.D. Agent Fury (S.L. Jackson) und der ehemalige Pilotin Maria (L. Lynch). Doch Dinge sind nicht wie sie scheinen: Vers wird wieder und wieder von Träumen und Erinnerungsfetzten verfolgt, die ihr Hinweise auf ihre Vergangenheit geben. Und gemeinsam mit ihr stellt sich mir als Zuschauer die Frage: Was ist wirklich passiert?

Der Film kommt zunächst etwas schleppend in Fahrt. Die vielen neuen Charaktere, welche noch recht hölzern miteinander interagieren – da taut das Eis für meinen Geschmack etwas zu lange auf. Für mein „Durchhalten“ werde ich aber mehr als belohnt, denn Captain Marvel liefert einen wahnsinnig starken zweiten Teil und übertreibt ordentlich im letzten Drittel. Ich habe das Gefühl, als ob die VFX Artist nochmal alle (und ich meine wirklich alle) Register ziehen wollten, frei nach dem Motto „einer geht noch“. Und ja, mein Auge und mein Herz lacht und freut sich an der strahlenden Optik. Natürlich gibt es hier und da Patzer, aber die verzeihe ich gerne, kenne ich doch die Bedingungen und den Zeitdruck der hinter dieser Arbeit steckt. Guys, you did a great, GREAT job!

Und, lieber Leser, das Setting? Eine wahre Perle! Für 2 Stunden bin ich hin- und hergerissen zwischen außerirdischen Planeten, hochentwickelten Technologien und Lebensformen and the good old 90th! Wie habe ich diese PC-Geräusche vermisst. Oh und wie konnte ich – ich vergaß den Soundtrack. Denn dieser legt sich MÄCHTIG ins Zeug und hält sich locker neben Größen wie Guardians oder Thor. Persönlich setzt er durch seinen 90er-Touch noch einen drauf und lässt mich in Erinnerungen schwelgen. Absurd unterstreicht er den Showdown auf Quicksilver-Art (X-Men-Style) und spätestens als Gwen Stefanie ins Mikro röhrt, bin ich überzeugt, dies ist ein Marvel-film, den Frauen lieben werden!

Vers ist charmant, witzig, erfrischend direkt, selbstbestimmt, unbeirrt und obendrein verdammt sexy. Und auch Maria und ihre Tochter zeigen ein Bild, was sonst in der männerlastigen Szene untergegangen ist. Danke Frau Boden!

Doch neben all der Frauenpower, die heimlichen Stars sind ein ganz anderes Duo. Wir sehen den toughen und verschrobenen Agent Fury von einer ganz neuen Seite mit einem haarigen Sidekick und wir lieben es. Und auch die Dynamik zwischen ihm und Vers ist zum dahinschmelzen.

Fazit: Danke MCU! Danke für dieses wundervoll, völlig plot-unnötige Zwischenstück, dass uns die Wartezeit zu Endgame so liebenswert verkürzt und mir, der aufmerksamen Zuschauerin, unendlich viele Puzzlestücke liefert, um sie in das Gesamtwerk einzubauen!

P.S. Ich liebe Katzen.

Alena Nicola, Köln

 

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