17. Juli 2019 Johannes Wolters

Die INDAC Kritik von Fabian Rau zu Disneys „Der König der Löwen“

„I guess even kings get scared, huh?“

Das rebellische Löwenjunge Simba ist auserwählt eines Tages den Thron seines Vaters, König Mufasa, zu erben.
Simba kann es dabei kaum abwarten, endlich groß und selbst König zu werden, damit ihm niemand mehr vorschreiben kann, was er tun und wohin er gehen darf. Gleichzeitig erfährt er von seinem liebevollen Vater aber auch von der großen Verantwortung für alles Leben in der Savanne, die er später einmal tragen wird. Mufasas von Neid und Hass getriebene Bruder Scar allerdings möchte diese Pläne durchkreuzen und selbst den Thron erklimmen. Folgedessen lockt er den kleinen Simba mit den mit ihm verbündeten Hyänen in einen Hinterhalt, was dazu führt dass der zu Hilfe eilende Mufasa ums Leben kommt, als er seinen Sohn retten kann. Scar macht Simba glaubhaft, er sei schuld an Mufasas Tod, welcher daraufhin ins Exil flieht und seine neuen Mentoren und Freunde in der Gestalt von Erdmännchen Timon und das Warzenschwein Pumba trifft…
Jahre später macht sich seine Kindheitsfreundin Nala auf um Hilfe zu suchen, da das „geweihte Land“, in welchem sich Scar mittlerweile nach Mufasas und Simbas Abwesenheit eigens zum neuen König gekrönt hat, unter der neuen, dunklen Herrschaft dem Untergang geweiht ist. Und so treffen sich die beiden ehemaligen Freunde wieder und das Schicksal nimmt seinen Lauf…

Fast 25 Jahre ist es her:
Disneys Verfilmung von alten, beliebten Klassikern aus der eigenen Schmiede geht in eine neue Runde, in diesem Jahr nach Dumbo und Aladdin diesmal in Form von der König der Löwen.
Für mich sind diese neuaufgelegten Filmreihen eine sehr schöne Gelegenheit all diese Filme mal wieder zu sehen und mich, wenn auch in neuem Gewand, der Nostalgie hinzugeben. Bei dem aktuellen König der Löwen gelingt das besonders gut, da so gut wie nicht von der Originalstory abgewichen wurde und die altbekannten zum Besten gegebenen Songs und Soundtracks wieder mit von der Partie sind, welche den Film je nach Stimmung zusätzlich lustig oder tief berührend machen. Das an der Originalstory nichts geändert werden musste, liegt an dessen Zeitlosigkeit und war eine sehr gute Entscheidung.

Optisch ist die Verfilmung ein absoluter Hingucker – bildgewaltiges CGI kreiieren eine lebendige und fotorealistische Savanne inklusive deren Bewohner. Die Tiere sind ultrarealitisch dargestellt, man erkennt sogar hier und da Adern und Rippen bei den Bewegungen, dadurch wird überraschenderweise kaum an Charme der Charaktäre eingebüßt. Meiner Meinung nach gehen selbstverständlich etwas Emotionen durch die sehr gemäßigten, nicht wie im Zeichentrick ausgeprägten, Mimiken verloren, allerdings läuft man durch diesen eingedämmten Anthropomorphismus nicht Gefahr, den gefürchteten „uncanny valley“ Effekt zu erzeugen, der für Gruseln und Unwohlsein bei dargestellten menschlichen Mimiken in Tiergesichtern auftreten kann. Was bei der Zeichentrick-Version mit weinenden oder grinsenden Löwenkindern bestens funktionierte, hätte dort etwas fehl am Platz wirken können, allerdings hat mir doch etwas mehr Entsetzen und Trauer beim Tod von Mufasa gefehlt. Doch keine Angst, es fällt an sich nicht schwer, erneut mit dem Halbwaisen Simba zu trauern und lachen.
Insgesamt hat Disney einen guten Mix aus Talent der Synchronsprecher und Bildsprache gefunden, um diese Lücke zu füllen. Der Cast hat seine altbekannten Makken und Eigenschaften, einzig die Hyänen hätten boshafter ausfallen können und Löwe Scar hat im Remake einen neuen Look und wirkt jetzt mehr wie ein blasser Schatten des großen Mufasas. Generell setzen die Animationen und computergenerierte Landschaften völlig neue Maßstäbe und man muss sich mehrmals fragen, ob man einen gut gemachten Tierdressurfilm anguckt oder doch ein Werk aus dem Rechner, so täuschend echt und nicht überzeichnet wirken alleine schon Fell, Federn, Insekten, Wolken, Wasser. Von der Erzählgeschwindigkeit empfand ich es manchmal als etwas gehetzt, so fühlt sich der Moment zwischen dem kleinen, spielenden Simba und dem erwachsenen, entschlossen seinen Thron zurückzuerobernden Löwens zu kurzweilig an. Zu den Songs und Soundtrack: Hier wurden wie bereits erwähnt die allermeisten alten Tracks beibehalten, sie kommen gut rüber und vor allem der Ohrwurm „Hakuna Matata“ und Hans Zimmers gewaltiges Werk „This Land“ sorgen für die jeweils passende Stimmung. Auch wenn die Sprecher von vor 25 Jahren noch verfügbar gewesen wären, entschied man sich den Cast komplett neu zu besetzen – mit Ausnahme von James Earl Jones als Mufasa. John Oliver als Zazu, Donald Glover als Simba und Beyoncé als Nala machen ihren Job als die ikonischen Stimmen der Figuren mehr als gut.

Das Remake wirkt vor allem durch die realistische Umsetzung wesentlich ernster als das Original, was nicht unbedingt für jedes jüngere Kind etwas ist. Ansonsten wird man aber seinen Spaß mit dieser völlig neuen Umsetzung haben, garantiert.

Fabian Rau

 

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Comments (2)

  1. Manuel Gronbach

    Man hat ha auch in dem Remake ein paar Dinge erfahren die man im Zeichentrickfilm nicht erfahren hat zum Beispiel das Zazus Bruder dachte er wäre ein Specht oder wie Nala von Zuhause abgehauen ist um Hilfe zu suchen es haben sich aber noch mehr Szenen eingespielt die ein paar Fragen beantworten

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