9. März 2020 Johannes Wolters

Die INDAC Kritik von Janine Heine zu Pixars „ONWARD – Keine halben Sachen“ von Regisseur Dan Scanlon

In Pixars neuem Animationsfilm „Onward“ verschlägt es uns in eine Welt voller mystischer Wesen und Magie. Doch als sich die Technologie weiterentwickelt, sinkt sowohl die Notwendigkeit als auch die Bereitschaft Magie zu erlernen, da dies sehr anstrengend und schwierig zu meistern war. So ist aus New Mushroomton eine Stadt geworden, in der Feen zu bequem sind um zu fliegen, Einhörner den Müll durchwühlen und niemand mehr Magie braucht.

In dieser Welt leben Ian und Barley, zwei Elfenbrüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ian ist eher schüchtern und ängstlich und Barley meist laut und unerschrocken. Der Magierstab ihres verstorbenen Vaters und eine Zauberformel, durch die sie einen Tag mit ihm verbringen können, sorgen dafür, dass die beiden zusammenarbeiten. Allerdings geht etwas schief und von ihrem Vater erscheint nur die untere Hälfte. Die Zeit ist knapp um ihn wieder zu vervollständigen und während Ian, die magischen Fähigkeiten besitzt, ist Barley derjenige mit dem Magiewissen und nur gemeinsam haben sie eine Chance auf etwas Zeit mit ihrem Vater.

Onward fühlt sich sehr an wie eine Mischung aus einem Roadtrip und einem Rollenspiel voller Quests und hat meinen Geschmack damit komplett getroffen. Die Geschichte hat ihre ruhigen und emotionalen Momente, aber ist hauptsächlich sehr humorvoll. Sowohl die Dialoge als auch einige Gestaltungsideen haben mich zum Lachen gebracht.

Ian und Barley waren ein sympathisches Duo, nicht zuletzt wegen des gelungenen Zusammenspiel ihrer Synchronsprecher (im Original Tom Holland und Chris Pratt), und so habe ich den ganzen Film über mit ihnen mitgefiebert. Die Beziehung der Brüder und ihre Entwicklung wirkte auf mich sehr realistisch und gehört zu meiner liebsten Geschwisterdynamik in der Disney/Pixar-Welt. Die Nebencharaktere wurden ebenfalls mit viel Liebe und einer ordentlichen Portion Fantasie gestaltet und zum Leben erweckt.

An der Animationsqualität ist nichts auszusetzen, sie wird einfach mit jedem Film besser. Der Look ist einheitlich und vermittelt das Bild einer verstummten Fantasiewelt sehr gut. Durch die verbesserten Gesichtsausdrücke und Gesten hätte ich fast keine Musik mehr gebraucht, um die Emotionen der Charaktere zu fühlen. Auch die Parallele zu unserer Welt hat mir gefallen, der Zusammenhang zwischen fortschreitender Technologie, der daraus resultierenden Bequemlichkeit und dem Verlust am Interesse der „Magie“ unserer Erde sind recht aktuelle Themen, an die sich Onward wagt. Ein absolutes Highlight für mich waren die Ideen, die in den Film geflossen sind. Die Gestaltung der Welt und ihrer Bewohner hat mich begeistert und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, die ganzen kleinen Details zu entdecken. Das Design war wirklich inspirierend und ich finde daran sieht man, wie viel Kreativität in Menschen steckt und welch schöne Dinge man erschaffen kann.

Ich wünsche mir mehr Onward. Ganz gleich, ob es ein zweiter Teil oder ein Serien Spin-Off ist. Hauptsache mehr von dieser Welt sehen, weil ich glaube, dass sie ein großes Potenzial für viele weitere Abenteuer besitzt.

Janine Heine, Frankfurt

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