13. Juli 2018 Johannes Wolters

Die INDAC Kritik von Rike Trunzer zu Genndy Tartakowskys „Hotel Transsilvania 3 – Ein Monster Urlaub“

Da mich der zweite Teil von „Hotel Transsilvanien“ nicht wirklich umgehauen hatte, war ich sehr gespannt was nun im dritten Teil kommen würde. Der Titel „Ein Monster Urlaub“ ließ mich nun nicht unbedingt viel erwarten, da sich der Titel doch eher nach einem sehr seichten Thema und dem krampfhaften Versuch anhörte, aus „Hotel Transsilvanien“ nun noch unbedingt, irgendwie einen dritten Teil herauszuquetschen. ABER…. weit gefehlt!

Ich kann voller überzeugen sagen, ich hatte einen megamäßigen Monster-Spaß und habe den kompletten Film in vollen Zügen genossen! Klar hat der Film keine tiefgreifende Storyline, die in die Literaturgeschichte eingehen wird. Die Monster, allen voran Dracula, sind überarbeitet und brauchen unbedingt Urlaub vom stressigen Hotelalltag in Transsilvanien. Also was läge da nicht näher, als einmal mit der gesamten Familie und samt Freunden auf eine Kreuzfahrt zu gehen. Soweit so gut und unspektakulär. Die Story ist es also nicht, die mich überzeugt hat – aber die Art der Animation und der Gags hat es.

Ich bekenne mich schuldig, ich bin ein „Looney Tunes“- Kind. Ich bin mit Marvin, Pepé, Elmer, Taz, Road Runner, Daffy und all den anderen groß geworden. Und wer, wie ich, die klassischen Looney Tunes Streifen liebt und vor allem deren Art von Humor, der wird auch definitiv seinen Spaß an „Hotel Transsilvanien 3“ haben! Die Animation der Bewegungen der Figuren aus „Hotel Transsilvanien 3“ sind absolut übertrieben. Aber genau darin liegt die Genialität der Animation. Denn die Animatoren schaffen es, dass die Figuren aus „Hotel Transsilvanien 3“  rein durch ihre Körperbewegungen ihre jeweilige Stimmung und ihren Gemütszustand ausdrücken. Und dabei finden Sie immer die richtige Balance zwischen totalem Wahnsinn und dem perfekten Gag. So etwa, wenn Dracula mit den fantastischsten Dance-Moves über das Aussichtsdeck des Traumschiffes schwoft, während Erika, die Kapitänin, versucht Dracula umzubringen und immer wieder aufs Neue absolut kläglich daran scheitert.

Rike Trunzer

In diesen Momenten ziehen die Macher von „Hotel Transsilvanien 3“  alle Register der klassischen Looney Tunes Gags. Und ich habe mich im Kinosessel wieder gefühlt wie damals als Kind…. und ich habe inständig gehofft, dass diese Sequenz nie zu Ende gehen wird, da ich nicht genug davon bekommen konnte. Ich kann auch nicht unerwähnt lassen, dass den Machern mit der Darstellung des total verliebten Draculas ein Meisterwerk gelungen ist. Jeder, der schon einmal Face Expressions animieren musste, weiß wie fürchterlich schwierig das ist. Deswegen ziehe ich meinen Hut vor den „Hotel Transsilvanien 3“-Animatoren, die es geschafft haben einen derart dämlich, dusselig, verliebten Gesichtsausdruck zu animieren. Obwohl diese Face Expressions total übertrieben und total unnatürlich sind, haben die Animatoren es geschafft, dass eben diese total dämlichen Gesichtsausdrücke, total glaubwürdig und authentisch rüberkommen. Und am Ende vermittelt der Film dann auch noch eine großartige Botschaft: Es ist egal, wer man ist und wie man aussieht. Jeder, du und ich, können jede Menge Spaß zusammen haben!

Was für ein tolles Statement – gerade in den heutigen Zeiten! Mein Fazit, alle Daumen hoch! Ein Film mit monsterhaftem Spaßfaktor!

Rike Trunzer

www.rike-trunzer.de

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