5. März 2020 Johannes Wolters

Die INDAC Kritik von Robert Hranitzky zu Dan Scanlons „ONWARD – Keine halben Sachen“ aus dem Hause PIXAR + Mulan Footage Kommentar

Der neueste Pixar Film „Onward“ ist seit 2017 (Coco) der erste Film der nicht einer Franchise (2018 Incredibles, 2019 Toy Story) zugehört, und entsprechend hoch ist meine Vorfreude als auch meine Erwartungshaltung über neue Stories und neuer Character gewesen.
Die Story von Onward ist recht originell und auch die Umsetzung ist sowohl von der visuellen als auch von der erzählerischen Seite her sehr gelungen. Um ehrlich zu sein, ist es fast schon müßig, über die Qualität der Animation bzw der Bilder zu sprechen, da diese wie bei Pixar gewohnt, absolut spitzenmäßig sind.
Es hat sich meines Erachtens nach bei diesem Film kein Bereich als „neues“ Territorium hervorgetan, welchem sich das technische Team gewidmet hat, um es in neue Sphären zu heben. Waren es bei Brave z.B. Haar- und Cloth Simulationen, bei Nemo das Wasser und Arlo & Spot die Environments, so ist hier einfach alles sehr gut ohne in einem Bereich neue Maßstäbe zu setzen. Dies ist aber auch völlig in Ordnung, denn hier sind ganz klar Story, Emotionen und letztlich die metaphorischen Botschaften wichtiger als die Technik. Ich finde es gut, dass auch bei diesem Film wieder das Pixar Mantra: Story First wichtiger ist, als die Art der Umsetzung.

Der Film ist witzig und zugleich ernst – so geht es bei diesem Film, wie auch schon bei Coco, unter anderem um den Verlust eines geliebten Menschen. Interessant ist hierzu die ursprüngliche Inspiration des Regisseurs Dan Scanlon, die bei einem Footage Screening Ende letzten Jahres erzählt wurde. So ist leider sein eigener Vater früh verstorben, als er selbst erst ein Jahr alt war. Alles was er und sein älterer Bruder als Erinnerung an ihn hatten, waren Fotos, tonlose Video bzw Filmaufnahmen. Bis dann 16 Jahre später ein Onkel ein Tonband findet auf dem die Stimme des Vaters zu hören ist – er sagt darauf genau zwei Worte: „Hi“ und „Bye“. Dieser Moment war für die beiden Brüder magisch und hat die Grundlage von Onward geschaffen. So zaubern sich im Film die beiden Brüder Ian und Barley (beide herrvorragend gesprochen von Tom Holland und Chris Pratt!) ihren Vater mittels eines magischen Stabs mit Zauberstein für einen Tag zurück in ihre Welt. Aber leider nur halb, so dass der Vater nur bis zum Hosenbund reicht. Damit der Rest ebenfalls hervorgezaubert werden kann, müssen sich die beiden Brüder auf die Suche nach einem weitere Zauberstein begeben.

Robert Hranitzky

So beginnt das Abenteuer, welches mal rasant und witzig, mal langsam und nachdenklich durch den Film führt und dabei nie Langeweile aufkommen lässt. Für mich absolut sehenswert mit einer sehr herzlichen Geschichte über die wirklich wichtigen Dinge im Leben.
Außerdem gab es vor dem Screening ca 10 Minuten aus der Neuverfilmung von „Mulan“ zu sehen. Insgesamt waren es drei Szenen, die filmisch allesamt hervorragend aussehen. Grundsätzlich bin ich etwas skeptisch gegenüber Neu- bzw Realverfilmungen von bereits bestehenden und etabliert guten Filmen. Welchen Mehrwert hat es die gleiche Story noch mal zu erzählen – nur mit einer anderen Machart? Zugegeben scheint Mulan hier und da von der ursprünglichen Story abzuweichen und ein paar Dinge anders zu erzählen, was von der kreativen Seite begrüßenswert ist. Ob der Film gut oder schlecht sein wird, lässt sich anhand der gesehenen Szenen schwer einschätzen. Es sah jedenfalls gut aus und wird recht wahrscheinlich dann auch ganz angeschaut werden – allein schon um zu erfahren, ob oder was man sich Neues einfallen liess.
An dieser Stelle auch noch mal ein herzliches Dankeschön an Johannes für seinen unermüdlichen Einsatz uns INDACHsen diese Screenings und Einblicke teils lange vor offiziellem Start zu ermöglichen!

 

 

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