24. Dezember 2015 Johannes Wolters

Die INDAChs Kritik von Agon Ushaku zu „Die Peanuts – Der Film!

Charles Schulz Legacy under the Blue Sky
Abgesehen von Mickey Mouse und anderen Disney-Charakteren der erste Stunde, zählen auch die „Peanuts“ von Charles Schulz zu den Welten, die mich seit meiner Kindheit in den 70ern begleitet haben. Und auch nachdem Charles Schulz 1999 das Ende seiner Tätigkeit verkündete, gab es von den ca. 17.000 Strips immer noch neue, anhand derer man von Neuem die kleinen Geschichten, die einmalige Erzählweise und die vermeintlich simple Visualisierung bewundern konnte. Die Peanuts-Werke sind seit Jahrzehnten Bilderbuchbeispiele für die Faustregel „Weniger ist Mehr“. Und dann wurde plötzlich bekannt, dass BlueSky sich traut, das Werk mit neuen Technologien fortzusetzen.
Viele neue Verfilmungen, die wir aus der letzten Zeit kennen, nehmen zur Anpassung an die heutige Zeit gewisse Veränderungen bis hin zu Verfremdungen vor.
Das gelingt mal besser, mal schlechter. Nicht selten weist das Ergebnis nur noch leichte Andeutungen an die ursprünglich bekannten Geschichten auf. Bei „The Peanuts Movie“ hatte ich keinen Augenblick lang das Gefühl, dass dieses Werk nicht direkt von Charles Schulz stammen könnte – obwohl neueste Technologien eingesetzt wurden und die Umsetzung zum ersten Mal als 3D-Animation erfolgte. Trotz der angewendeten modernen Produktionsmethoden ist der Film eine nahtlose Fortsetzung des bestehenden Werkes. Was BlueSky und Steve Martino hier geleistet haben, ist sowohl technisch als auch erzählerisch ein Meisterwerk der modernen 3D-Animation. Diese ernsthaften Absichten und die respektvolle Herangehensweise sind der Familie von Charles Schulz mit Sicherheit nicht entgangen – sonst hätten sie dieses Unternehmen überhaupt nicht genehmigt. Das Team hat die ganze Tiefe von „Sparkys“ Welten verstanden und beherzigt – sonst wäre der Film nicht so gut geworden. Die Geschichte ist eine waschechte Peanuts-Erzählung, die über ihre gesamte Länge überzeugt und amüsiert. Obendrein sieht man plötzlich mehr von der Umgebung, die in den Comic-Strips ja immer nur partiell angedeutet wurde. Dies und weitere visuelle Details wie die komplizierten Rigs und Charaktermodelle oder die „Motion“ von 12 fps sind nur ein paar technische Details, die kombiniert mit der überzeugenden Arbeit der Story-Abteilung für ein großartiges Ergebnis gesorgt haben.
„The Peanuts Movie“ ist klar eine gelungene Fortsetzung von Sparkys Werk. Umso schöner, dass dies offenbar auch für 20th Century Fox / BlueSky genau das Hauptziel war, und nicht die finanzielle Rendite. Daher, empfehle ich jedem – Fans und Nicht-Fans –, diesen Film zu sehen. Wenn es geht, am besten im Originalton. Zwar ist auch deutsche Synchro sehr gut, die englische Originalfassung mit ihren verspielten Kinderstimmen hat mich aber noch ein bisschen mehr überzeugt.

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