20. August 2017 Johannes Wolters

Die INDAChs Kritik von Dr. Karin Wehn zu Sonys „EMOJI-Movie“

In diesem neuen Animationsfilm von Sony begegnen wir den Emojis, kleinen, digitalen Lebewesen, die alle in Textopolis, der kleinen Welt unserer Mobilltelefone leben. Dort warten und hoffen sie darauf, dass sie der Telefonbenutzer sie passend zu seinen Nachrichten als Piktogramm auswählt. Doch einer von ihnen, Gene hat ein Problem: Im Gegensatz zu allen anderen Emojis hat er mehrere Gesichtsausdrücke, was ihn von allen anderen Emojis in der Smartphone-Welt seines Besitzers Alex unterscheidet. Doch er träumt davon, wie alle anderen zu sein, und bittet die anthropomorphe Hand Hi-5 und das berühmt-berüchtigte Hacker-Girl-Emoji Jailbreak ihm dabei zu helfen, seinen größten Wunsch zu erfüllen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem Code, der Gene reparieren kann, und durchstreifen auf ihrem Weg die verschiedensten Handy-Apps. Das könnte alles ein Riesenspaß sein, – doch dann stößt das Gespann plötzlich auf eine neue und unerwartete Gefahr, die die gesamte Emoji-Welt mitsamt ihren netzaffinen Konzepten wie Cloud, Dropbox, Social Media usw. bedroht, denn Alex will sein kaputtes Smartphone reparieren lassen. Was eine witzige und zeitgemäße Auseinandersetzung mit der aktuellen Netzkultur sein könnte, bleibt eine rasante, aber letztendlich fade Spielerei mit viel Product Placement, von der wenig hängen bleibt. Noch dazu zeichnet sich der Film leider durch eine allzu glatte 3D-Computeranimations-Ästhetik aus.

Karin Wehn

http://www.karin-wehn.de/

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