12. Januar 2018 Johannes Wolters

Die INDAChs Kritik von Friederike Trunzer zu Makoto Shinkais „YOUR NAME“

„Your Name“ ist eine wunderbare, nichtlinear erzählte Geschichte, die die Zuschauer berührt und durch seinen Detailreichtum und seine hervorragende Qualität einfach nur verzaubert.

In „Your Name“ erzählt der japanischen Regisseur Makoto Shinkai die Geschichte eines Körpertausches zweier Teenager. Doch handelt es sich hierbei nicht um eine dieser abgedroschenen Komödien, wie sie schon allzu oft erzählt wurden. „Your Name“ führt den Zuschauer vielmehr in eine magische, komplexe und dramatische Geschichte von Verbundenheit, Traditionen, Moderne, Freundschaft und Liebe.

Die Geschichte handelt von dem Leben des Mädchens Mitsuha aus einer traditionell geprägten japanischen Kleinstadt und dem Jungen Taki, der in Tokio ein modernes Leben führt. Während Mitsuha von der Großstadt und all den Möglichkeiten dort träumt, bewältigt Taki ohne große Begeisterung sein eintöniges Alltagsleben einer Großstadt zwischen Schule und Arbeit. Doch dann erwachen beide im Körper des anderen und ein unglaubliches Abenteuer beginnt. Als Taki versucht Mitsuha auf dem Land zu finden, stößt er auf ein unfassbares Geheimnis.

Doch nicht nur die spannende und intelligent verwobene Geschichte beeindruckt. Der Film verzaubert den Zuschauer mit einer wahnsinnigen Liebe zum Detail.

Die Zeichnungen der Landschaften und Stadtansichten sind einfach nur atemberaubend und man verliert sich in den wunderbaren Bildern. Auch erhält man als Europäer einen sehr interessanten Einblick in Traditionen der japanischen Kultur.

Die Animationen sind nicht minder beeindruckend und die Art, in der der Film mit Licht und Schatten spielt, ist umwerfend, da man hierbei nie vergessen sollte, dass es sich um einen Zeichentrickfilm handelt, in dem jedes Licht- und Schattenspiel mühsam gezeichnet und/oder animiert werden muss. Auch ist die Verbindung von 2D-Zeichnungen und 3D-Modellen ausgezeichnet gelungen. Die 3D Modelle stechen nicht sofort heraus, oder stören die wunderschöne 2D-Optik. Mit Hilfe des cel-shading wurden verwendete 3D Modelle in ihrer Optik so nachträglich bearbeitet, dass diese wieder wie 2D-Zeichnungen erscheinen, was der Optik des Filmes absolut zugutekommt.

Abgerundet wird der Film durch eine wunderbare Filmmusik, die den Film untermalt, umspielt und trägt und die man sich gerne auch noch nach dem Kinobesuch anhört.

„Your Name“ hat nicht zu Unrecht alle Rekorde auf dem asiatischen Kontinent gesprengt.

Kimi no Na wa (der japanische Originaltitel von „Your Name“) lief alleine 143 Tage in den japanischen Kinos und hat inzwischen „Chihiros Reise ins Zauberland“ von Hayao Miyazaki (Studio Ghibli, 2001) als erfolgreichsten Anime-Film aller Zeiten abgelöst.

„Your Name“ hätte es mehr als verdient, nun auch in Europa diese Aufmerksamkeit zu erhalten, da es sich um einen außergewöhnlichen Film handelt, der durch seine Qualität und Detailliebe besticht und der dem Westen eindrucksvoll aufzeigen könnte, dass der Zeichentrickfilm nicht ausschließlich ein Medium für Kinder ist.

Es stimmt mich traurig, dass es schon als Erfolg zu zählen ist, dass „Your Name“ im deutschsprachigen Raum an ganz 2 Tagen in ausgewählten Kinos zu sehen sein wird.

Also haltet Euch den 11. und/oder 14. Januar 2018 frei, denn an diesen beiden Tagen besteht die einmalige Gelegenheit „Your Name“ in Deutschland auf der großen Kinoleinwand zu sehen. Ein Filmgenuss, den sich kein Kinofan entgehen lassen sollte!

Mein Kinositz für Januar ist schon reserviert!

Friederike Trunzer

http://www.rike-trunzer.de/

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