1. Juli 2016 Johannes Wolters

Die INDAChs Kritik von Friederike Trunzer zu Pixars Findet Dorie

Ich muss gestehen, ich war echt neugierig und gespannt wie ein Flitzebogen auf „Finding Dory“ den neuen Pixar Animationsfilm, der uns dreizehn Jahre nach „Finding Nemo“ die Geschichte des kleinen blauen Doktorfisches Dory erzählt.

Auch wenn „Finding Dory“ mit einem Einspielergebnis von 9,2 Mio USD am ersten Wochenende in den USA einen neuen Rekord aufgestellt hat, muss ich gestehen bin ich bei Fortsetzungen immer recht skeptisch, da uns allzu oft nur aufgewärmte Geschichten aufgetischt werden. Oft geht es hierbei mehr um Gewinnmaximierung der Großkonzerne als um ein echtes Filmerlebnis.

Und so saß ich im Kino und der Vorhang öffnete sich zu „Finding Dory“. Die Figuren sind einem sofort vertraut, da man Dory, Nemo und Marlin natürlich noch aus „Findig Nemo“ kennt. Aber keine Angst, neben den altbekannten Charakteren gibt es auch jede Menge neue Figuren, die man auf der Reise der optimistischen, fröhlichen und fürchterlich vergesslichen Dory auf der Suche nach Ihren Eltern, kennenlernt. Grundsätzlich geht es also wieder um Eltern- und Kindfische die sich in den weiten des Ozeans verloren haben und sich wiederfinden wollen. Sprich die Geschichte kommt einem doch sehr bekannt vor.

Deshalb besticht meiner Meinung nach der Film auch nicht durch eine hervorragende Story, da diese „Finding Nemo“ einfach viel zu nachempfunden ist, sondern die Kraft und die Stärke des Films liegt in den Persönlichkeiten der Charaktere. Der Film wird durch die Hauptfiguren getragen. Die liebenswerte, optimistische Dory, der griesgrämige Hank oder die treu, wenn auch etwas tollpatschige Destiny wachsen einem einfach sofort ans Herz.

Ich bin totaler Hank-Fan! Hank ist ein griesgrämiger Oktopus, der genau genommen ein Septopus ist, dessen Lebensziel darin besteht ein schönes, möglichst einsames, abgeschiedenes und ruhiges Aquarium für sich alleine zu ergattern, bis er auf Dory trifft. Der kleine blaue Doktorfisch stellt mit dem Verlust ihres Kurzzeitgedächtnisses Hanks Leben völlig auf den Kopf und zusammen müssen die beiden viele Abenteuer bewältigen.

Absolut beeindruckend ist die Animation von Hank. Als Animator möchte man sich gar nicht vorstellen wie es sein muss, einen Septopus mit sieben verschieden asynchronen Tentakeln animieren zu müssen. Aber erwartungsgemäß ist Pixar einmal mehr ein echtes Animationswunder gelungen. Hanks Bewegungen sind wirklich mehr als beeindruckend!

Definitiv Erwähnung und höchstes Lob sollte noch die stimmliche Leistung von Ellen DeGeneres als Dory in der Originalfassung erhalten. Sie liefert wirklich eine wahre Meisterleistung ab und lässt mit Ihrer Performance Dory erst zu dem Charakter werden, der sie ist.

Finding Dory ist ein herzerwärmender Film für Groß und Klein. Sicherlich nicht der beste Animationsfilm ever, aber definitiv ein netter Film der den Zuschauern einen tollen, lustigen und unterhaltsamen Nachmittag beschert.

Friederike Trunzer, Storyboard & Animation, Hamburg

http://www.rike-trunzer.de/

 

 

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