11. Februar 2016 Johannes Wolters

Die INDACHS Kritik von HP Kuhnert zu Marvels Deadpool

Der (vielleicht) nerdigste Film des Jahres… Deadpool kommt ins Kino. Der Spin-Off aus dem Marvel-Universum rund um die X-Men bekommt nun einen eigenen Film. Ermöglicht hat das ein langer Kampf des Produzenten und Schauspielers Ryan Reynolds, der diese Rolle bereits bei ‚X-Men Origins: Wolverine‘ inne hatte und dort den Super-Mutanten-Soldat spielte und noch einen zugenähten Mund hatte. Nachdem Ryan Reynolds vor einigen Jahren einen genialen CGI-Trailer produziert und geleakt hat und entsprechend begeistert im Internet gefeiert wurde, konnte Fox nicht anders als den Film zu realisieren. Die Szene aus dem CGI-Teaser, der ja nichts mit dem Film zu tun hatte ist allerdings nahezu 1:1 in den echten Film eingeflossen.

Für alle die das noch nicht wussten, erklärt die Filmfigur Deadpool den Zusammenhang zu Wolverine gern direkt im Film nochmal und das ist sowohl komisch als auch bezeichnend. Denn Deadpool ist sich durchaus seiner fiktiven Rolle als Comic-Held bewusst und so verschwimmt die ‚vierte Wand‘, also die Welt zwischen Film und Publikum, immer wieder auf lustige Art. Ganz seriös kennt man den Effekt aus House-of-Cards, wo das Publikum immer mal die Gedanken von Frank Underwood mitbekommt. So in der Art nur gänzlich unseriös und mit flachem Witz killt sich Deadpool brutal und sarkastisch durch den Film. Die Mutant-Eigenschaft von ihm ist dabei die unglaubliche Selbstheilkraft, die ihn quasi unzerstörbar macht, was ja bei einer fiktiven Figur sowieso unmöglich ist. Dazu kommt die Eigenschaft einer nervigen Quasselstrippe, die sich durch den Film pöbelt und alles, nur kein Superheld sein will. Schon gar nicht einer von den X-Men. Klingt alles sehr wild durcheinander? Ist es auch, denn der Film lebt von Easter-Eggs, Bezügen zu anderen Filmen und derben aber auch lustigen Kommentaren und Szenen. Die eigentliche Handlung ist sehr leicht erzählt und steht eher im Hintergrund des Gesamtkonzepts. Aber auch das ist sich der Film bewusst und der Best-Buddy von Deadpool ‚Weasel’ kommentiert dabei schonmal: „Geh doch mal zu dem Typen, vielleicht bringt das die Handlung voran“
Inhaltlich geht es darum, dass der Super-Elite-Soldat Wade Wilson (Ryan Reynolds) ein Gangster-Leben führt und dabei auf die bezaubernde Morena Baccarin trifft (spielt die Vanessa). Wer würde sich da nicht sofort verlieben? Diese Liebe vögelt sich dann erst einmal durch alle Feiertage im Jahr und als alles perfekt zu sein scheint, kommt die Diagnose: „Krebs im Endstadium“…
Die einzige Rettung verspricht die Geheimorganisation ‚Weapon X‘ die auch schon Wolverine hervorgebracht hatte und aus ihm einen unbesiegbaren Superhelden machen will.
– Einer meiner Lieblingssprüche bei diesem Vorhaben ist, dass sich Ryan Reynolds in Form von Wade Wilson über Ryan Reynolds als Green Lantern selbst verarscht, indem er meint, dass sein Superheldenkostüm dann aber bitte nicht grün und animiert sein soll. Das ist ein sehr direkter Bezug zum Film ‚The Green Lantern‘, wo das Kostüm (grün und komplett animiert) beim Publikum gar nicht gut angekommen ist. –
Jedenfalls mutiert Wade Wilson nach tagelanger Folter zum unsterblichen Deadpool, aber verliert dabei sein ‚Sexiest Man Alive‘-Gesicht und sieht eher aus wie Freddy Krueger. Der Doctor (Ajax), der ihm das auf sadistische Weise eingebrockt hat (aber eben auch sein Leben gerettet hat) wird daher der Hauptfeind oder einzige Rettung das Gesicht wieder herzustellen, damit Deadpool wieder seiner geliebten Vanessa begegnen kann. Im Endeffekt geht es also irgendwie um Liebe oder die Oberflächlichkeit bei der Liebe.
Das ist also auch schon die grobe Handlung und auf der Suche nach Ajax bzw. seinem Gesicht sehen wir brutalste Kampfszenen, zahlreiche Tote mit viel Blut, zahlreiche Brüste und Ärsche und trotz aller Flachheit sehen wir einen unterhaltsamen und lupenreinen Actionfilm, mit einem sehr ungewöhnlichen, sarkastischen Anti-Held.
Beste Grüße
HP
 
hp kuhnert
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