26. Dezember 2015 Johannes Wolters

Die INDAChs Kritik von Lena Pauli zu „Die Peanuts – Der Film“

Liebes Indac Team –
vielen Dank für die Screening-Optionen und den informativen Blog, weiter so im neuen Jahr!
achja – und hier noch meine Peanuts-Kritik:
In seiner gelungenen 3D Kinofilmadaption der berühmten Comic-Strips von Charles M. Schulz bleiben Regisseur Steve Martino und die Blue Sky-Studios dem Herz der Peanuts treu und entwickeln sie im neuen Medium mit Sinn und Seele weiter. Die Interpretation und Umsetzung der Kids in ihrer amerikanischen Kleinstadt-Siedlung-Umgebung in eine 3D-Welt ist visuell sehr gelungen und voller warmer und charmanter Bilder. Alle Figuren haben den Transfer in die Plastizität hervorragend überstanden, um aber aus dem Film ein Meisterwerk zu machen, fehlt es an einer überzeugenden und stärker geschlossenen Story. In der Hauptgeschichte will der ewige Looser und mutigen Kämpfer wider die Widrigkeiten des Alltags, Charlie Brown, sich endlich mal als Gewinner fühlen und nimmt den Einzug des kleinen rothaarigen Mädchens in die Nachbarschaft zum Anlass, dieses Ziel mit aller Entschlossenheit zu verfolgen – sie soll ihn als coolen Kerl kennenlernen. An diese Grundstory sind wie Schwalbennester Seitenplots gepappt, nebenher gibts Parallelhandlungsstränge – was kein geschlossenes Bild ergibt. Vielleicht ist aber eine spielfilmlange Umsetzung der Charlie Brown-Geschichten eine nicht erreichbare Aufgabe und insofern die Krux an dem neuen Peanuts-Movie
 – denn der Film ist am stärksten, wenn er bei der Erfolgsformel der Strips bleibt: mit viel Bild- und Wortwitz erzählte Kurzgeschichten.
Trotzdem bleibt „Die Peanuts – Der Film“ zusammen mit seinem arthousigeren Starttag-Kollegen „Die Melodie des Meeres“ ein sehr gelungener kreativer Abschluss des an Höhepunkten sehr reichen Animationsfilmkinojahres 2015.
Lena Pauli

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