20. Juli 2017 Johannes Wolters

Die INDAChs Kritik von Letty Felgendreher zu Luc Bessons „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“

Ohne das Wissen, dass der Film auf eine Comicreihe basiert, wollte ich – trotz meiner anfänglichen Skepsis nach dem Sehen des Trailers – dem Film ganz unvoreingenommen begegnen.

Hatte doch Luc Besson in meinen Jugendjahren mit „Das fünfte Element“ einen Film geschaffen, den ich wirklich sehr oft gut unterhalten gesehen habe.

Zunächst – die Anfangssequenz war sehr nett und hat wirklich gut gepasst. Dann geht es weiter. Wir begleiten die Spezialagenten Valérian und Laureline auf ihrer… ja was eigentlich. Wir begleiten sie bei ihren… Galaxis-Agentenaufgaben.

Wir begleiten zwei Personen(Cara Delevingne und Dane DeHaan), die im realen Leben zwar gar nicht mehr SO jung sind, aber im Film so wirken, als seien sie vielleicht gerade der Teenagerzeit entsprungen – die aber natürlich ganz viele wichtige Dinge zu entscheiden haben – dabei aber jedoch was ihre charakterliche Entwicklung angeht – nicht bedeutsam von der Stelle kommen.

Bedauerlicherweise konnte ich den beiden Hauptfiguren wenig abgewinnen. Zu gewollt cool waren sie und zu unnatürlich in ihrer Art.

Das „Bonding“ zu mir als Zuschauer funktionierte einfach nicht und erzeugte in mir eher das Gefühl, dass ich lieber mehr von allen anderen Charakteren gesehen hätte.

Leider spielt der Film nicht mit Klischees, sondern bedient sich ihrer nur in vollen Zügen. Da ist die fragile, elegante Alien-Rasse, denen Unrecht getan wurde – und da sind andere nicht terrestrische böse Wesen – die natürlich böse und plump und vielleicht auch etwas lustig und trottelig aussehen müssen.

Und da ist die „Stadt der tausend Planeten“, in der alles Wissen von unterschiedlichsten Völkern geteilt wird, aber von deren Zusammenspiel merken wir eigentlich nicht viel.

Genauso wenig wie vom eigentlichen Antagonisten.

Schade, wirklich schade, es gibt schon ganz nette Einfälle, die Weltenabschnitte innerhalb der Raumstation/Stadt sind ansehnlich präsentiert, die Wesen schön anzusehen.

Alles hätte optisch den Plot gut unterstützen können, hätte der denn ein wenig mehr Anspruch gehabt.

Letty Felgendreher

Doch das zum Teil schwer nachvollziehbare Verhalten der Protagonisten, Unlogik innerhalb der Welt, einige deutliche Schnittfehler und Charaktere, die nur als Mittel zum Zweck in der Galaxiesuppe dienen, führen nicht zu einem runden Eindruck des Filmes.

Es gibt die Momente, wo man zu spüren vermag, dass der Film Potential gehabt hätte – wäre er eben nicht so einfach gestrickt und so klischeebehaftet.

So bleibt es einfach ein weiterer sehr CGI-lastiger Film, in dem das Herz – die Geschichte – in ihrer Darstellung leider zu kurz kommt.

Wer auf digitalen Augenschmaus und seichte Unterhaltung steht – der wird dennoch unterhalten sein.

Letty Felgendreher, Leipzig

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