15. Dezember 2015 Johannes Wolters

Guter, alter Charlie Brown – Die INDAC Kritik von Jale Cengil zu „Die PEANUTS – Der Film“

Guter, alter Charlie Brown – eine originelle Neuverfilmung
Er ist wieder da! Und viele werden ihn wiedererkennen, den gutmütigen und treuherzigen Verlierer – Charlie Brown, der trotz oder gar wegen seines dauerhaften Versagens mal für ein empathisches Schmunzeln, oft aber für aufheiterndes Gelächter sorgt.
„Die Peanuts“ erscheinen zu Weihnachten (23.12.15) in einer Neuverfilmung in den Kinos – sogar in 3D. Doch der neue Film ist so neu auch wieder nicht. Es handelt sich vielmehr um eine geschickte, gut gelungene jale cengilZusammenstellung verschiedener Geschichten der wohlbekannten Comicstrips von Charles M. Schulz. Die Handlung ergibt sich aus dem Alltagsleben der Vorstadtkinder und baut sich auf den Wünschen und Zielen der Figuren auf, die sich von den Originalen nicht unterscheiden. So gibt Lucy an ihrem Stand nach wie vor psychologische Ratschläge für 5ct und ist verliebt in den Klavierspielenden Schroeder, der wiederum von seiner Liebe zu Beethoven nicht abkommt. Der vernünftige Linus hängt noch immer an seiner Schmusedecke, Pig Pen ist stets von seiner Staubwolke umgeben. Sally Brown zieht sich ihren Nutzen aus den Taten des älteren Bruders und ist verliebt in Linus, den sie „Bambusbärchen“ nennt. Die ruhige Marcie spricht ihre beste Freundin Peppermint Patty mit „Sir“ an, ist im Gegensatz zu ihr zwar nicht interessiert am Sport, dafür aber gut in der Schule. Peppermint Patty trägt Sandalen im Winter und hat ihrerseits wenige Erfolgserlebnisse, die sich auch meist nur aus Zufällen ergeben. Beide, Marcie und Peppermint Patty sind verliebt in Charlie Brown. Der hat seinerseits aber nur Augen für das kleine rothaarige Mädchen, welches in das Haus gegenüber einzieht.

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Der Indachs ist begeistert!

Ein neues Kind, denkt sich Charlie, bedeutet eine neue Chance für einen absoluten Neuanfang. Er möchte diesmal alles anders machen und braucht ein Wunder, um aus der Verliererpose in die Siegerpose zu steigen. Wird er es schaffen die Aufmerksamkeit des rothaarigen Mädchens zu erlangen? Wenn er bei jeder Gelegenheit vor Aufregung nicht immer die Papiertüte über seinen Kopf ziehen würde…
Es sind kaum Elemente vorhanden, die nicht wiederzuerkennen sind. Eine Hommage an den Künstler kann man meinen, so sei auch die Absicht des Regisseurs Steve Martino („Horton hört ein Hu“, „Ice Age 4“) gewesen. Er arbeitet unter anderem mit Schulz‘ Sohn (Craig Schulz), analysiert die Zeichenführung der Comics und kreiert – trotz 3D – ein der originellen Zeichenserie angepasstes und sehr naheliegendes Bild. Vorurteilende Vermutungen, die farbenfrohe Dreidimensionalität könnte die Figuren glatt und plastisch wirken lassen entfallen durch die Miteinbeziehung und Nachahmung der 2D Zeichnungen, welche sich unter anderem in den Linienumrandungen der Augen, Augenbrauen, Haaren oder der Staubwolke von Pig Pen deutlich wiederspiegeln. Eine technische Herausforderung, die ohne Zweifel ein gutes Ergebnis mit sich gebracht hat.
Fraglich ist lediglich die Stereoskopie, welche bei Filmen ohne weiträumige Aufnahmen recht überflüssig scheint. So erzielt sie ihren Effekt beim Peanuts-Film nur in einigen wenigen Luft- Szenen, in denen der träumende ‚Schriftsteller‘ Snoopy als Fliegerass den Roten Baron bekämpft. Alles in allem ein sehenswerter Film, der mit Sicherheit für gute Laune sorgt

Jale Cengil

 

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