28. Mai 2018 Johannes Wolters

Hier die INDAC Kritik von Matthias Backmann zu Ron Howards „SOLO – A STAR WARS STORY“

Donald Glover is Lando Calrissian and Phoebe Waller-Bridge is L3-37 in SOLO: A STAR WARS STORY.

Matthias Backmann

Einen Monat nach den Avengers schickt Disney seinen zweiten Goldesel aufs Parkett: Die Vorgeschichte von Han Solo, Chewbacca und Lando Calrissian – eine Geschichte aus einer weit weit entfernten Galaxie…
Interessanterweise habe ich nun nach dem Filmgenuss gemerkt, dass, abhängig von meinem Gegenüber, ich eine andere Sichtweise auf den Film zum Besten gebe. Da wäre natürlich der Star Wars-Fan, aber ein Kenner bin ich nicht – Serien, Bücher, Spiele – mit dem sogenannten Kanon hab ich wenig am Hut. Aber hey, ich hab Film studiert, da kann ich doch bestimmt sehen, woher der Film seine Inspiration herhat! Und natürlich, als VFX-Artist: Wie beeindruckt Industrial Light & Magic den Zuschauer 41 Jahre nach Star Wars diesmal visuell?
Der Star-Wars-Fan:
Meine Meinung vorher: „Ich hab die Filme gesehen, was soll geschehen? Han lernt Chewie kennen, sie gewinnen den Millenium Falcon und machen den Kessel Run in 12 Parsecs“ (wer das als Spoiler sieht, ist gerade aus einem 42-jährigen Koma erwacht). Nein, es geschieht viel mehr! Leider manchmal etwas zu viel, so dass ich doch etwas verwundert aus dem Kino kam und erstmal von einem richtigen Insider aufgeklärt werden musste. Aber der Film erzählt eine Geschichte, die die Charaktere gut vorstellt und, abgesehen davon, dass eine Fortsetzung möglich ist, möchte ich nun nochmal die Original-Trilogie sehen!
Der Filmstudent:
Würde Han Solo noch einen Hut tragen, er ginge als lupenreiner Westernheld durch. In Solo gibt es alles aus diesem Genre: Duelle, Zugüberfälle, Kartenspiele mit gezinkten Karten in dreckigen Spelunken… und das ganze Gemischt mit ein bisschen erstem Weltkriegs-Epos, Mafiastreifen, Gefängnisfilm und Heist-Movie – im Weltraum!!

Der VFX-Artist: „Nirgendwo wirst du mehr Abschaum und Verkommenheit versammelt finden als hier“ – Das passt nicht nur auf Mos Eisley, sondern auch auf die dreckige SciFi-Western-Welt in Solo! Der Stil ist treffsicher und man entdeckt trotzdem immer wieder Bekanntes – Millenium Falke oder Sternenzerstörer, AT-ST und außerirdische Lebewesen wie Rodianer (Greedo). Ein wirkliches „Aushängeschild“ hat der Film aber nicht, also keinen „wiederbelebten“ General Tarkin oder Riesenschlachten. Auf der anderen Seite lenkt das dann auch nicht ab – es ist alles wie aus einem Guss.

Und dieser Satz ist auch ein gutes Fazit. Der Film ist nicht unbedingt ein Kandidat für den ultimativen Lieblingsfilm. Aber man hat zwei Stunden gute Unterhaltung und freut sich auf weitere Star Wars Stories!

Matthias Backmann

VFX Artist

 

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