17. Juli 2017 Johannes Wolters

Hier die INDAChs Kritik von Finn-Ole Mehl zu „Planet der Affen: Survival“/“War for the Planet of the Apes“

Der dritte Teil einer Trilogie ist häufig einer der schwächeren. Bei der „Planet der Affen“ Trilogie ist das zum Glück nicht der Fall. Die moderne Affen-Reihe – oder die Caesar-Trilogie, die 2011 mit „Rise of …“ begann, wird jetzt von Matt Reeves, der bereits 2014 bei „Dawn of …“ Regie führte, zu einem würdevollen Abschluss gebracht. Die drei Filme bilden einen rundes Ganzes, eine in sich geschlossene Geschichte, nämlich die von Caesar: Vom unschuldigen Labor-Versuchs-Äffchen bis hin zum Anführer der Affen begleiten wir Caesar auf seiner Reise. In „War“ geht Andy Serkis‘ Caesar auf Rachefeldzug gegen die Menschen, angeführt von Woodly Harrelsons Colonel. Caesar muss sich seinen inneren und äußeren Dämonen stellen. Und Andy Serkis liefert brilliante Arbeit.
Die Motion-Capture-Technik ist seit „Dawn“ noch einmal um einiges besser geworden. Zu keiner Zeit hatte man das Gefühl Computerfiguren auf der Leinwand zu sehen; jeder Affe war absolut überzeugend und realistisch. In Verbindung mit Serkis‘ genialem Minenspiel entsteht dabei etwas ganz besonderes, das jeder selbst gesehen haben sollte. Auch das Zusammenspiel von Serkis und Harrelson ist packend und spannungsreich.

„War“ ist – wie der Name bereits vermute lassen sollte – ein Kriegsfilm; mit allem Blut, Dreck und Drama was dazu gehört. Das Settting mag futuristisch, post-apokalyptisch, fantastisch sein – die Dramatik und Komplexität und die Charaktere, sowie deren Handlungen und Motivationen erscheinen aber absolut real, glaubhaft und fesselnd.
Comic Relief ist gerade in solch dramatischen Filmen immer ein schwieriges Thema. Mit Steve Zahns ehemaligem Zoo-Affen Bad Ape, dem Caesar und Co unterwegs begegnen, ist „War“ sicherlich ein Risiko eingegangen. Glücklicher Weise ein Risiko, das sich vollkommen ausgezahlt hat. Bad Ape liefert erfolgreiche Auflockerungen der sonst so sehr ernsten Handlung ohne dabei jemals albern, peinlich oder unpassend zu wirken, und überzeugt gleichzeitig durch seine emotionale Hintergrundgeschichte.

Finn-Ole Mehl

Nicht unerwähnt bleiben sollen außerdem Karin Konoval als Oranguntan Maurice, Toby Kebbell als Schimpanze Koba und Amiah Miller als stummes Menschenkind Nova, die alle einen umwerfenden Job machen.
„War for The Planet Of The Apes“ ist brilliant geschrieben, hervorrgend inszeniert und umwerfend gut gespielt. Die Kombination aus perfekter Motion-Capture- und CGI-Technik und der darstellerischen Leistungen ist absolut magisch.
Also, am besten „Rise“ und „Dawn“ direkt nochmal zu Hause nachholen oder auffrischen und dann ab ins Kino.

Noch eine kurze Zeile zum INDAC Event in Berlin:
Es war ein ganz toller Abend. Bevor wir in der Astor Film Lounge den Film mehr über einen Monat vor Kinostart vorgeführt bekamen, wurde der Film von Matt Reeves und Andy Serkis persönlich auf der Bühne angekündigt. Natürlich haben die beiden auch ein paar Fragen zum Film und zur Motion-Capture-Technologie beantwortet. Es ist immer eine große Freude zu sehen, mit welcher Leidenschaft Andy Serkis über seine Arbeit spricht – jetzt für mich zum ersten Mal auch live, ganz ohne Bildschirm.
Danke INDAC.

Finn-Ole Mehl

Digitrick Wanie, Potsdam

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