2. Juni 2017 Johannes Wolters

Hier die INDAChs Kritik von Johannes Ruf zu Warners Bros./DC „WONDER WOMAN“

Nach den sehr gemischt ankommenden Produktionen der letzten Jahre zieht DC mit Wonder Woman sein gefühlt letztes Ass aus dem Ärmel. Die Verfilmung für die älteste Superheldin des Verlags, entwickelt vor über 70 Jahren von einem Ehepaar, das sich stark für Gleichberechtigung und Feminismus eingesetzt hat und mit Diana alias Wonder Woman eine starke Frau mit Vorbildfunktion in die Comicwelt setzen wollte, war die Hoffnung vieler Fans auf ein interessanteres und tiefer gehendes Erlebnis als Kryptonit auf Stahl oder Böse auf Böser.

Die übermenschliche Gewalt Wonder Womans trifft in diesem Film auf die dagegen mickrig wirkende Menschheit der 1. Weltkriegs.
Kein Kampf von Super gegen Super dirigiert den Film, sondern ein von der Hauptdarstellerin schön dargestellter Konflikt: Die erste Konfrontation mit der dunklen Aussenwelt, das übernatürliche Küken wird flügge und stellt sich ihrer Heldenpflicht. Der ganze Cast stellt Menschlichkeit auf eine schöne und den inneren Gutmenschen zufriedenstellende Art und Weise dar, die im Genre der Superheldenfilme tolle Zeichen gibt und den Film positiv voran treibt.
Bis zum Ende werden die Zweifel, dass die für den Erfolg nötige Entwicklung Wonder Womans durchschlägt, aufrecht erhalten.
Tragend dafür sind leider neben all den zu lobenden Elementen die gelegentlichen platten Momente des Plots.
Gleich zu Beginn provoziert sich im Kopf des Zuschauers die Frage, ob Amazonen überhaupt stark sein können, ohne parallel ihre weiblichen Vorzüge zu präsentieren. Weitere kleine Einbrüche verschiedener Natur lassen auch im folgenden Konstrukt des Films das Zucken mancher Augenbrauen nicht vermeiden.

Im Verhältnis zu anderen Superheldenfilmen bleibt jedoch mehr als genug Gutes Übrig, das auf eine interessantere Handlung führt als Faust auf Faust. Das die VFX dieser uns mittlerweile gewohnten Größenordnung sich genießen lassen wissen wir, durch Innovation vom Hocker gehauen zu werden ist aber eine Erwartung, die man an Wonder Woman besser nicht stellt. Stark ist dafür das Ineinandergreifen von Kameratechnik, VFX und der exzellenten Performance der Stunt-Truppe, womit der Film zu unserem Genuss regelmäßig prahlt.
Auch ist für diejenigen, die mit der Deutschen Kultur bewandert sind, deren amerikanische Darstellung ein kleines Amusement.
Wonder Woman lässt sich auf jeden Fall Anschauen und Genießen.

Johannes Ruf

http://www.johannesruf.com/

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