25. April 2017 Johannes Wolters

Hier die INDAChs Kritik von Michael Knoll zu Marvels „Guardians of the Galaxy Vol. 2“

Siehe auch die INDAChs-Kritik von Lia Wehrs!

Siehe auch die INDAChs-Kritik von Matthias Backmann!

Siehe auch die Kritik von Friederike Trunzer!

20th Century Fox‘ LOGAN ist noch nicht ganz aus dem Kino verschwunden und schon schiebt Disney den nächsten Beitrag im MCU (Marvel Cinematic Universe) nach. Wieder nahm James Gunn (SUPER, SLITHER) Platz im Regiestuhl, der bereits 3 Jahre zuvor das eher unbekannte Franchise ohne große Namen in einen Kritiker- und Zuschauerliebling verwandelte. Umso größer sind die Erwartungen an den zweiten Teil des galaktischen Team Ups. Ist James Gunn wieder für eine Überraschung gut?

Michael Knoll

Wenn du einer der fünf Menschen auf diesem Planeten bist, der eine original Disc von James Gunns unterschätzen Low-Budget-Kracher SUPER in den Händen hältst und zudem noch die zahllosen Extras gesichtet hast, dann wird dir nicht entgangen wie James Gunn durch einen Comicbuchladen streunt und von seinen Lieblingsserien erzählt. Ja, Herr Gunn ist seit jeher ein Comicfan und das spürt man in GUARDIANS, während man sich bei andern MCU Beiträgen fragt, ob der Regisseur jemals ein Graphic Novel in seiner Hand hielt. Gunn liebt diese Welten und die Figuren, die ihnen innewohnen. Das Ergebnis ist, dass er den zweiten Teil seiner Saga weiter zum beliebtesten Franchise im MCU ausbaut und zeigt, warum die Guardians Filme die besseren AVENGERS sind. Deren zweiter Teil war überfrachtet mit Figuren, Geschichten und übergeordneten Plot Points, die im Film gar nichts zu suchen hatten. Teil eines gigantischen Plans, den seine Schöpfer wohl gar nicht im Ganzen erfassen. GUARDIANS geht da andere Wege. Statt auf einen aufgeblähten Plot zu setzen, der wie ein ausgeklügeltes Puzzleteil wirkt, verschachtelt in einem kruden Rätsel, geht es hier um die Figuren. Das heißt nicht, dass die Action und der Spaß zu kurz kommen. Davon bietet der Film mehr als genug. Aber im Kern geht es um die Figuren, die zu einer Familie zusammenwachsen müssen und mit den Resten ihrer eigenen konfrontiert werden. Das sorgt für Empathie, Emotionen und macht die Lacher lachenswert. Die Konzentration auf die Figuren und ihre Probleme machen den Film so unterhaltsam und trennt ihn von anderen Produktionen ab, wo Charakter-Entwicklung zum Beiwerk von Effektvehikeln und billigen Lachern verkommt. Man fiebert um die Guardians mit, weil man sie mag. Sie haben Probleme, mit denen wir uns identifizieren können. Ob das nun im Weltall spielt und leicht überhöht ist, spielt keine Rolle, wenn die Emotionen echt sind.

Und selbst das ewige Plot Goal die Galaxie zu retten (vgl. die Erde zu retten bei beinahe allen AVENGERS Filmen), tritt relativ spät (obwohl im Trailer längst erwähnt) in Erscheinung. Der Film zieht seine Hauptspannung aus der Figurenkonstellation, bei der man auch das plottlastige Ende verzeiht, da es mit ins eigentliche Konzept spielt. Das mag auch am sehr gut gealterten Kurt Russel liegen, der an seiner Performance als Peter Quills Alienvater sichtlich Spaß hatte. Er verleiht der antagonistischen Kraft ein Gesicht und eine klare Motivation, was die Pläne nachvollziehbar macht. Weniger versumpft wie beim Vorgänger, wo der Fanatiker Ronan gegen Ende zu einer eher geistlosen Marionette verkam.

Zum neonfarben Look des Gunn’schen Universums, deren Effekte (wie schon im ersten Teil) über die alle Zweifel erhaben sind (im Gegensatz zum Disney Bruder ROGUE ONE, deren GCI Tarkin Nackenhaare sträuben lässt und Genickschmerzen durch heftiges Kopfschütteln verursacht), gesellt sich wieder ein von Rock und Pop Klassikern durchdrungener Soundtrack. Diese war schon das Markenzeichen des ersten Teils (da vielleicht sogar noch besser zusammengestellt) und hat eine inhaltliche Relevanz. Genau diese sucht die Konkurrenz derweil verzweifelt und stopft hirnlos Popklassiker in Trailer und Filme (siehe den Oscar gekrönten SUICIDE SQUAD).

Am Ende bleibt GUARDIANS OF THE GALAXY VOL.2 wohl das bestmögliche Popcornkino im Comiczeitalter mit einem netten SciFi-touch, einer guten Story, durchdachten Charakteren und ein paar Cameos, die jeden 80’s Fan beglücken werden. Normalerweise soll man aufhören, wenn’s am schönsten ist, aber da die Liste der angekündigten Adaptionen mittlerweile länger als der die Namen der CG-Artists im Abspann eines MCU Films, bleibt nur eines zu sagen: Wir hoffen das Beste …

Michael Knoll, Leipzig

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