9. August 2019 Johannes Wolters

Reaktionen auf den „Alarm im Tabaluga-Land“-Artikel (Teil 1) mit Beiträgen von Michael Coldewey, Daniela Raisig und Marian Woller

Am Montag erschien mein Artikel zum Stuttgarter Positionspapier im Filmdienst unter dem Titel „Alarm im Tabaluga-Land“

Zur Erinnerung:

Die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart hatte ihrerseits ein Positionspapier veröffentlicht unter dem Titel: „Animation als Beispiel für eine erfolgreiche Clusterentwicklung in der Region Stuttgart und Baden-Württemberg“

Dazu hatte ich dann eine Reihe von ersten Interviews geführt, die wiederum jetzt in den Artikel mündeten.

Hier die Links zu den wirklich lesenswerten Interviews mit Dr. Walter Rogg, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Regiion Stuttgart GmbH, mit dem  Animationsinstitut- und FMX Leiter Professor Andreas Hykade, mit Thomas Meyer-Hermann (Studio FilmBilder), den zuständigen Ministerien des Landes Baden Württemberg &  mit Dirk Beinhold (Akkord Film) in seiner neuen Rolle als Mitglied von Animation Europe. Dazu gab es eine Stellungnahme des medienpolitischen Sprechers der FDP/DVP Fraktion im Landtag von Baden Württemberg Hernn Prof. Dr. Ulrich Goll MdL

Die Interviews werden fortgeführt!

Ich freue mich außerordentlich, dass der Artikel so viele Reaktionen hervorgerufen hat. Eine der wesentlichen Zielsetzungen der INDAC Initiative ist es ja, ein Dialog aufzubauen, der Probleme und Entwicklungen der Animationschaffenden erörtert, thematisiert und diskutiert. Dies scheint hier nun außerordentlich gelungen, trifft doch der Artikel wohl einen spezifischen Nerv, der alle anspricht, die hier in Deutschland in diesem weiten Feld der Animation arbeiten. Da die Kommentare verstreut auf den verschiedenen Plattformen und Foren erfolgten, möchte ich nun hier ab heute und in den kommenden Tagen die Äußerungen auf dem Blog bündeln und allen zugänglich machen und wäre hocherfreut, wenn weitere Kommentare und Diskussionsanregungen im weiteren Verlauf von Eurer Seite dazu kommen könnten! Schweigen hilft hier nicht mehr!

In Absprache und mit der Erlaubnis der  Kommentatoren hier also die Reaktionen auf den Artikel „Alarm im Tabaluga-Land“ Teil 1

Michael Coldewey, Trixter

So ein Positionspapier und Dein wirklich hervorragender Kommentar dazu sind schon seit mehr als 20 Jahren überfällig und können nicht laut genug immer wieder wiederholt werden! Ich wage zu vergleichen: eine Autoindustrie versucht sich in einem Land ohne Liebe zum Auto zu entwickeln, geht nicht? Genau. Wenn Eltern ihren Sprösslingen sagen, sie sollen was „gescheites“(!) lernen, BWL oder Ingenieurswesen, dann bleiben die Comics weg unterm Gabentisch und es wird maximal ein Disney pro Jahr geschaut… aber: nicht den Kopf in den Sand stecken. Jeder sollte seiner Passion folgen. Notfalls im Ausland!

Daniela Raisig

Ich habe schon vor langer Zeit aufgegeben!  Als Backgroundpaiterin war es unmöglich zu überleben. Außer man wird zum Trickfim-Nomaden und zieht den Produkten nach. Aber das kannst du vielleicht noch mit 25 machen aber irgendwann ist Schluss mit lustig!
Ich mache mittlerweile einen völlig normalen Job.
JA, Deutschland verspielt das Talent seiner Kreativen! Für mein Empfinden eine traurige Situation!

Ich würde für mein Leben gerne wieder beim Trickfilm arbeiten, aber alle Jobs die ich gemacht habe, werden nun billig in China produziert… Traurige Realität! ☹️ Für Mich ist eine Welt untergegangen. Ich mach einen völlig normalen unkreativen Job um zu überleben… leider. Nebenher bin ich schon kreativ, halt mit meinen eigenen Sachen. Ich vermisse die Trickfilmer sehr! Aber es war mir ein zu großer Überlebenskampf und ich hab es dann irgendwann nicht mehr ausgehalten immer auf eine nächste Produktion zu warten, oder zu versuchen irgendwie zu überleben! Mich hat das damals finanziell fast ruiniert. Und seit dem habe ich beschlossen lieber stabil zu leben, aber natürlich macht mich das nicht 100% glücklich! Es ist total traurig was passiert und ich sehe das schon seit Jahren kommen. Jetzt betrifft es halt auch andere Jobs nicht nur Background Paninter oder 2-D Trickfilmer… Vor allem uns Mädels hat es hart getroffen. Ich kenne kaum eine die noch in dem Job arbeitet. Ich finde es gut dass du was dafür tust und die Hoffnung wohl noch nicht aufgegeben hast, dass die Animationsbranche in Deutschland doch noch eine Zukunft haben kann.

Lieber Gruß, Daniela

Marian Woller, OnPoint

Das ist leider die traurige Wahrheit. Es gibt genügend Talent und auch Kreativität in Deutschland aber kein wirkliches Risiko Kapital. Die Förderanstalten haben ihre eigenen Vorstellungen von Inhalten die die meisten neuen oder kreativen Ideen sofort im Keim ersticken. Viele Redakteure haben kein Interesse an Risiken und fahren ihre bewährten Wege weiter. Es ist schön das einige Studios Teile von Hollywoodproduktionen machen aber es fehlen die eigenen Produkte. Aber diese sind ohne Kapital einfach nicht auf die Beine zu stellen.

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