15. August 2019 Johannes Wolters

Reaktionen auf den „Alarm im Tabaluga-Land“-Artikel (Teil 3) mit Beiträgen von Thomas Kress, Nico Ostermann und Tobias Gembalski

Vergangene Woche erschien mein Artikel zum Stuttgarter Positionspapier im Filmdienst unter dem Titel „Alarm im Tabaluga-Land“

Zur Erinnerung:

Die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart hatte ihrerseits ein Positionspapier veröffentlicht unter dem Titel: „Animation als Beispiel für eine erfolgreiche Clusterentwicklung in der Region Stuttgart und Baden-Württemberg“

 

Dazu hatte ich dann eine Reihe von ersten Interviews geführt, die wiederum jetzt in den Artikel mündeten.

Hier die Links zu den wirklich lesenswerten Interviews mit Dr. Walter Rogg, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Regiion Stuttgart GmbH, mit dem  Animationsinstitut- und FMX Leiter Professor Andreas Hykade, mit Thomas Meyer-Hermann (Studio FilmBilder), den zuständigen Ministerien des Landes Baden Württemberg &  mit Dirk Beinhold (Akkord Film) in seiner neuen Rolle als Mitglied von Animation Europe. Dazu gab es eine Stellungnahme des medienpolitischen Sprechers der FDP/DVP Fraktion im Landtag von Baden Württemberg Hernn Prof. Dr. Ulrich Goll MdL

Die Interviews werden fortgeführt!

Ich freue mich außerordentlich, dass der Artikel so viele Reaktionen hervorgerufen hat. Eine der wesentlichen Zielsetzungen der INDAC Initiative ist es ja, ein Dialog aufzubauen, der Probleme und Entwicklungen der Animationschaffenden erörtert, thematisiert und diskutiert. Dies scheint hier nun außerordentlich gelungen, trifft doch der Artikel wohl einen spezifischen Nerv, der alle anspricht, die hier in Deutschland in diesem weiten Feld der Animation arbeiten. Da die Kommentare verstreut auf den verschiedenen Plattformen und Foren erfolgten, möchte ich nun hier ab heute und in den kommenden Tagen die Äußerungen auf dem Blog bündeln und allen zugänglich machen und wäre hocherfreut, wenn weitere Kommentare und Diskussionsanregungen im weiteren Verlauf von Eurer Seite dazu kommen könnten! Schweigen hilft hier nicht mehr!

In Absprache und mit der Erlaubnis der  Kommentatoren hier also die Reaktionen auf den Artikel „Alarm im Tabaluga-Land“ Teil 3

 

Hallo zusammen!

Ich muss jetzt mal etwas dagegenfeuern, auch wenn die Probleme in Deutschland offensichtlich sind und Kritik berechtigt ist. Ein Markt muss von allen mit Herz und Leidenschaft mit- und weiterentwickelt werden. Die Animationsbranche boomt gerade weltweit und Deutschland ist mal wieder Schlußlicht – wie so oft. Alle warten darauf, dass sich das Fördersystem ändern wird oder irgend jemand Geld für ein Projekt locker macht. Aber wo sind denn hier die Leute wie Simon Tofield (Simons Cat), der neben der Arbeit in seiner Freizeit seine Filmchen zum Welterfolg gemacht hat; South Park hatte als animierte Weihnachtskarte seinen Ursprung. Noch nie gab es so viele vielfältige Möglichkeiten seine Ideen zu veröffentlichen, ein Publikum zu finden oder eine Fanbase aufzubauen und trotzdem sucht man fast vergeblich nach einem kreativen Grundrauschen abseits der Hochschulen, Festivals und Job Portfolios. Wieviele haben versucht ein Konzept oder eine Pitch Bible z.B. bei den Development Meetings von Adult Swim einzureichen? Der Markt ist vorhanden und Animationsserien und -filme werden international und auch in Deutschland erfolgreich konsumiert. Also stellt euch einfach vor es gäbe keinerlei Förderung wie in vielen anderen Branchen auch und zieht euer Ding durch.

Thomas Kress

Hi Johannes, danke für Deinen Artikel. Du sprichst vielen aus den Herzen. Ich war ja auch lange genug Freelancer, aber hier in D wird man nicht mehr glücklich. Es wird immer weniger, was hier gemacht wird und immer mehr ins Ausland ausgelagert. Schade ist auch, dass ARD und ZDF sagen „wir sind ja keine Standortförderung und müssen die Projekte so billig wie möglich machen“ und die Reste ihrer Produktionen in Indien, China, Brasilien oder anderen Billiglohnländern „bewegen“ lassen – von Animation kann da keine Rede mehr sein. Dein Artikel ist cool und ich hoffe, dass er was bringt.

Nico Ostermann

Danke für den Link und ja, leider ist das alles so. Meiner Meinung nach führt gerade die Filmförderung zu diesen schlechten Resultaten, besonders Animationsfilme bräuchten viel höhere Budgets, um echte Qualität zu erreichen. Filmförderung die man bei Mißerfolg nicht zurückzahlen muß, hilft nur Produktionsstudios, die sich auf dem Rücken von Freiberufler über Wasser halten.

Tobias Gembalski

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