„Wirtschaftliche Bedeutung der Filmindustrie in Deutschland“ Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi)

„Wenn im Bereich der produzierenden Filmdienstleister von kreativ-technischen Leistungen die Rede ist, bilden Filmdienstleister für visuelle Effekte einen wesentlichen Ankerpunkt dieser Definition. “ (Auszug aus der Studie „Wirtschaftliche Bedeutung der Filmindustrie in Deutschland“)

Staatssekretär Beckmeyer empfing am Donnerstag im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Vertreter der Filmindustrie. Neben Dieter Kosslick, dem Direktor der Internationalen Filmfestspiele Berlin – Berlinale, werden auch zahlreiche Schauspieler und Produzenten erwartet. Dazu wurde auch eine vom BMWi in Auftrag gegebene Studie vorgestellt, die erstmalig die wirtschaftliche Bedeutung der Branche umfassend und systematisch erfasst.

Dazu Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries: „Die Filmindustrie ist mehr als eine Industrie der spannenden Geschichten. Sie hat große wirtschaftliche Bedeutung, auch über die über eigene Branche hinaus. Deshalb fördern wir die Innovationskraft der deutschen Filmwirtschaft mit unserem German Motion Picture Fund. Mit Erfolg: 2016 konnten insgesamt acht hochkarätige Produktionen nach Deutschland geholt oder hier gehalten werden.“

Interessante Bestandsaufnahme des BMWI:
Laut der Studie erwirtschaftete die Filmwirtschaft mit 161.000 Beschäftigten in Deutschland 24,5 Mrd. Euro. Für jeden Euro Wertschöpfung, der in der Filmwirtschaft erzielt wird, werden zudem 1,60 Euro an Wertschöpfung in der gesamten Volkswirtschaft realisiert. Die Filmwirtschaft hat also große Strahlkraft. Untersucht werden zudem Trends, u.a. in den Bereichen Kino, Fernsehen und Filmvertrieb. Ein Schwerpunkt liegt daneben auf der Filmförderung in Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern.
Die Studie wurde von Goldmedia, Hamburg Media School und DIW Econ bearbeitet. Sie ist hier abrufbar.

 

Die Deutsche Produzentenallianz kommentierte die Studie:

„Es sind beeindruckende Zahlen und Schlussfolgerungen, die das Bundeswirtschaftministerium vorgelegt hat“, erklärt Alexander Thies, Vorsitzender der Produzentenallianz. „Ich hoffe, dass das Engagement des BMWi in dieser Sache dazu beitragen wird, dass unsere Branche als das wahrgenommen wird, das sie ist: einerseits der zentrale Erzeuger von Kultur in unserem Land, andererseits aber eben auch Zukunftsindustrie, Schrittmacher der Digitalisierung und Job-Maschine.

Die Studie untersucht auch die volkswirtschaftlichen Effekte der Filmförderung: Drei hypothetische Szenarien zur Erhöhung des DFFF-Fördervolumens errechnen abhängig von den durch Filmförderung ausgelösten Folgeinvestitionen einen Hebeleffekt je eingesetzter Euro von 1,25 bis 7,40 Euro Bruttowertschöpfung.

„Filmförderung ist eine Investition, die sich volkswirtschaftlich schnell rentiert – und eben keine verlorene Subvention,“ so Alexander Thies weiter. „Diese Erkenntnis ist für uns nicht neu. Dass sie jetzt aber auch vom Wirtschaftsministerium bestätigt wird, nährt unsere Hoffnung auf eine wirkungsvolle filmische Industriepolitik, mit der sich die deutsche Filmwirtschaft ihrem Potential gemäß entwickeln kann.“

 

 

Unsere Studierenden sollen zur Entwicklung unserer kulturellen Identität beitragen – Das INDAC Interview mit ANDREAS HYKADE

Foto: Marc Lutz

„Andreas Hykade was born in the summer of love in Altötting, center of the Holy Mary cult.
Since he´s been a grown-up, he´s created animated films for grown-ups.
Now he´s a father, he creates animated films for children as well.
Since 2015 he is also director of the Institute of Animation at the Filmakademie Baden-Württemberg.

So stehts auf der Webseite von Andreas Hykade. Zudem ist er auch noch FMX Conference Chair und seine offizielle Anrede lautet: Prof. Andreas Hykade, Professor for Animation Film, Filmakademie Baden-Württemberg. Kurz vor der neuen Ausgabe der FMX hatte er noch Zeit für ein Gespräch, viel Spaß beim Lesen!

INDAC: Wie geht es Dir als Leiter des Animationsinstituts?

 
Andreas Hykade: Es ist anstrengend. Aber ich fühle mich sehr vital und lerne täglich Neues.

 
INDAC: Mit viel Macht kommt viel Verantwortung heisst es bei Marvels Spiderman? Bei Marvels Deadpool heisst es ja nun Mit viele Macht kommt auch viel Verantwortungslosigkeit… Was sind deine Prioritäten, was hat Dich bewogen den Job anzunehmen?

 
Andreas Hykade: Ich habe den Job nicht angenommen, sondern musste mich um den Job bewerben und gegen eine Reihe hochqualifizierter Mitbewerber durchsetzen. Darauf habe ich mich vorbereitet wie ein Boxer. Warum? Weil ich denke, dass ich im Augenblick der Richtige bin, um das Animationsinstitut in die Zukunft zu führen. Das betreibe ich so reflektiert und verantwortungsvoll wie möglich.

 
INDAC: Die ersten 100 Tage sind ja nun herum, was wird unter Andreas Hykade anders bei der Filmakademie?

 
Andreas Hykade: Wir werden uns weiterhin dem gesamten Spektrum von Animation, VFX und Games verpflichtet fühlen und offen bleiben für innovative Entwicklungen. Neu ist, dass wir das Prinzip „Learning by doing“ durch ein Lehrangebot erweitern, bei dem ein substanzielles Basiswissen in allen Bereichen vermittelt wird. So gibt es zum Beispiel den Kurs „Basics of Animation“, den alle Studierenden erfolgreich durchlaufen müssen. Wir merken bereits jetzt, wie die Studierenden und ihre Arbeiten davon profitieren. Außerdem haben wir das soziale Engagement zum Teil unseres Curriculums gemacht, was von den Studierenden größtenteils begeistert aufgenommen wird und zur Gemeinschaftsbildung beiträgt. Darüber hinaus wollen wir verstärkt Weiterbildungsmaßnahmen entwickeln, die den jungen Künstlern die Möglichkeiten geben, ihre eigenen künstlerischen, technolgischen und geschäftlichen Visionen weiter zu entwickeln. Als ersten Schritt setzen wir dazu die VR NOW-Initiative um, bei der das Thema VR inhaltlich und ästhetisch innovativ behandelt werden soll. Ziel ist die Entwicklung unterschiedlicher Prototypen. Offizieller Start des Projekts ist bei der FMX 2016.

 
INDAC: Was sagt der kreative Artists, Filmemacher und Animator Andreas Hykade zu seinem neuen Beruf?

 
Andreas Hykade: Er ist verwundert darüber, was hier vor sich geht.

 
INDAC: Wie siehst Du die Entwicklung der fmx, die ja nun auch in deinen Aufgabenbereich hineinfällt?

 
Andreas Hykade: Wir werden die FMX als eine erstklassige internationale Konferenz für digitales Entertainment erhalten und zur Stimulanz des Produktionsstandorts Deutschland und speziell Baden-Württemberg weiter ausbauen. Dazu werden wir weiterhin im jährlichen Rhythmus die spannendsten und wichtigsten weltweiten Player ins Haus der Wirtschaft nach Stuttgart holen. Neu ist in diesem Jahr, dass es einen verstärkten Austausch zwischen Speakern und Publikum geben wird. Besonders plastisch wird dies bei unserer VR-Stage, bei der die Besucher erleben können, wie in Echtzeit ein virtueller Film entsteht. Wenn man ein wenig Geduld mitbringt, kann man auch selbst einen Film dort drehen.

 
INDAC: Für wen bildet das Animationsinstitut eigentlich aus? (Die Abgänger müssen sich zwischen dem deutschen Markt und den internationalen Angeboten entscheiden).

 
Andreas Hykade: Wir bilden unsere Studierenden so aus, dass sie sich im Idealfall zu entscheidenden Impulsgebern ihres Feldes entwickeln. Sie sollen Projekte initiieren, die die Herzen und Hirne des Publikums erreichen. Sie sollen zur Entwicklung unserer kulturellen Identität beitragen.

 
INDAC: Welche dringenden Problemfelder gilt es zu beackern? Und was kann man tun (was kann  INDAC tun), um die Stellung der Animation in Deutschland zu verbessern.

 
Andreas Hykade: Mein dringendstes Anliegen ist es, den hochqualifizierten Nachwuchs hier im Land zu halten. Dazu müssen attraktive Angebote entwickelt werden. Wenn INDAC Wege finden kann, dies zu unterstützen, würde mich das freuen.

 

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