Neues von der FFA: Die drei erfolgreichsten Filme des Jahres 2017 in den deutschen Kinos: „ZOOMANIA“, „PETS“ & „FINDET DORIE“

Kinobesucher 2016: Weniger – aber wenn, dann häufiger als im Jahr davor / Neuauflage der FFA-Studie

Deutlich mehr als die Hälfte aller Besucher waren auch im Jahr 2016 wegen eines Blockbusters im Kino. Zwischen Anfang Januar und Ende Dezember wurden 68 Millionen Kinotickets – und damit 56 Prozent aller Eintrittskarten – für einen der 34 Filme gelöst, die im vergangenen Jahr  eine Million Besucher und mehr erreichten, darunter erneut sieben deutsche Produktionen. Die drei erfolgreichsten Filme des letzten Jahres  hatten zudem gleich drei Gemeinsamkeiten:

Es waren 3D-Animationsfilme, deren Protagonisten aus der Tierwelt kamen und die jeweils rund 3,8 Mio. Besucher in die Kinos lockten: Zoomania – Ganz schön ausgefuchst!, Pets und Findet Dorie.

Insgesamt jedoch kam das zurückliegende Kinojahr in fast allen Bereichen der Besuchsstatistik 2016 nicht an das Ausnahmejahr 2015 heran. Die Zahlen finden sich in der aktuellen Studie „Kinobesucher 2016“, die der stellvertretende FFA-Vorstand Frank Völkert am heutigen Mittwoch beim HDF-Kinokongress „Kino 2017“ vorstellte.

Weitere Details aus der Studie:

  • 2016 waren insgesamt 25,0 Millionen Menschen mindestens einmal im Kino – 4,9 Millionen weniger als im Jahr davor (-16%). Allein 4,1 Millionen Kinobesucher, die im Jahre 2015 zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder im Kino waren(„Sleeper“), fanden 2016 nicht erneut den Weg ins Kino;​
  • die Besucherreichreichweite gemessen an der Gesamtbevölkerung lag in 2016 bei 37 Prozent – und damit erstmals seit 2007 wieder unter 40 Prozent. Am kinoaffinsten waren erneut die  10- bis 19-Jährigen mit einer Reichweite von 71% – und hier insbesondere junge Frauen (79%): Knapp acht von zehn jungen Frauen in Deutschland in diesem Alter waren im letzten Jahr mindestens einmal im Kino;
  • ​die Besuchsintensität legte im Vergleich zum Vorjahr – im Gegensatz zur Reichweite – zu und lag im Jahre 2016 bei  4,7 (2015: 4,5) Besuchen. Mit durchschnittlich 5,6 Besuchen waren die Pro-Kopf-Besuche bei den 30- bis 39-Jährigen am höchsten – die damit erstmals die seit GfK-Aufzeichnung stärkste Gruppe der 20- bis 29-Jährigen (5,2 Besuche) übertrafen;
  • ​die stabilste Zielgruppe nach Besuchen war die der 30- bis 39-Jährigen mit 20,5 Mio. Besuchen (2015: 20,4 Mio.) – während im Vorjahresvergleich alle anderen Altersgruppen weniger Interesse am Kino zeigten;
  • im 6-Jahres-Vergleich gewann das Kino mit 45 Prozent am stärksten in der Zielgruppe der 50- bis 59-Jährigen an Besuchern hinzu –  und verlor bei den 20- bis 29-Jährigen am meisten (-32%), die jedoch nach verkauften Tickets die zweitstärkste Besuchsgruppe hinter den 10- bis 19-Jährigen blieben;
  • während 43 Prozent der 20- bis 29-Jährigen gleich in der Startwoche eines Films ins Kino gingen, sah knapp jeder fünfte Kinogänger ab 50 Jahren (19%) erst nach mehr als zwei Monaten nach Start den Film seiner Wahl im Kino;
  • 56 Prozent aller Kinobesucher gingen von Freitag bis Sonntag ins Kino und zahlten damit in der Regel einen höheren Ticketpreis – vor zehn Jahren lag deren Anteil gerade bei der Hälfte (50%).

Die FFA veröffentlicht seit 25 Jahren regelmäßig Studien über die Struktur des Kinobesuchs und die Entwicklung im Besucherverhalten. Grundlage für die Auswertungen ist das Individualpanel Media*Scope der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), dessen filmwirtschaftliche Daten der FFA exklusiv zur Verfügung stehen. Das Panel umfasst 25.000 Teilnehmer und steht repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 10 Jahren. Die Studie Kinobesucher 2016 – Strukturen und Entwicklungen auf Basis des GfK-Panels steht ab sofort auf der FFA-Website zum Download bereit.

FFA fördert elf Drehbuchprojekte und fünf Treatments mit 348.000 Euro

Hier der Hinweis auf die drei für die Animationschaffenden relevanten, geförderten Projekte, alle drei sind im Kinderfilm angesiedelt!

Neue Projekte von Sebastian Schipper und Christian Petzold / FFA fördert elf Drehbuchprojekte und fünf Treatments mit 348.000 Euro

Hier der Link zur Webseite der FFA

In ihrer vierten und letzten Sitzung des Jahres vergab die FFA-Drehbuchkommission insgesamt 348.000 Euro für die Entwicklung von elf Drehbüchern sowie für fünf Treatments. Unter den geförderten Projekte ist mit HEY, HEY, MY MY das neue Werk des Deutschen und Europäischen Filmpreisträgers Sebastian Schipper (VICTORIA) – ebenso wie die Kommission mit UNDINE von Christian Petzold die jüngste Autorenarbeit eines anderen mehrfach ausgezeichneten Filmemachers unterstützte. Des Weiteren vergab das Gremium Förderungen für die Verfilmung eines jugendlichen Bestsellers (TEENIE LEAKS, geschrieben von einem 15jährigen Berliner Schüler) und drei neue Kinderfilme (KLEINER KÖNIG KALLE WIRSCH von Jens Urban, RICHARD DER ZWEITE von Reza Memari und DELFINENSOMMER von Sina Flammang). Unter den geförderten Treatments ist mit LEAS TÖCHTER unter anderem ein Dokumentarfilm über Lea Ackermann, die deutsche Ordensschwester und Gründerin der international tätigen Hilfs- und Lobbyorganisation SOLWODI.

KLEINER KÖNIG KALLE WIRSCH
Autor:         Jens Urban
Produktion:     Südstern Film GmbH & Co. KG / Goldkind Film GmbH
Förderung:     30.000 Euro
Im Mittelpunkt der Geschichte – ebenso wie JIM KNOPF UND LUKAS DER LOKOMOTIVFÜHRER erfolgreich von der Augsburger Puppenkiste aufgeführt – steht der König der Erdmännchen Kalle Wirsch, der ins Reich der Menschen katapultiert wird. Hier begibt er sich mit den beiden Kindern Max und Jenny auf die Suche nach dem verlorenen Stein des Lebens.

DELFINENSOMMER
Autorin:     Sina Flammang
Produktion:     Roxy Film GmbH
Förderung:     30.000 Euro
In diesem Kinderfilm reist ein mutiges Mädchen zusammen mit einem Delfin in eine magische Welt, um hier ihren vor kurzem verstorbenen Vater wiederzufinden. Hier jedoch muss sie sich dann entscheiden zwischen der Welt ihrer Träume und der Realität.

RICHARD DER ZWEITE
Autor:         Reza Memari
Produktion:     Knudsen & Streuber Medienmanufaktur GmbH
Förderung:     30.000 Euro
In seinem ersten Kinder-Abenteuerfilm musste Richard den Beweis antreten, ein Storch zu sein – jetzt gilt es, als astreiner Spatz durchzugehen – dies alles, nur weil er sich Hals über Kopf in ein freches Spatzenmädchen verguckt hat…

 

Mit Inkrafttreten des neuen Filmförderungsgesetzes (FFG) am 1. Januar 2017 werden Anträge auf Drehbuchförderung und Projektfilmförderung künftig gemeinsam von der neuen ‚Kommission für Produktions- und Drehbuchförderung‘ entschieden.

Anträge auf Förderung können somit ab dem 1. Januar 2017 nach vorheriger Beratung durch die FFA laufend eingereicht werden. Spätestens vier Wochen vor einer Sitzung müssen die Förderanträge von der FFA auf Vollständigkeit geprüft worden sein.

Die erste Sitzung der ‚Kommission für Produktions- und Drehbuchförderung‘ findet am 4. und 5. April 2017 statt.

Überraschende Neuigkeiten von der FFA: Drei Animationsfilme führen die Liste der besucherstärksten Arthouse-Filme 2015 an: „INSIDE OUT“, „Shaun das Schaf““Hotel Transsilvanien 2“

Die FFA-Studie „Programmkinos in der Bundesrepublik Deutschland und das Publikum von Arthouse-Filme im Jahr 2015 – Analyse zu Auslastung, Bestand, Besuch und Eintrittspreis sowie zu soziodemografischen, kino- und filmspezifischen Merkmalen“ (Hier der LINK zum PDF-Dokument) weist mehrere interessante Details auf. Unter anderem führen drei Animationsfilme die Top 50 der Arthouse-Filme an. Persönlich hätte ich jetzt einfach nicht vermutet, dass Pixars INSIDE OUT/Alles steht Kopf in Deutschland als Arthouse Film angesehen wird. Oder „Hotel Transsilvanien 2“, auch „Shaun das Schaf“ oder „Paddington“ kamen mir nicht als Arthouse-Kino in den Sinn, obwohl man da vielleicht noch diskutieren könnte. Und was war nochmal die Definition eines Arthouse Films. Wogegen setzt er sich ab? Mainstream Entertainment?

Und immerhin 4.7% der deutschen Kinogänger wählen einen Film aus aufgrund von Special Effects  bzw. Animation! Das ist das sechststärkste Argument für die Filmauswahl! Also immerhin noch vor dem Argument „Buchvorlage“, „Erreichbarkeit des Kinos“ oder „besondere Auszeichnung des Films“…

Und jetzt kann jeder anfangen mal zu rechnen, wieviele der Filme in den Top 50 Animations-Filme oder VFX-Hybriden sind. Immerhin die beiden deutschen Trickfilme aus der Reihe „Der Kleine“ nämlich „DER KLEINE RABE SOCKE 2“ und „DER KLEINE DRACHE KOKOSNUSS“ haben es unter die Top 20 gebracht. Chapeau! Beide liegen noch vor Steven Spielbergs „Bridge of Spies“. Abgeschlagen auf Platz 29 „Der kleine Prinz“

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Auswertung der TOP 75-Filmtitel des Jahres 2015 nach soziodemografischen sowie kino- und filmspezifischen Informationen

Minions und Inside Out in den Top Ten – 14 Filme der Top 25 sind entweder direkte Animationsfilme oder VFX-Filme!

Der kleine Drache Kokosnuss mit 464.738 Zuschauern auf Platz 62

Kleiner Rabe Socke 2 mit 371.677 Zuschauern auf Platz 75

Die 75 erfolgreichsten Filme des letzten Jahres haben 107,1 Mio. Besucher (2014: 89,8 Mio.) in die Kinos gelockt – und waren damit allein für 79% aller Ticketverkäufe im Jahre 2015 verantwortlich. Darunter befanden sich insgesamt 16 deutsche Produktionen, die mit 29,5 Mio. Besucher über ein Drittel (34%) mehr Menschen ins Kino lockten als die 21 deutschen Filme im Jahr davor (21,9 Mio.). In der Bewertung nach Schulnoten begeisterte Still Alice – Mein Leben ohne Gestern das Publikum im letzten Jahr am meisten: Die Romanverfilmung erhielt die Bestnote 1,27, kurz dahinter Til Schweigers Tragikomödie Honig im Kopf (1,30) vor der französischen Komödie Monsieur Claude und seine Töchter (1,37). Diese Zahlen weist die neue FFA-Studie „Auswertung der TOP 75-Filmtitel des Jahres 2015“ aus, mit denen die Filmförderungsanstalt die erfolgreichsten Filme eines Jahres analysiert.

Hier der Downloadlink Auswertung der Top 75-Filmtitel des Jahres 2015

Filmförderung in Sachen VFX – Kommentar von Florian Gellinger (RISE FX) zum German Motion Picture Fond

Ein neuer Filmfördertopf des Bundeswirtschaftsministeriums soll auch und besonders für VFX und Animation genutzt werden. Der Link zur entsprechenden Website des Ministeriums findet sich hier! Auch die FFA hat dazu eine Webseite eingerichtet, sie findet sich hier. Zum Förderungstopf gab es in Berlin bereits eine Informationsveranstaltung vom Ministerium, der FFA und dem Medienboard (INDAC berichtete) und auch in Köln und München wird es demnächst dazu Aufklärungs-Termine geben (Hier der Link zu den Terminen)

Am vergangenen Montag haben wir auf dem INDAC Blog den Kommentar von Heiko Burkardsmeier zum neuen German Motion Picture Fond gepostet, hier folgt nun der Brief von Florian Gellinger von RISE FX  mit seiner Stellungnahme zur neuen Förderung des Bundes-Wirtschaftsministeriums! Herzlichen Dank! Ich würde mich über weitere Kommentare sehr freuen!

 

Lieber Johannes –

natürlich haben auch wir bei RISE die Nachricht über den German Motion Picture Fund mit Freude aufgenommen. Grundsätzlich ist der Ansatz VFX und digitale Bildbearbeitung gesondert zu honorieren sehr zu begrüßen.

Zum groben Überblick: Filme mit mehr als 13 Millionen Euro deutschen Herstellungskosten (bei mehr als 25 Millionen Euro insgesamt) werden generell mit 10% gefördert. Wenn davon mind. 1 Million Euro in deutsche VFX Bearbeitung fließt erhöht sich die gesamte Förderung automatisch auf 20%, maximal jedoch 2,5 Mio. Förderausschüttung. Für Serien gelten ähnliche Regeln.

Der Anreiz für Produzenten zusätzlich zum Dreh in Deutschland hier auch die digitale Bearbeitung in Auftrag zu geben wächst dadurch beträchtlich – solange man mit dem Dreh nicht sowieso 25 Millionen Euro ausgibt und die 2,5 Mio. Euro Förderung (bei 10% ohne VFX) bereits erschöpft sind. Das wäre bei großen, VFX-lastigen Blockbustern eigentlich fast immer der Fall, der Anreiz entfällt.

Die Beauftragung der visuellen Effekte, im Gegensatz zum Dreh, kann sehr viel leichter an Firmen in vielen Ländern verteilt werden in denen nicht gedreht und keine sonstige Produktionsinfrastruktur aufgebaut wurde. Um die VFX von so einem Projekt genau wie sonst in Kanada oder Großbritannien gefördert zu bekommen wäre es weiterhin nötig mind. 13 Millionen Euro in Deutschland auszugeben. Das ist angesichts der aktuellen Größe der gesamten deutschen VFX-Industrie denkbar aber unrealistisch. D.h. es werden eigentlich weiterhin nur Produktionen gefördert, die hier auch drehen.

Wenn man sich die Mannschaftsstärke der größten produzierten Filme in den vergangenen Jahren ansieht wird klar:

–          Der VFX Anteil steigt überproportional.

–          Die VFX-Arbeit wird fast ausschließlich in VFX-fördernde Regionen verteilt (Kanada, Großbritannien, Neuseeland).

–          Die VFX-Bearbeitung geht meistens über einen sehr viel längeren Zeitraum als der Dreh und führt zu längeren Beschäftigungsverhältnissen.

–          Der kreative, sichtbare Anteil am Film überwiegt teilweise den des klassischen Artdepartments da Kulissen immer weniger physisch sondern immer mehr digital gebaut werden.

–          Im VFX-Department sind mittlerweile fast genauso viele oder sogar mehr Mitarbeiter beschäftigt als beim gesamten Dreh (Quelle: IMDB):

o   Avengers: Age of Ultron (Dreh: 1629, VFX: 1601)

o   Mad Max: Fury Road (Dreh: 1006, VFX: 564)

o   Life of Pi (Dreh: 965, VFX: 1193)

o   The Walk (Dreh: 283, VFX: 408)

o   Interstellar (Dreh: 605, VFX: 360)

Abschließend ist zu sagen: Bisher hätte sich kein einziger Film an dem wir jemals gearbeitet haben (und der nicht in Deutschland gedreht wurde) für DFFF oder die neue GMPF Filmförderung qualifiziert – nicht einmal Guy Ritchie’s “The Man from UNCLE”, der zu großen Teilen in unserer digitalen Rekonstruktion des Berlins von 1963 spielt weil er leider in London gedreht wurde. Im Hinblick auf die Entwicklung der gesamten globalen Filmbranche denken wir es ist Zeit für einen generellen Paradigmenwechsel bei deutschen Förderrichtlinien – obwohl der GMPF schon ein sehr wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist.

Was wir in Zukunft brauchen ist ein Förderinstrument, dass dem überproportional wachsenden Anteil von visuellen Effekten bei Filmproduktionen Rechnung trägt und gezielt mittlere und große Produktionen zur digitalen Nachbearbeitung nach Deutschland holt. Wir müssen hier über die nächsten Jahre die Strukturen und Kapazitäten in der VFX Bearbeitung aufbauen, die durch ihren elementaren Beitrag in der Zukunft als Anreiz für die konventionelle Produktion dienen werden.
Ganz liebe Grüße,

Florian

Florian Gellinger – Visual Effects Supervisor – RISE

Florian Gellinger has worked extensively as a visual effects designer in both compositing and 3D, making it his bs-24-32-DW-Kultur-Mainzmission to reconcile the two practices. In 2005/2006 Florian supervised the vfx work on Roman Polanski’s Oliver Twist and assisted director Catherine Hardwicke for Newline Cinema’s „The Nativity Story“. Shortly after he founded RISE together with Markus, Robert and Sven. His work as visual effects supervisor and some of the radical new techniques he used for the German film „This is Love“ directed by Matthias Glasner received overwhelming feedback from the vfx community and made RISE known across the globe. Since then he has supervised work on such films as „Harry Potter and the Deathly Hallows“, „Captain America“ and „X-Men: First Class“.

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