Die INDAChs Kritik von Friederike Trunzer zu „LOGAN – The Wolverine“

Ob beabsichtigt oder nicht, der neue X-Men Film „Logan – The Wolverine“ zeichnet eine Welt, die fast wie ein böser, dunkler Ausblick in die Zukunft daherkommt.
Es ist 2029 und in Amerika werden Minderheiten und Andersartige mit Vorbehalt beäugt und verfolgt. Die Helden früherer Tage sind Vergangenheit – Sie sind untergetaucht oder ganz verschwunden. Als Zuflucht gilt unter den wenigen verbliebenen Mutanten Kanada – ein Land in dem auch für Minderheiten noch Freiheit und Frieden herrschen soll.
Dagegen herrscht in den USA ein korruptes Systems, dass das Andersartige – die natürlich entstandenen Mutanten –  ausmerzen will und durch künstlich gezüchtete Wesen ohne Moral, Gewissen und Gefühle ersetzt.
In dieser Welt ist aus dem einstigen Kämpfer Wolverine ein deutlich in die Jahre gekommener, von Alkoholkonsum und alten Verletzungen gezeichneter, verbitterter Mann geworden. Sein Lebensziel besteht darin, möglichst unauffällig ein „normales“ Leben zu führen, um so schnell wie möglich an genügend Geld zu kommen, damit er sich und Charles Xavier, der inzwischen an Alzheimer leidet, in Sicherheit bringen kann.
Doch den wenigen verblieben X-Men steht noch ein letzter Kampf bevor, denn als Laura, eine junge Mutantin ihren Weg kreuzt, geraten Sie zwischen die Fronten und Logan muss sich entscheiden.
Logan – The Wolverine  kommt streckenweise wie ein Roadmovie daher, aber der Film wird Aktion-Fans trotzdem nicht enttäuschen, denn die enthaltenen Aktion-Szenen sind einfach atemberaubend umgesetzt. Kam in letzter Zeit so manche Marvel Verfilmung fast lieblos vom Band produzierter daher, setzt sich Logan deutlich von diesen Produktionen ab.
Es ist ein clever aufgebauter Film mit fantastischen Aktion-Sequenzen. Diese könnten zwar hin und wieder für zartbesaitete Naturen etwas hart sein, aber sie sind hervorragend umgesetzt. Auch nicht unerwähnt soll an dieser Stelle die wirklich richtig gute Filmmusik bleiben.
Eine absolut beeindruckende Leistung liefert Dafne Keen, die Darstellerin von Laura ab, die im Film die künstlich gezeugte Tochter von Logan spielt. Die schauspielerische Leistung und die Bandbreite an Gefühlen die Dafne Keen trotz ihres sehr jungen Alters darbietet sind grandios. Sie schafft es weite Strecken im Filme ohne Worte den Zuschauer an ihrem Gefühlszustand teilzuhaben. Eine wirklich starke Leistung!
Insgesamt kann ich nur sagen: absolut sehenswert und von mir beide Daumen ganz weit noch oben!
Friederike Trunzer
https://youtu.be/Z_KJncmc704

Die INDAChs Kritik von Friederike Trunzer zu Pixars Findet Dorie

Ich muss gestehen, ich war echt neugierig und gespannt wie ein Flitzebogen auf „Finding Dory“ den neuen Pixar Animationsfilm, der uns dreizehn Jahre nach „Finding Nemo“ die Geschichte des kleinen blauen Doktorfisches Dory erzählt.

Auch wenn „Finding Dory“ mit einem Einspielergebnis von 9,2 Mio USD am ersten Wochenende in den USA einen neuen Rekord aufgestellt hat, muss ich gestehen bin ich bei Fortsetzungen immer recht skeptisch, da uns allzu oft nur aufgewärmte Geschichten aufgetischt werden. Oft geht es hierbei mehr um Gewinnmaximierung der Großkonzerne als um ein echtes Filmerlebnis.

Und so saß ich im Kino und der Vorhang öffnete sich zu „Finding Dory“. Die Figuren sind einem sofort vertraut, da man Dory, Nemo und Marlin natürlich noch aus „Findig Nemo“ kennt. Aber keine Angst, neben den altbekannten Charakteren gibt es auch jede Menge neue Figuren, die man auf der Reise der optimistischen, fröhlichen und fürchterlich vergesslichen Dory auf der Suche nach Ihren Eltern, kennenlernt. Grundsätzlich geht es also wieder um Eltern- und Kindfische die sich in den weiten des Ozeans verloren haben und sich wiederfinden wollen. Sprich die Geschichte kommt einem doch sehr bekannt vor.

Deshalb besticht meiner Meinung nach der Film auch nicht durch eine hervorragende Story, da diese „Finding Nemo“ einfach viel zu nachempfunden ist, sondern die Kraft und die Stärke des Films liegt in den Persönlichkeiten der Charaktere. Der Film wird durch die Hauptfiguren getragen. Die liebenswerte, optimistische Dory, der griesgrämige Hank oder die treu, wenn auch etwas tollpatschige Destiny wachsen einem einfach sofort ans Herz.

Ich bin totaler Hank-Fan! Hank ist ein griesgrämiger Oktopus, der genau genommen ein Septopus ist, dessen Lebensziel darin besteht ein schönes, möglichst einsames, abgeschiedenes und ruhiges Aquarium für sich alleine zu ergattern, bis er auf Dory trifft. Der kleine blaue Doktorfisch stellt mit dem Verlust ihres Kurzzeitgedächtnisses Hanks Leben völlig auf den Kopf und zusammen müssen die beiden viele Abenteuer bewältigen.

Absolut beeindruckend ist die Animation von Hank. Als Animator möchte man sich gar nicht vorstellen wie es sein muss, einen Septopus mit sieben verschieden asynchronen Tentakeln animieren zu müssen. Aber erwartungsgemäß ist Pixar einmal mehr ein echtes Animationswunder gelungen. Hanks Bewegungen sind wirklich mehr als beeindruckend!

Definitiv Erwähnung und höchstes Lob sollte noch die stimmliche Leistung von Ellen DeGeneres als Dory in der Originalfassung erhalten. Sie liefert wirklich eine wahre Meisterleistung ab und lässt mit Ihrer Performance Dory erst zu dem Charakter werden, der sie ist.

Finding Dory ist ein herzerwärmender Film für Groß und Klein. Sicherlich nicht der beste Animationsfilm ever, aber definitiv ein netter Film der den Zuschauern einen tollen, lustigen und unterhaltsamen Nachmittag beschert.

Friederike Trunzer, Storyboard & Animation, Hamburg

http://www.rike-trunzer.de/

 

 

Kontakt

Wir sind erreichbar! Seid nicht schüchtern, schreibt uns oder schickt uns eine Zeichnung.