Die INDAC Kritik von Mario Doll zu J.A. Bayonas „Jurassic World Das Gefallene Königreich“

Einige Jahre nach den dramatischen Vorfällen im Dinosaurier Park auf Isla Nublar, droht dort der als inaktiv geglaubte Vulkan auszubrechen und alle letzten auf der Welt lebenden Dinos für immer zu vernichten. Benjamin Lookwood (James Cromwell), der ehemalige Geschäftspartner von John Hammond, heuert daraufhin Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) und Owen Grady (Chris Pratt) an, wenigstens einige Dinosaurier von der Insel zu retten und der Nachwelt zu erhalten. Lookwood´s rechte Hand Eli Mills (Rafe Spall) verfolgt dabei jedoch ganz eigene Ziele und spielt ein falsches Spiel mit allen Beteiligten und will die Dinos nur zu einem Zweck retten: diese nämlich als lebende Waffen meistbietend an Regierungen, Privatleute, Pharmaindustrie und zwielichtigen Gestalten verschachern. Besonders die eigens im Labor gezüchtete neue, gefährliche und höchst intelligente Spezies „Indoraptor“ soll wegweisend für die Zukunft werden. Aus diesem Grund wird auch unbedingt Owen´s Lieblingsdino, der Velociraptor Blue als fehlendes Bindeglied für die Weiterentwicklung des perfekten „Indoraptor“ benötigt…

Die Dinos brüllen wieder. „Endlich“ dachte ich und hatte mich so sehr auf den fünften Ableger des Franchise gefreut. Und ich muss schon sagen, dass die Dino-Action selbst wieder einmal richtig gut gelungen ist. Die Dinos sind erneut sagenhaft animiert und TOP in Szene gesetzt worden und waren wohl noch nie „lebendiger“ im Kino. Regisseur Juan Antonio Bayona („Sieben Minuten nach Mitternacht“) hat hier tatsächlich einmal wieder eine sehr schöne Arbeit abgeliefert. Gerade die Eröffnungssequenz war sehr düster, atmosphärisch und einfach nur „groß“ angelegt und machte so richtig Lust auf das was da noch kommen sollte…
Das war es aber auch dann schon. LEIDER! Denn LEIDER musste er sich ja an das Drehbuch halten und das Script selbst ist nämlich ein absoluter Witz… Nein, kein Witz, denn dann würde ich zumindest lachen können! Die Story ist einfach nur armselig zusammengestrickt und an Logikfehler und Lächerlichkeiten (z.B. der Transport, die Reisezeit und die viel zu kleine Unterbringung der teilweise Riesendinos) nicht zu überbieten. Es ist einfach langsam ermüdend, wenn der T-Rex wieder einmal im letzten Moment zum Kampf dazwischen springt, so wie in allen vier Teilen davor. Unzählige andere Ideen erinnerten ebenfalls sehr stark an „Wiederholungsszenen“ (z.B. als Maisie -gespielt von Isabella Sermon- in einem Küchenaufzug die Türe nach unten zuschieben will oder der Indoraptor „ungeduldig“ mit der Kralle auf den Boden klopft oder die angekettete Ziege, die dem T-Rex als Futter angeboten wird, usw.) aus den Vorgängern. „Hommage“??? „Witzig“??? Nein, eher einfallslos! Man merkt, dass „Jurassic World – Das gefallene Königreich“ der mittlere Teil der Trilogie ist, die mit dem dritten Teil 2021 ihren Abschluss finden soll. Ganz ehrlich: falls da nicht wieder ein richtiger Kracher (so wie der allererste „Jurassic Park“) ins Kino kommen sollte, dann befürchte ich, dass die Dinos tatsächlich für immer aussterben werden! Und das wäre dann auch gut so…

Mir hat er nur 50/50 gefallen (es lag ausschließlich an der schwachen Story!) und es stellt für mich den bisher schwächsten Teil der Dino-Reihe dar!

Mario Doll, Berlin

 

UNIVERSAL SCREENING: JURASSIC WORLD: DAS GEFALLENE KÖNIGREICH (3D)

In Zusammenarbeit mit  Universal Pictures International Germany darf INDAC jeweils 3 Animations-/VFXschaffende zu den Presse-Screenings des Films „JURASSIC WORLD: DAS GEFALLENE KÖNIGREICH (3D)“ einladen. Die Vorführungen finden statt in  Köln, Berlin, München und Hamburg. Die Teilnehmer verpflichten sich obligatorisch, eine Filmkritik für den INDAC Blog zu verfassen, die zeitnah um den Filmstart auf dem INDAC Blog veröffentlich wird. Details weiter unten!

Nur auf INDAC.org registrierte Mitglieder der deutschen Animations- und VFX Community können sich für die Teilnahme an den Screenings bewerben.

Alle Vorführungen zeigen den Film in seiner Deutschen Fassung  – Die Länge des Films wird mit 129 Minuten beziffert.

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Die INDAChs Kritik von Finn-Ole Mehl zu „Sieben Minuten nach Mitternacht – (A Monster Calls)“

Ab dem 4. Mai in den deutschen Kinos!!!

Der junge Connor hat einige Probleme: sein Vater lebt im fernen Amerika, seine Mutter leidet an Krebs, ihm droht ein Leben bei seiner äußerst strengen Großmutter, in der Schule wird er verprügelt und nachts quälen ihn Alpträume. Doch ein baumartiges Monster will ihm helfen und dafür muss er nur eins tun: die Wahrheit sagen.
Der Film, basierend auf dem Kinderbuch von Patrick Ness, der auch das Drehbuch schrieb, ist ein wundervoll erzähltes, fantasievolles und großartig besetztes Drama. Hauptdarsteller Lewis MacDougall ist ein noch recht unbeschriebenes Blatt, überzeugt aber komplett. Felicity Jones (zuletzt als Rebellenhoffnung in “Rogue One – A Star Wars Story” zu sehen) und Sigourney Weaver (die wohl keiner Vorstellung bedarf) liefern ebenfalls großartige Darstellungen. Und natürlich darf Liam Neeson als fantastisch grollende Stimme des Monsters nicht unerwähnt bleiben.
Das Monster selbst wird durch eine liebevolle Kombination aus Animatronics (gebaut vom “Pans Labyrinth” Team) und CGI zum Leben erweckt. Die Geschichten, die das Monster erzählt, werden durch wundervoll animierte Sequenzen visualisiert.
Und während noch etliche dieser Zeilen mit Namen und technischen Hintergrundinformationen gefüllt werden könnten, zählt am Ende nur, dass “A Monster Calls” eine absolut berührende Geschichte über den Umgang mit dem drohenden Verlust eines geliebten Menschen erzählt. Jedes Bild des Films ist ein visuelles, emotional geladenes Kunstwerk – und selten greifen Bildsprache und Handlung so gut ineinander wie bei “A Monster Calls”.
Patrick Ness und Regisseur J. A. Bayona haben hier ein Meisterwerk geschaffen.
Ich kann eine uneingeschränkte Kinoempfehlung für alle aussprechen, die Filme mit starken, anspruchsvollen Geschichten und bezaubernden Bildern lieben. (Wer etwas näher am Wasser gebaut sein sollte, dem seien Taschentücher geraten.)
Kritik von Finn-Ole Mehl

Spanische Filmpreise vergeben! Und die Goyas gehen an: Sieben Minuten nach Mitternacht, Psiconautas und Decorado

Hier die Gewinner des spanischen Filmpreises GOYA in Sachen Animation und VFX. Bemerkenswert waren zwei Dinge:

„A MONSTER CALLS“, der in Deutschland unter dem Titel „Sieben Minuten nach Mitternacht“ in die deutschen Kinos kommen wird (Deutschlandstart am 4. Mai!!!) gewann in 9 Kategorien, unter anderem in den Kategorien Betse Regie und Beste Effekte. Insgesamt war der Film 12 mal nominert, u.a. für den Besten Film

Der spanische Animator Alberto Vazquez gewann sowohl in der Kategorie „Bester Animationsspielfilm“ für „Psiconautas“ als auch in der Kategorie „Bester Animations-Kurzfilm“ für „Decorado“

A Monster calls  – Sieben Minuten nach Mitternacht

Beste Regie: J. A. Bayona

Beste Kamera: Óscar Faura

Beste Art Directon: Eugenio Caballero

Bester Filmschnitt: Bernat Vilaplana & Jaume Martí

Beste Filmmusik: Fernando Velázquez

Beste Production Supervision: Sandra Hermida Muñiz

Bester Ton: Peter Glossop, Oriol Tarragó & Marc Orts

Beste Spezialeffekte: Pau Costa & Félix Bergés

Bestes Makeup und Haare: Marese Langan & David Martí

außerdem nominiert in den folgenden Kategorien:

Bester Film

Beste Nebendarstellerin: Sigourney Weaver

Bestes adaptiertes Drehbuch: Patrick Ness

 Bester Animations Spielfilm:

“Psiconautas –  The Forgotten Children,” (Alberto Vázquez, Pedro Rivero)

ANIMATED SHORT FILM:

“Decorado,” (Alberto Vázquez)

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