Die INDAChs Kritik von Markus Müller zu J. A. Bayonas „Sieben Minuten nach Mitternacht (A Monster Calls)“

Danke für die Gelegenheit den Film vorab zu sehen. Wie immer toll organisiert und mit der Fragerunde mit dem Autor am Ende ein wirklich toller Einblick in den Entstehungsprozess.
Die Flucht aus der Einsamkeit
 
Das Fantasydrama von J.A. Bayona, das uns vorab in der Kulturbrauerei vorgestellt wurde, nahm uns mit in eine englische Kleinstadt und den traurigen Alltag eines Jungen, der unter der Krankheit seiner Mutter und den damit einhergehenden Verlustängsten leidet. Sein Vater hat auf einem anderen Kontinent eine neue Familie gegründet und ist nur noch sporadisch für ihn da. Seiner verhassten Großmutter, die sich widerwillig um ihn kümmern will, versucht er aus dem Weg zu gehen. In der Schule wird der als Freak geltende Conor gemobbt, da er sich in seine (gezeichneten)Traumwelten zurückzieht. Was dann geschieht ist fantastisch, surreal und herzzerreißend zugleich. 
 
Die Darstellerriege ist durchweg toll. Das Setting ist notwendig trist und stellt einen wohldosierten Kontrast zu den einfallsreich animierten Zwischensequenzen dar, in denen man sich in die Träume von Conor begibt. Fantasievoll umgesetzt wecken diese Einschübe Erinnerungen an die Animationszwischensequenzen aus dem letzten Harry Potter Film. Das Monster wiederum erinnert an eine Mischung aus Baumbart (Herr der Ringe) und Groot (Guardians) und hat mit Liam Neeson den passenden stimmlichen Charakter. 
 
Der junge Conor wird hierbei von Lewis MacDougall (eingen vielleicht bekannt aus Pan, 2015) dargestellt, von dem man in Zukunft sicher noch mehr hören wird. Ich würd’s mir wünschen! Seine Darstellung eines innerlich zerrissenen Jungen ohne Freunde und einer sich in seine Bestandteile auflösenden Familie hat den kompletten Film getragen und sorgte zum Schuss dafür, dass kein Auge trocken blieb.
 
Schön war es auch den Autor der Romanvorlage Patrick Ness ein paar Hintergründe zur Arbeit an seinem (Dreh)Buch erläutern zu hören, seine Erklärungen zur unterschiedlichen Wahrnehmung von Büchern und Filmen (und der damit einhergehenden Abweichung bei Drehbüchern zu den Romanvorlagen) oder auch seiner Erkenntnis, dass ein solcher Film von Kindern und Erwachsenen mitunter komplett anders wahrgenommen wird. 
 
Ein sehr schöner Film: traurig, fantasievoll, mit einer hinreissend aufspielenden Darstellerriege und gut gemachten Effekten.

Die INDAChs Kritik von Norbert Kerkhey zu „Sieben Minuten nach Mitternacht (A Monster Calls)“

Eine sehr persönliche Rezension

Achtung: diese Rezension enthält Spoiler!!! Ich hasse Spoiler, aber sie waren in diesem Fall nicht zu vermeiden!

Ja, es ist ein sehr guter Film, gewaltiges, überwältigendes Gefühlskino. Und: Nein, ich werde ihn kein zweites Mal ansehen und ihn auch niemandem, erst recht keinem Kind, empfehlen.

Vielleicht liegt es ja nur an mir, aber ich mag nun einmal keine Filme, aus denen ich todtraurig in die an sich schon nicht so lustige Wirklichkeit entlassen werde.

„Sieben Minuten nach Mitternacht“ erzählt eine Geschichte von der Notwendigkeit des Loslassens: Conors Mutter ist todkrank. Der 13-Jährige klammert sich an die Chance ihrer Heilung. Die uralte Eibe auf dem Kirchhof wird zum Monster, das Conor dazu auffordert, sich der Wahrheit zu stellen, die er längst kennt.

Ich möchte keine Bemerkungen über die technische, schauspielerische oder visuelle Qualität dieses Films verlieren. Vielleicht fällt anderen Rezensenten dazu etwas anderes ein als: Perfekt! Mir geht es nur um die Story.

Und die hat es in sich, sie wird perfekt erzählt, die filmische Präsentation ist (Achtung: neudeutsch!) derart immersiv, dass ich sie als überperfekt empfunden habe. Kurzum: ich empfinde Conors Weigerung, den kommenden Tod seiner Mutter als unausweichlich hinzunehmen, als meine eigene Weigerung, etwa 60 Minuten lang kämpfe ich um meine Hoffnung, diese Story könne against all odds doch noch gut ausgehen, dann siegt mein filmanalytischer Sachverstand, und ich gebe auf – Conor gibt erst viel später auf. Den Rest des Films bin ich todtraurig über die Unausweichlichkeit und stinksauer über den Film, der mir diesen Gefühlscocktail antut.

Zum Glück hat die Produktion an die schweren Abschlussakkorde, die auf dem beginnenden Abspann weiter klingen, noch für den Rest des Abspanns ein nettes Liedchen aufgepackt, so dass ich meine Stimmung nicht mit in die Wirklichkeit retten konnte. Vermutlich eine Idee der Marketing-Abteilung. Danke, ihr gefühllosen Ignoranten!

Norbert Kerkhey

Http://www.zone5.info

 

Die INDAChs Kritik von Finn-Ole Mehl zu „Sieben Minuten nach Mitternacht – (A Monster Calls)“

Ab dem 4. Mai in den deutschen Kinos!!!

Der junge Connor hat einige Probleme: sein Vater lebt im fernen Amerika, seine Mutter leidet an Krebs, ihm droht ein Leben bei seiner äußerst strengen Großmutter, in der Schule wird er verprügelt und nachts quälen ihn Alpträume. Doch ein baumartiges Monster will ihm helfen und dafür muss er nur eins tun: die Wahrheit sagen.
Der Film, basierend auf dem Kinderbuch von Patrick Ness, der auch das Drehbuch schrieb, ist ein wundervoll erzähltes, fantasievolles und großartig besetztes Drama. Hauptdarsteller Lewis MacDougall ist ein noch recht unbeschriebenes Blatt, überzeugt aber komplett. Felicity Jones (zuletzt als Rebellenhoffnung in “Rogue One – A Star Wars Story” zu sehen) und Sigourney Weaver (die wohl keiner Vorstellung bedarf) liefern ebenfalls großartige Darstellungen. Und natürlich darf Liam Neeson als fantastisch grollende Stimme des Monsters nicht unerwähnt bleiben.
Das Monster selbst wird durch eine liebevolle Kombination aus Animatronics (gebaut vom “Pans Labyrinth” Team) und CGI zum Leben erweckt. Die Geschichten, die das Monster erzählt, werden durch wundervoll animierte Sequenzen visualisiert.
Und während noch etliche dieser Zeilen mit Namen und technischen Hintergrundinformationen gefüllt werden könnten, zählt am Ende nur, dass “A Monster Calls” eine absolut berührende Geschichte über den Umgang mit dem drohenden Verlust eines geliebten Menschen erzählt. Jedes Bild des Films ist ein visuelles, emotional geladenes Kunstwerk – und selten greifen Bildsprache und Handlung so gut ineinander wie bei “A Monster Calls”.
Patrick Ness und Regisseur J. A. Bayona haben hier ein Meisterwerk geschaffen.
Ich kann eine uneingeschränkte Kinoempfehlung für alle aussprechen, die Filme mit starken, anspruchsvollen Geschichten und bezaubernden Bildern lieben. (Wer etwas näher am Wasser gebaut sein sollte, dem seien Taschentücher geraten.)
Kritik von Finn-Ole Mehl

Der beeindruckende VFX Breakdown von Glassworks, Barcelona zu „SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT“ (A Monster Calls)

Neu auf dem INDAC Channel: Die Featurette zu der beeindruckenden Arbeit vom spanischen Effects-House GLASSWORKS aus Barcelona am Juan Antonio Bayonas fantastischer Verfilmung von Patrick Ness berühmten Roman „Sieben Minuten nach Mitternacht“

Hier geht es zur Webseite von GLASSWORKS, Barcelona!

Die Tumulte der Kindheit, die helle Freude, die rasende Wut, die dunklen Abgründe: Das sind die Themen des US-amerikanischen Schriftstellers Patrick Ness. In seinem vielfach preisgekrönten Roman SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT erzählt er von Connor, der noch nicht erwachsen ist, aber auch kein Kind mehr sein kann. Kongenial verfilmt hat das Buch nun der spanische Regisseur Juan Antonio Bayona, der mit „Das Waisenhaus“ (2008) und „The Impossible“ (2013) bereits zweimal beeindruckendes und spannendes Gefühlskino ablieferte. Die Gratwanderung zwischen Fantasie und Realität gelingt ihm auch dank einer beeindruckenden Darstellerriege: Sigourney Weaver („Avatar – Aufbruch nach Pandora“), Felicity Jones („Die Entdeckung der Unendlichkeit“) sowie Liam Neeson („Non-Stop“) als Monster spielen an der Seite von Newcomer Lewis MacDougall. Produzent ist Belén Atienza („Pans Labyrinth“). SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT war 2016 der erfolgreichste Film in den spanischen Kinos

Der Film startet am 4. Mai in den deutschen Kinos im Verleih von STUDIOCANAL

Teilnehmerlisten für die Screenings von „Sieben Minuten nach Mitternacht“ in Berlin, Hamburg und München

Grandiose Buchverfilmung ausgezeichnet mit neun Goyas mit Liam Neeson und Sigourney Weaver

Anmeldungen noch bis Dienstag, 18. April möglich

Anmedeformular findet sich hier:

INDAC SCREENING: SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT – BERLIN, HAMBURG, MÜNCHEN

Bisher nominiert sind folgende INDACHSE:

Berlin, Donnerstag, 20. April 2017, 15.00 Uhr

Mahmoud Alkawadri

Norbert Kerkhey (bestätigt)

Finn-Ole Mehl (bestätigt)

Philipp Möde (bestätigt)

Marco Rosenberg (bestätigt)

 

Hamburg, Freitag, 21. April 2017, 10.00 Uhr

Esther Kaufmann (bestätigt)

Marina Hartfelder
München, Freitag, 21. April, 11.00 Uhr

n.n.

BERLIN: INDAC Special: PREMIERE von „SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT“ (A Monster calls)

In Zusammenarbeit mit StudioCanal darf INDAC 10 Animationschaffende zu der Premiere des Films „Sieben Minuten nach Mitternacht“ in Berlin einladen!

Der mehrfach ausgezeichnete Buchautor des Romans „Sieben Minuten nach Mitternacht“, Patrick Ness, der auch das Drehbuch schrieb, ist zu Gast.

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INDAC SCREENING: SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT – BERLIN, HAMBURG, MÜNCHEN

Wir haben bereits Anfang des Jahres zu den ersten Screenings dieses Films einladen dürfen, jetzt gibt es nochmal die Möglichkeit in Hamburg, Berlin und München zu einer Vorabbegegnung mit einem der schönsten Filme des Jahres. Ich gebe gerne zu, dass ich bei der Vorführung in Köln gelacht und geweint habe. Insgesamt neun Goyas gewann der Film, viel zu wenig! In Zusammenarbeit mit StudioCanal darf INDAC nun jeweils 5 Animationschaffende zu den Pressevorführungen des Films SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT zu den drei letzten Screenings in Berlin, München und Hamburg vor dem regulären Kinostart am 4. Mai einladen – Der Film wird in der OmU Version gezeigt!

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Kontakt

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