Die INDAChs Kritik von Kristina Kister zu Tim Burtons „Die Insel der besonderen Kinder“

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„Die Insel der besonderen Kinder“ ist ein typischer Tim Burton Film: Wahnsinnig stimmiges Setting, tolle Athmosphäre, sehr passende und talentierte Schauspieler und die Story eher…geht so.
Als großer Fan von Tim Burton fällt mir leider bei so gut wie allen Filmen von Tim Burton auf, dass sie in erster Linie von ihrer düsteren und einzigartigen Atmosphäre und den Charakteren leben als von einer stimmigen und interessanten Handlung. So war es auch bei dem neusten Film über die Kinder mit  besonderer Begabung. Die Schauspieler könnten alleine schon von ihren Gesichtszügen aus der Fantasie Tim Burtons stammen: Sehr große Augen, blasse Haut, zierlich und irgendwie ein bisschen seltsam. Ich war beeindruckt, dass die Schauspieler nicht nur äußerlich passten, sondern auch insgesamt eine sehr gute Figur gemacht haben. Mit Eva Green, die eine würdige Nachfolgerin von Helena Bonham Carter wäre, kann man wenig falsch machen, und mit Samuel L. Jackson sowieso. Auch die Grundidee der Geschichte hat eigentlich sehr viel Potential: Ein sicherer Ort, auf den die vierte Dimension keinen Einfluss hat, also eine Zeitschleife, als Unterkunft für besonders begabte Kinder, die in der normalen Welt schlecht aufgehoben wären.Diese Begabungen unterscheiden sich allesamt und sind trotzdem irgendwie typisch Tim Burton. Durch die Einbringung von Zeit und Raum ist es sehr schwer, Logikfehler zu vermeiden, wovon der Film leider nicht verschont wurde. Da Zeitreisen sowieso oft ein Paradox darstellen, fiel es mir nicht so schwer, darüber hinwegzusehen.  Was mich eher gestört hat war die Tatsache, dass der Fokus meiner Meinung nach oft auf den Falschen Szenen lag. Kern der Geschichte ist es eigentlich, den bösen Wissenschaftler (Samuel L. Jackson) von seinen Plänen abzubringen und ihn zu besiegen, was jedoch gefühlt eher nebenbei geschah. Stattdessen wurde einem CGI-technisch eher so im Mittelfeld liegenden Kampf zwischen Monster und Skeletten viel mehr Raum und Beachtung eingeräumt.  Man könnte zusammenfassen, dass der Film sehr vielversprechend anfing und gegen Ende sehr abebbte, was ich schade finde.

Insgesamt jedoch ein schöner Film mit vielen starken Szenen, der durchaus sehenswert ist.

Kristina Kister

Die INDAChs Kritik von Kristina Kister zu Pixars „Findet Dorie“

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Kristina Kister

Nachdem der Clownfisch Marlin aus „Findet Nemo“ bereits vor 13 Jahren seinen Sohn gesucht hat,
folgt jetzt mit „Findet Dorie“ ein Animationsfilm mit dem vergesslichen Doktorfisch Dorie.
Dorie, eine hilfsbereite und quirlige Fisch-Dame, leidet seit kleinauf unter Gedächtnisschwund und
vergisst innerhalb kürzester Zeit sämtliche Geschehnisse. Ein Jahr nach der Suchaktion nach dem
kleinen Clownfisch Nemo, kommen Dorie die Erinnerungen an ihre Eltern bruchstückhaft zurück.
Fest entschlossen macht sie sich auf die Suche nach ihren Eltern und versucht mit aller Kraft,
ihre Erinnerungen an Damals zu komplettieren. Mit Marlin und Nemo an ihrer Seite, reist sie durch den halben
Ozean bis ins Meeresbiologische Institut und erlebt ein Abenteuer mit vielen Höhen und Tiefen.

„Findet Dorie“ ist ein gelungener Animationsfilm mit viel Action und Spannungskurven, einer guten Portion
Witz und viel Liebe für’s Detail. Die Charaktere sind durchdacht und abwechlsungsreich. So trifft
der leicht verbitterte, einsiedlerische „Septopus“ Hank auf eine zerstreute Dorie, Marlin und Nemo
auf zwei faule, aber hilfsbereite Seelöwen und ihre Seetaucher-Freundin Becky, die an Verwirrtheit zwar kaum zu überbieten ist,
sich aber als recht nützlich erweist. Im Film gibt es zwischen all der Hektik und dem Chaos nur wenig ruhige Minuten, doch diese sind signifikant für die Gewisse Tiefe der Geschichte.
In diesen wenigen Szenen bekommt man einen detaillierteren Einblick in den Charakter von Dorie und ihren Anstrengungen, der über das Amusement über ihren Gedächtnisschwund hinausgeht. Man fühlt und hofft förmlich mit.
Pixar hat es wieder ein mal eindrucksvoll gezeigt, dass im Kino während eines Animationsfilmes lange nicht mehr nur begeisterte
Kinder neben ihren Eltern sitzen, die vor Langeweile kaum die Augen offen halten können.
Eine solide Story und vielschichtiger Humor beweisen, dass auch solche Filme eine große Zielgruppe unterhalten und sogar
zum Nachdenken anregen können. Während manche Gags mehr kindgerecht sind als andere, gibt es quasi „Metawitze“, die
die Mehrheit sehr lustig finden dürfte – ein Paradebeispiel dafür ist der zum Schreien komisch aussehende Seelöwe Gerald,
der eigentlich nichts anderes möchte, als ein kleines Fleckchen des Felsens der anderen Seelöwen, welches ihm jedoch
vehement verwehrt wird.
Die Moral der Geschichte dürfte ebenso für den Großteil verständlich sein: Bleib‘ dir treu, dann kannst du alles schaffen,
und dass Familie das Wichtigste ist.
Insgesamt ist „Findet Dorie“ ein sehr gelungenes und facettenreiches Werk mit der richtigen Balance aus Spaß und Ernst,
und daher absolut empfehlenswert.

Kristina Kister

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