News aus der Animationswelt, Rezensionen, INDAC Events und Screenings...

logo-start-weiss

V

Die INDAC Kritik von Janine Heine zu Jon Favreaus „Der König der Löwen“

Mit „Der König der Löwen“ erscheint die mittlerweile dritte Disney-„Real„filmadaption diesen Jahres. Disney setzt bei diesem Film sehr auf das Nostalgiegefühl und beeindruckt vor allem bei der Einstiegsszene, die Bild für Bild mit der ’94er Version übereinstimmt. Es funktioniert zum Einstieg sehr gut und das neue Musikarrangement passt wie die Faust aufs Auge. Die Landschaften sehen unfassbar fotorealistisch aus. Insgesamt kann man zur Kameraarbeit/den Kamerafahrten, Effekten und Gestaltung nur sagen, dass sie beeindrucken. Der Film sieht toll aus.

Auch wird dadurch viel deutlicher wie groß die Savanne tatsächlich ist. Aber dieser realistischer Look bringt auch einige Schwierigkeiten mit sich. So fallen kleinste Unstimmigkeiten direkt ins Auge und stören aktiv. Leider verlieren manche Szenen auch ihre Wirkung, die in der animierten Version sehr kraftvoll waren, nur weil eine solche realistische Darstellung die überzeichnende Dramatik nicht zulässt. Auch Mimik und Gestik leiden ein wenig drunter, allerdings hatte ich persönlich nicht allzu starke Probleme damit. Für mich wurden die Emotionen der Tiere trotzdem klar genug dargestellt. Trotzdem hätte ich mir gerne etwas mehr gewünscht, denn so zeigt der Film hauptsächlich nur wie weit die Technik mittlerweile ist, anstatt sich etwas zu trauen und damit zu spielen. Wenn man darüber hinwegsieht ist der Film aber trotzdem gut, die Geschichte nimmt einen immer noch mit. Die Charaktere sind die gleichen und kriegen teils sogar ein wenig mehr Geschichte. In Gesprächen erfährt man nebenbei ein paar Informationen mehr. Timon und Pumbaa zum Beispiel bekommen einige neue Witze und Szenen, die einen laut zum Lachen bringen. Die Synchronsprecher im Originalton liefern eine solide Arbeit ab und vorallem Donald Glover als älterer Simba hat mir sehr zugesagt. Man konnte die Emotionen in ihren Stimmen spüren. Beim Gesang war es etwas anders. Wie bereits gesagt, fand ich die neuen Arrangements gut und passend, letzendlich war es Musik mit der man bereits viel verbindet und die Nostalgie unterstützt die positiven Gefühle gegenüber des Soundtracks. Negativ aufgefallen ist mir jedoch der neue Song „Spirit“, er fällt komplett raus und hört sich für mich einfach nur nach einem Beyoncé-Song an und kein König der Löwen-Song. Für sich allein ist es ein passables Lied, aber er hat mich komplett aus dem Film gerissen. Er bringt weder den Sound noch die Emotionen, die die anderen Lieder des Films haben, rüber. Leider hat mich auch „Can You Feel The Love Tonight“ nicht komplett überzeugt. Beyoncé ist zu dominant, es fühlt sich mehr nach einem Gesangswettbewerb an als ein Duett. Die Gefühle über die gesungen werden, gehen komplett in den vielen Riffs unter. Während Donald Glover in seiner Rolle bleibt und Simba singen lässt, singt nicht Nala sondern Beyoncé. Das Lied ist immer noch ein fantastischer Song, aber funktioniert hier einfach nicht so wie in der ’94er Version. Ein anderer Song der mir viel bedeutet ist „Be Prepared“, für mich einer der besten und ikonischsten Disneysongs aller Zeiten. In dieser Version wurde er stark abgeändert und gekürzt. Die Stimmung konnte er gut vermitteln, aber hinterließ nicht wirklich einen bleibenden Eindruck. Möglicherweise waren die Änderungen und Kürzungen, aber auch die richtige Entscheidung. Er hätte in diesem neuem Look einfach nicht so funktionieren können, es hätte sehr komisch gewirkt den Hyänen eine Choreo zu geben, zu mal auch ihr Verhältnis gegenüber Scar ein anderes ist als in der animierten Version. Ihm würde zu viel fehlen, im Gegensatz zur Musical Adaption und dem Original und deswegen finde ich es in diesem Fall verzeihbar.

Nichtsdestotrotz fand ich den Film als eigenständigen Film gelungen und ich glaube er kann besonders Menschen, die die ’94er Version nicht kennen, verzaubern wie damals das Original. Die Geschichte berührt noch genauso wie damals und der Look raubt einem den Atem. Man baut eine Bindung zu den Charakteren auf und leidet und lacht mit ihnen. Es ist schade, dass Zazu und Rafiki zu kurz kommen, manche Szenen ziehen sich ein wenig und insgesamt hätte ich mir gewünscht sie hätten sich mehr getraut bei dem Film. Aber nichts davon macht ihn in meinen Augen zu einem schlechten Film, denn als Film an sich funktioniert er und macht Spaß, deshalb bin ich nicht enttäuscht. Nur als Remake hat er es schwer. Ich würde „Der König der Löwen“ 2019 jenen empfehlen, die das Original nicht kennen und jedem der offen ist, sich nochmal auf das altbekannte Abenteuer in neuem Gewand zu begeben. Das Original bleibt und wird nicht ersetzt.

Mit dieser Einstellung kann man,denke ich sehr viel Spaß mit Remakes haben.

Janine Heine

 

Neues aus dem MCU

Neuigkeiten aus dem Marvel Cinematic Universe: Der Siegeszug von AVENGERS: ENDGAME an den weltweiten Kinokassen ist bis heute nicht aufzuhalten. Am vergangenen Wochenende setzte sich AVENGERS: ENDGAME durch und geht nun als weltweit erfolgreichster Film aller Zeiten in die Geschichte ein.

Nach dem heiß erwarteten Box-Office-Durchbruch brachte Marvel-Chef Kevin Feige auf der 50. Comic Con International in San Diego eine nie gesehene Star-Riege auf die Bühne und präsentierte den absolut begeisterten Fans einen Überblick über die in den nächsten zwei Jahren anstehenden Filme des Marvel Cinematic Universe:

Deutscher Kinostart: 30. April 2020

Der sensationelle Cast von BLACK WIDOW bildet den Auftakt der 4. Phase des MCU. Am 30. April 2020 kehrt Scarlett Johansson alias Natasha Romanoff auf die Leinwand zurück, zusammen mit den Newcomern im Marvel Cinematic Universe David Harbour als Alexei aka The Red Guardian, Florence Pugh als Yelena, O-T Fagbenle als Mason und Rachel Weisz als Melina.

Deutscher Kinostart: 5. November 2020

Nicht minder spektakulär besetzt werden die ETERNALS im November 2020 die Leinwand erobern: Ihr Debüt als neues Team im MCU feiern Angelina Jolie as Thena, Richard Madden als Ikaris, Kumail Nanjiani als Kingo, Lauren Ridloff als Makkari, Brian Tyree Henry als Phastos, Salma Hayek als Ajak, Lia McHugh als Sprite und Don Lee als Gilgamesh unter der Regie von Chloé Zhao.

Deutscher Kinostart: 11. Februar 2021

Hinweise auf diese Legende gibt es seit dem ersten „Iron Man“-Film, nun wird SHANG-CHI AND THE LEGEND OF THE TEN RINGS einen festen Platz im MCU mit herausragendem asiatischen Cast einnehmen: Simu Liu in der Titelrolle Shang-Chi, Tony Leung als Mandarin sowie Awkwafina, deren Rolle noch bekannt gegeben wird. Regie führt Destin Daniel Cretton.

Deutscher Kinostart: 6. Mai 2021

Erneut unter der Regie von Scott Derrickson wird Benedict Cumberbatch alias Doctor Strange in der heiß ersehnten Fortsetzung DOCTOR STRANGE IN THE MULTIVERSE OF MADNESS zurückkehren. Und auch Elizabeth Olsen wird in ihrer Rolle als Wanda Maximoff/Scarlet Witch nicht nur mit ihrer eigenen Serie starten (s.u.), sondern ebenfalls in DOCTOR STRANGE IN THE MULTIVERSE OF MADNESS zu sehen sein und so eine Verbindung zwischen beiden Geschichten herstellen.

Deutscher Kinostart: 28. Oktober 2021

Mit THOR: LOVE AND THUNDER kehrt nicht nur Chris Hemsworth unter der erneuten Regie von Taika Waititi in das Reich der Götter zurück – auch gibt es ein Wiedersehen mit Natalie Portmans Jane Foster, die im neuen Film als weiblicher Thor zu sehen sein wird. Ebenfalls dabei ist Tessa Thompson als Walküre.

Darüber hinaus gab Kevin Feige bekannt, dass Mahershala Ali die Hauptrolle in einer Neuverfilmung von BLADE übernehmen wird.

Neben den umfangreichen Kino-News wurden zahlreiche Marvel-Serien vorgestellt, die exklusiv auf dem geplanten neuen Streamingdienst Disney+ zu sehen sein werden:

In THE FALCON AND THE WINTER SOLDIER gibt es ein Wiedersehen mit Anthony Mackie als Falcon und Sebastian Stan als Winter Soldier – und sie treffen auf niemand Geringeren als Daniel Brühl in der Rolle des Superschurken Baron Zemo. Weitere große Fanlieblinge werden mit Paul Bettany und Elizabeth Olsen in ihren Paraderollen als Vision und Scarlet Witch in WANDAVISION zu sehen sein – ebenso wie Tom Hiddleston als beliebtester Bösewicht Loki in LOKI, während Jeremy Renner in die Rolle des titelgebenden und bogenschwingenden Helden in HAWKEYE zurückkehrt.

Mit WHAT IF…? ist darüber hinaus die erste Animationsserie des Marvel Cinematic Universe geplant.

ITFS gründet zusammen mit 60 anderen deutschen Filmfestivals die AG FILMFESTIVALS

Sehr geehrter Herr Wolters,

wir freuen uns Ihnen mitteilen zu dürfen, dass sich das Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart (ITFS) mit über 60 anderen Filmfestivals zur Gründung der Arbeitsgemeinschaft (AG) Filmfestivals zusammengeschlossen hat. Ziel der AG ist es, sich untereinander zu vernetzen, bessere Bedingungen für Filmfestivals in Deutschland zu schaffen und gemeinsam mit den Filmschaffenden und anderen Verbänden Filmkultur zu stärken und zu fördern. Zu den Gründungsmitgliedern zählen die größten und ältesten Filmfestivals in Deutschland, Filmfestivals aus allen Regionen und Sparten.

 Zu den Gründungsmitgliedern zählen die größten und ältesten Filmfestivals in Deutschland, Filmfestivals aus allen Regionen und Sparten.

Wir freuen uns über eine Aufnahme in Ihre redaktionelle Berichterstattung.

Mit freundlichen Grüßen

Katrin Dietrich

Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Head of Press & PR

 

Filmfestivals stehen am Beginn der Auswertungskette; sie begreifen sich als Teil der Filmwirtschaft sowie der kulturellen Praxis Kino und ihrer Vermittlung. Allein in Deutschland gibt es circa 400 Filmfestivals, weltweit mehrere Tausend. Sie stellen in Deutschland eine in Umfang und Wirkung ernstzunehmende Auswertung deutscher Filme im Kino dar und ihr Anteil an der Kinoauswertung deutscher Produktionen wird sich in den nächsten Jahren weiter erhöhen. Im Gegensatz zu den schwindenden Zuschauerzahlen im Kino verzeichnen Filmfestivals eine stetig zunehmende Nachfrage. Im Bemühen, die Kinoauswertung deutscher Filme attraktiver zu machen, kommt Filmfestivals eine zentrale Bedeutung zu.

In einer Stellungnahme zur Novellierung des Filmförderungsgesetztes (FFG) fordert die AG Filmfestival: „Die Novellierung des FFG muss die Frage beantworten, wie das Kino als Auswertungsort von Filmen aufgewertet werden kann und welchen Stellenwert das Kino im Spektrum der Auswertungszusammenhänge künftig noch einnehmen soll. Filmfestivals tragen überdies zur sozialen Aufwertung von Kinoräumen erheblich bei. Kinos profitieren in der Folge auch durch Kinopreise mittelbar von der Durchführung von Filmfestivals. Bei der Novellierung des Filmförderungsgesetzes aber wurde deren Stimme bislang gar nicht gehört. Filmfestivals müssen im FFG künftig stärker berücksichtigt werden, auch wenn ihre Sichtweise mit den Herstellern und Kinobetreibern viele Berührungspunkte aufweist.“ (Zitat Präambel Stellungnahme AG Filmfestivals)

http://agfilmfestivals.de/

Emile Awards goes under reconstruction

Object : Emile Awards goes under reconstruction

Hello,

It is with regret that we announce that, facing financial difficulties, the 2019 edition of the Emile Awards will be postponed to an ulterior date, to be determined. The financial difficulties are caused by a combination of an unexpected absence of support from Creative Europe Media and several industry sponsors. We believe that the Emile awards are much needed, and we will not let it end. The EAA are simply taking a small step back, learning from previous editions, to take time to build a stronger event, complete with a more formidable network. Even though the ceremony will not be taking place in December, we are still working on organizing Ask me Anything sessions to happen in the upcoming months. Stay tuned on facebook to find out more! Regarding members; memberships that have been purchased for 2019 will be extended to 2020. New memberships are of course welcome, and those purchased before the end of the year will count for 2020.

Any questions or thoughts can be shared by e-mailing us at contact@animationawards.eu

All the best,

The Board of the European Animation Awards

Das INDAC Interview mit den Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Baden Württemberg in Absprache mit dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau und dem Staatsministerium Baden Württemberg

Beitrag von Johannes Wolters, INDAC

Am 24. Mai 2019 wurde eine von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart in Auftrag gegebene Studie veröffentlicht – ein Positionspapier mit dem Titel Animation als Beispiel für eine erfolgreiche Clusterentwicklung in der Region Stuttgart und Baden-Württemberg. Ein Positionspapier für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung.

Die Studie wurde von Dittmar Lumpp und Susanne Schosser erstellt und greift auf Meinungen, Fakten und Einschätzungen von renommierten Persönlichkeiten aus dem Bereich Animation und VFX im Raum Baden Württemberg zurück. Unter ihnen Professor Andreas Hykade, renommierter Filmemacher, Leiter der FMX und des Animationsinstituts sowie frisch gewähltes Mitglied der Academy of Motion Pictures Arts And Sciences, Prof. Sabiha Ghellal, Experience & Game Design Professor an der Hochschule für Medien, Stuttgart, Armin Pohl, der CEO von Mackevision, Prof. Bernhard Eberhardt, (HDM Stuttgart), Professor Jan Adamczyk, (HDM Stuttgart), Prof. Dr. Alexander Roos, (HDM Stuttgart), Stefanie Larson, Leiterin des AMCRS, Professor Ulrich Wegenast, ITFS, Professor Volker Helzle, Head of Research & Development, Filmakademie Baden-Württemberg und viele, viele andere mehr.

Die Studie enthält wesentliche kritische Ansätze und beschreibt in vielen Beiträgen ein Auseinanderklaffen zwischen Anspruch, Wahrnehmung und Wirklichkeit der Realität in Sachen Animation und VFX in Baden Württemberg und bemüht sich um lösungsorientierte Ansätze um eine attraktive Zukunft für den Standtort Stuttgart/Baden Württemberg zu erarbeiten.

Dabei lassen sich die meisten Probleme, die die Studie formuliert und betrachtet von der regionalen Szene nahtlos auf Bundesebene heben. Dies macht dieses bemerkenswerte Positionspapier zum wichtigsten Beitrag zur Entwicklung der deutschen Animation und VFX Industrie und Community des letzten Jahrzehnts und gehört damit zur Pflichtlektüre für alle Beteiligten, die in diesem weiten Feld tätig sind.

Ein wesentlicher Aspekt dabei ist, dass diese Studie über ihre Aussagen selbst hinaus eben diese Beteiligten dazu bewegen möchte, sich zu äußern und in sachlicher und förderlicher Art und Weise Argumente miteinander auszutauschen, die zu einer wirtschaftlichen Weiterentwicklung beitragen. „Wir freuen uns auf eine lebhafte und spannende Diskussion unserer Vorschläge und Anregungen.“, so formuliert es das Positionspapier. Dazu möchte die INDAC Initiative beitragen und hat deswegen in den vergangenen Wochen angefangen, eine Reihe von Interviews mit den Beteiligten zu führen, um so eine solche Diskussion weiter anzuregen und zu befördern,indem wir hier den geäußerten Meinungen  über den INDAC Blog eine entsprechende, für alle sichtbare Plattform geben. Wir möchten hiermit alle Leser und Interessierten ermuntern, uns ihre Meinungen, Einsichten und Argumente mitzuteilen, damit wir sie hier auf dem Blog veröffentlichen können.

Nun zum Interview:

In Baden-Württemberg ist das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst für den Filmbereich federführend. Die Fragen wurden mit dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau und dem Staatsministerium abgestimmt –  Die Antworten aus den einzelnen Abteilung wurden zusammengetragen und von der Presseabteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst an INDAC übermittelt.

Hier also die abgestimmten Antworten der Ministerien!

Waren Sie vom Ergebnis des Positionspapiers überrascht?

Nein. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst steht in ständigem Dialog mit der Medienbranche.

Wen oder was genau unterstützt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg eigentlich im Bereich Animation/VFX? Das Medium oder eher die Produzenten, die das Medium nutzen? Wie genau sieht die Aufgabenstellung aus, der sich das Ministerium verpflichtet fühlt. Wie steht das Ministerium dem Medium Animation/VFX in all seinen Spielarten gegenüber, sprich welchen Stellenwert wird diesem Feld eingeräumt in der gesamten Arbeit des Ministeriums?

Baden-Württemberg, speziell die Region Stuttgart, zählt heute zu den führenden Standorten in Europa im Bereich Animation, digitale Postproduktion und VFX. Die Förderung durch die MFG Filmförderung, zum Beispiel mit dem innovativen Instrument der Line-Producer-Förderung, hat dazu – mit Unterstützung des Landes – einen entscheidenden Beitrag geleistet. Die MFG wird vom Land und dem SWR mit einem Förderbudget ausgestattet und auf Landesseite vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst federführend betreut. Das Land ist im Aufsichtsrat der MFG unter anderem durch das Wissenschaftsministerium, das Staatsministerium und das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg vertreten. Der Bereich Animation und VFX genießt beim Land einen hohen Stellenwert.

Das Papier erwähnt leicht ironisch, dass es nach 30 Jahren durchaus Zeit ist für eine erste Bestandsaufnahme in Sachen Animation/VFX Förderung ist. Wie bewertet das Ministerium die gegenwärtige Situation? Teilt sie die Ergebnisse des Papiers? Gibt es Grund zur Selbstkritik seitens der Ministeriums? Besteht Handlungsbedarf?

Es ist selbstverständlich der Anspruch des Landes, den Standort ständig weiter zu entwickeln. Deshalb hat das Land unter der Federführung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst die Evaluierung und Fortschreibung der Filmkonzeption gestartet, in deren Zuge notwendige Weichenstellungen thematisiert und eingeleitet werden sollen; das gilt auch für den Bereich Animation und VFX. Das angesprochene Positionspapier enthält eine Vielzahl von Beiträgen verschiedener Akteure mit ihren jeweiligen Sichtwesen; es wird bei der Fortschreibung der Filmkonzeption eine Rolle spielen. Ohne den Ergebnissen vorgreifen zu wollen: Wir werden in dem Prozess darauf achten, dass zusätzliche Bürokratie und Doppelstrukturen vermieden werden. 

Das AMCRS und seine Clusterleiterin sind einzigartig in der Bundesrepublik. Die Position wird derzeit allerdings als Halbtagsstelle von einer Architektin wahrgenommen. Ist das wirklich die bestmögliche Lösung für diese Idee? Oder der Ausdruck eines größten gemeinsamen Nenners aller Beteiligten?

Das Cluster hat sich unter der Leitung von Stefanie Larson enorm weiterentwickelt, inzwischen sind es 25 Mitglieder – mit Zuwächsen vor allem bei den Hochschulen und im VFX-Bereich. Durch die Schaffung eines Beirates und verschiedener Arbeitsgruppen oder auch der öffentlichen „Tech Talks“ wird ein starkes einheitliches Bild abgegeben, ohne dass einzelne Akteure an Profil verlieren. Das Netzwerk bietet zudem die große Chance, hochqualifizierte Talente an die Region zu binden, da es an zahlreichen international prämierten Kino- und TV-Projekten beteiligt ist. Im letzten Jahr entstand zudem eine Taskforce Games & Interactive innerhalb dieses Netzwerks, um Studios hinzuzugewinnen angesichts der dynamischen Entwicklung in den 360-Grad- und VR-Anwendungen im Filmbereich.

Die Animation selbst verlässt derzeit mehr und mehr die Bundesrepublik. Die Biene Maja wird in Australien animiert,  Drache Kokosnuss hat indische Animatoren beschäftigt und die kommende Produktion „Fritzi – Eine Wendewundergeschichte“ wurde unter anderem in China hergestellt, eine Tatsache die bei der Bewerbung der Filme in der Pressearbeit (bewusst?) unerwähnt bleibt. Die MFG selbst hat auf diesen Umstand hingewiesen: „Labor-intensive tasks such as clean-ups and in-betweens have been outsourced to non-European studios for financial reasons …„   Davon profitiert das chinesische Studio Sophie in Shenzen, das in seinem Showreel neben Fritzi-Eine Wendewundergeschichte auch auf seine Mitarbeit an Filmen und Serien wie Ritter Rost, Die Häschenschule, Drache Kokosnuss usw. hinweist. https://vimeo.com/216794822 Webseite: http://www.sophieanimation.com/ Daraus ergeben sich hier für mich an Sie mehrere Fragen vor allem in Bezug auf „Fritzi-Eine Wendewundergeschichte“ – die MFG Filmförderung wird explizit als Förderer im Presseheft des Films genannt: Empfinden die Ministerien des Landes Baden Württembergs einschließlich der Staatskanzlei nicht sowohl wirtschaftlich, kulturell sondern auch rein moralisch ein massives Unbehagen, dass auch mit Hilfe der von der MFG geleisteten Förderung ein Film über den friedlichen Zusammenbruch der sozialistischen DDR aus „kapitalistischen“ Gründen seitens der Produzenten im kommunistischen China mithergestellt wird, also dem Land, das bis heute das Massaker auf und rund um dem Tianmen-Platz von 1989 leugnet?

Die internationale Arbeitsteilung in der Film- und Fernsehbereich – vor allem bei Animation und VFX – folgt einer schon länger stattfindenden Entwicklung. Diese Arbeitsteilung unterliegt nicht dem Einfluss des Landes; einzelne Staaten mit Blick auf die dortige politische Situation von der internationalen Zusammenarbeit auszuschließen, wäre, davon abgesehen, auch wenig hilfreich, vielleicht sogar kontraproduktiv. Das gilt in besonderem Maße für die künstlerische Zusammenarbeit. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass nur Kosten als Baden-Württemberg-Effekt anerkannt werden, die tatsächlich in Baden-Württemberg angefallen sind; dies wird von der MFG sichergestellt.

Auch wenn viele Aufträge gerade US-amerikanischer Firmen nach Asien vergeben werden, ist der Markt momentan groß genug, um ausreichend Animations- und VFX-Sequenzen in Europa produzieren zu lassen. Bei der Wiederauflage des „Biene Maja-Franchises“ wurden bei den ersten beiden Teilen zahlreiche Komponenten in Baden-Württemberg produziert, darunter Konzeptentwicklungen, Compositing, Layout/Backgrounds, 3-D Animation und Layout/Backgrounds.

Wenn Sie da keine moralischen Probleme mit haben, warum leistet sich das Land Baden-Württemberg noch die Ausbildungsstätten wie das Animationsinstitut etc. in ihren bisherigen Formen? Müssen wir deutschen Animationsstudenten und Artists nicht klipp und klar erklären, dass die Arbeit an deutschen Produktionen nunmehr absehbar im Ausland stattfindet und ein Auswandern in diese Länder nach Abschluss des Studiums unabdingbar wird? Warum sollen sie noch in Deutschland ausgebildet werden?

Die internationale Strahlkraft des Animationsinstitutes der Filmakademie wirkt intensiv in das Land hinein. Die hier ansässigen Dienstleister und Produzenten im Animations- und VX-Bereich sind mittlerweile für viele internationale Arbeitskräfte attraktiv geworden, gleichzeitig rekrutieren sie viele ihre festen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Filmakademie oder der Hochschule der Medien – auch dank des wachsenden Standortes. Es trifft insbesondere nicht zu, dass die Arbeit an deutschen Produktionen nunmehr absehbar im Ausland stattfindet.

Haben sich die Ministerien selber sich Ziele gesetzt in Sachen Animation/VFX? Wie sehen die aus? In welchen zeitlichen Dimensionen planen sie die Entwicklung?

Das Land befindet sich aktuell in einem Prozess zur Evaluierung und Fortschreibung der Filmkonzeption Baden-Württemberg – unter Einbeziehung der Akteure. Der Bereich Animation und VFX spielt dabei eine maßgebliche Rolle.

Die Studie kritisiert die schwierige Kompetenzlage der einzelnen Ministerien in Baden-Württemberg hinsichtlich der Problemstellungen in Sachen Animation und VFX, auch bedingt durch die Existenz des AMCRS Clusters. Wie sehen Sie eine mögliche Solidarisierung der zuständigen Ministerien nicht nur hinsichtlich der innerregionalen Fragen, sondern auch im Bezug auf die ähnlichen Problematiken in anderen Bundesländern, die sich in diesem Bereich engagieren mit dem Ziel die Situation in Baden-Württemberg wie auch im Rest der Bundesrepublik zu verbessern? 

Die im Wesentlichen mit der Film- und Fernsehwirtschaft befassten Ministerien – Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg und Staatsministerium – arbeiten hervorragend zusammen und tauschen sich regelmäßig aus. Alle drei Ministerien sind im Aufsichtsrat der MFG vertreten und wirken gemeinsam an der Fortschreibung der Filmkonzeption mit. Auch in anderen Bundesländern mit einer starken Animations- und VFX-Szene wie z.B. in Bayern, Berlin oder Brandenburg, sind die medienpolitischen Kompetenzen im Übrigen unter mehreren Häusern aufgeteilt.

Offensichtlich erlaubt das gegenwärtige System die Entstehung von immer gleichen Produktionen im Kinobereich, die keinerlei Erfolge an der Kasse bei der Öffentlichkeit zu erzielen haben. Gleichzeitig ringen renommierte deutsche TV Serien um die Finanzierung, auch wenn sie ihr Können mit renommierten Preisen und Auszeichnungen vielfach unter Beweis gestellt haben. Wie gelingt es dem Ministerium für Wirtschaft da, neue Talente im Land zu behalten und ins Spiel zu bringen, wie gelingt eine fundierte Bewertung von Projekten, von Budgets, von Geschichten und IPs? Woher nimmt das Ministerium dazu das Know How dazu?

Für die Filmförderung ist in Baden-Württemberg in erster Linie das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst zuständig.

Die MFG fungiert in der Filmförderung als „verlängerter Arm“ des Landes. Ihre Förderentscheidungen sind in der Regel jurybasiert, die Unabhängigkeit und fachkompetente Besetzung der Jurys sind für das Land ein hohes Gut. Überdies verfügen das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und die weiteren beteiligten Ministerien über eigene Erfahrung und Fachkompetenz. Im Übrigen trifft es nicht zu, dass von der MFG geförderten Projekte keine kommerziellen Erfolge aufweisen.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Nächstes Interview in dieser Reihe erscheint auf dem INDAC Blog

am kommenden Donnerstag, den 25. Juli 2019

Der Interviewpartner ist dann Thomas Meyer Herrmann, Stuio Film Bilder.

Relevante INDAC – Interviews hierzu:

INDAC Interview mit Dr Walter Rogg, Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH

 

 

INDAC Interview mit Dirk Beinhold, Akkord Film

 

 

 

INDAC Interview mit Andreas Hykade, Animationsinstitut/FMX

 

 

Täglich einen Kurzen: „Bluehilda“ von James Sugrue, Titmouse 2017

Bluehilda wants to go into the woods to catch the elusive Copperback Raboon for dinner. Her plans are side tracked when Francis flies off and gets caught by the Unbearables! Bluehilda puts her years of training to the test to save her beloved pet! The Bluehilda short started around 2014 and completed in early 2017. I hope in due time I can go further with Bluehilda, but until then, enjoy the stand alone short that was my first created idea in conjuction with Titmouse. Stay true blue! Bluehilda

©James Sugrue, Titmouse 2017

Täglich einen Kurzen: „Cat Fight“ von Elizabeth Fijalkowski

CAT FIGHT from Elizabeth Fijalkowski on Vimeo.

When two cats face off in a chance encounter, the skirmish spirals into an overdramatic montage of fight scene parodies. [Contains some flashing images] Animation graduate short film directed by Elizabeth Fijalkowski.

Elizabeth Fijalkowski (director, backgrounds, compositing, editing) https://lizziefij.com/
Ruth Bennett (producer, character design, animation) https://doodleru.com/
Jay Ainsley (character design, animation) https://imainsley.wixsite.com/jainsley-portfolio
Harriette Daniels (voice acting, animation) https://www.behance.net/meowiette
Zoe Walker (character design) https://www.instagram.com/zoewalkerdraws/

Music by Sim Gretina:
https://www.youtube.com/user/SimGretina

Additional sound effects sourced from:
https://freesound.org/
https://www.epidemicsound.com
http://bbcsfx.acropolis.org.uk/

On Story: A Conversation with Linda Woolverton (Austin Film Festival)

In 1991, Linda Woolverton became the first woman to write an animated feature for Disney. Since Beauty and the Beast, Woolverton has gone on to write some of Disney’s biggest family films, including The Lion King, 2010’s Alice in Wonderland, and Maleficent. In this episode, Woolverton discusses her animated classics and writing tales as old as time.

Täglich einen Kurzen: „Motion Pictures“ by Matthew Incontri

Motion Pictures from Matthew Incontri on Vimeo.

A boys love of action movies becomes his only outlet after facing a far more difficult battle in reality.

My thesis film at Massachusetts College of Art and Design that proved to be too large in scale to complete in just one year. Movies have always been an escape from reality, but sometimes they are a window into an experience scarier than fiction. The short animated film “Motion Pictures” explores the harsh reality of cancer and its effects physically and emotionally. Cancer is one obstacle that seems unsurmountable, but with a creative spirit, it is only fuel to create something bigger than yourself.

Director/Animator: Matthew Incontri

Music Composer: Duncan Johnson

Sound Designer: Dillon Cahill

Mentor: Steve Subotnick

Täglich einen Kurzen: Dry Run von Felix Colgrave

A short film made for Adult Swim’s „Off The Air“. It’s about a Trolval, one of the recurring sea monster motifs found on medieval maps, generally in the uncharted spots that might be full of strange things that kill you. Here in Australia was one such spot, and the Western world still seems to view our wildlife much the same. If „Here Be Dragons“ as the maps say, they’re probably critically endangered by now.

https://cargocollective.com/felixcolgrave/ABOUT

Die INDAC Kritik von Gerrit Behnken zu Jon Favreaus „Der König der Löwen“

Der König der Löwen gehört für Viele zu einem der besten Animationsfilme aus dem Hause Disney, nicht zuletzt, weil er eine zeitlose Geschichte der menschlichen Kultur destilliert wiedergibt.
Die Figur des nutzlosen, sorgefreien Junggesellen, der sich seiner Verantwortung entzieht, um sich verübergehendem Vergnügen zu widmen, ist nur allzu nachvollziehbar. Es braucht die feminine Vernunft, um ihm den Spiegel vorzuhalten und zu zeigen wer er ist und wer er sein könnte, um sich selbst und seine Gemeinschaft zu retten. Die Geschichte zeigt starke Parallelen zu Shakespeares Hamlet und hat vielleicht auch gerade dadurch zum Erfolg des Films beigetragen.
Ich war schon immer ein großer Fan des König der Löwen aus dem Jahre 1994, auch, weil die Animationen so brilliant sind. Einem Remake, das die selbe Geschichte mit digitalen lebensechten Figuren erzählen sollte, stand ich daher mit großer Skepsis entgegen. Trotzdem, habe ich mich seit dem Teaser schon darauf gefreut und war gespannt, wie man den Film nun umsetzen würde. Die Geschichte bleibt weitgehend unberührt, schafft es jedoch, die wenigen, kleinen Knitterstellen, die das Original mit sich brachte, auszubügeln und das recht erflogreich, wie ich finde. So gibt es die Szene, kurz bevor Mufasa getötet wird, in der Zazu panisch losfliegen will und Scar ihn mit einem Prankenhieb ohnmächtig schlägt. Ich fragte mich immer, wieso Zazu das dem Löwenrudel gegenüber nie geäußert hat, was eigentlich Misstrauen gegenüber Scar hätte streuen müssen. Disney hat das wohl erkannt und diese Szene gut und simpel auf andere Weise erzählt.
Weiterhin wird die erwachsene Nala schon früher in die Geschichte eingebunden und es wird erzählt, wie sie beschließt sich heimlich vom Rudel zu entfernen, um Hilfe zu holen. Ob dies nun besser ist, als das plötzliche und überraschende Auftauchen von Nala im Dschungel, so wie es im Original der Fall war, ist wohl eine Frage des Geschmacks. Ein frischer Ansatz ist es trotzdem. Das Original besticht außerdem durch viele Gesangseinlagen der Charaktere, die in vielerlei Hinsicht vermenschlicht und cartoony dargestellt werden.

Gerrit Behnken

Dies mit „lebensechten“ Tieren darzustellen, hielt ich für äußerst schwierig, doch ich muss sagen, dass es überraschend gut funktioniert. Trotzdem steht genau hier das Remake dem Original nach. Die große Herausforderung war es, die menschlichen Emotionen und Gesichtsausdrücke auf echte Tiere zu übertragen. Prominente Szenen, wie Mufasas Tod und Simbas Reaktion darauf, haben nicht die gleiche Kraft, wie die Originalszenen. Das ist für mich der Knackpunkt dieses Films, was den Erfolg zwar nicht schmälern wird, aber wohl eher ein reiferes Publikum, als das des Originals ansprechen wird. Nichtsdestotrotz fühlte ich mich durchweg sehr gut unterhalten und war von den digitalen Effekten und den wunderschönen Bildern äußerst begeistert. Für mich ist der neue König der Löwen das bisher Beste der neuen Live-Action Remakes von Disney.
Ich danke wiedermal Johannes Wolters und den Organisierenden für den schönen Kinobesuch!

Gerrit Behnken

Täglich einen Kurzen: 50th Anniversary of the Moon Landing (US) Googledoodles

50 years ago, NASA’s Apollo 11 mission changed our world and ideas of what is possible by successfully landing humans on the surface of the moon⁠—and bringing them home safely⁠—for the first time in history. Today’s video Doodle celebrates this moment of human achievement by taking us through the journey to the moon and back, narrated by someone with firsthand knowledge of the epic event: former astronaut and Apollo 11 command module pilot Michael Collins.

APOLLO 50TH DOODLE TEAM

Lead Artist | Pedro Vergani

Art Support | Alyssa Winans, Mattias Breitholtz

Engineering | Daniel Dovali Delgado, Tom Tabanao, Jonathen Shneier, Brian Murray

UX Design | Diana Tran

Producer | Colin Duffy

Marketing & Partnerships | Perla Campos, Grace Chen

Sound | Nick Zammutto

Creative Support | Ricardo Marino, Elin Butler

Business Affairs Lead | Madeline Belliveau

Doodle Team Leads | Jessica Yu, Brian Kaas

Kontakt

Wir sind erreichbar! Seid nicht schüchtern, schreibt uns oder schickt uns eine Zeichnung.

Zur Werkzeugleiste springen