Die Indachs-Kritik von Moritz Mayerhofer zu Disneys The Jungle Book

THE JUNGLE BOOK (Pictured) BAGHEERA and MOWGLI. ©2016 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

Wie schon zuvor bei „Maleficent“, „Cinderella“ und Co. recycelt Disney nun mit „Das Dschungelbuch“ einen weiterencampus-cinema-animationsfilm-urs-124~_v-img__3__4__m_-f5b946176ecf9749b4c4b7e228bd704e8144111b Schatz der eigenen Vergangenheit und bringt ihn als 3d-Hybrid für die CG-Generation ins Kino. Das Dschungelbuch von 1968 ist unbestritten einer der beliebtesten Disney-Filme aller Zeiten: Die Songs sind Klassiker, die Animation der ‚Nine Old Men‘ gehört zum Besten, dass jemals animiert wurde. Ein Scheitern der „Live-Action“-Neuauflage wäre wohl nicht nur ein Schlag für alle Fans sondern hätte sicher auch Auswirkungen auf weitere Remakes/Sequels/Reboots/Requels und was es noch alles gibt. Doch Regisseur Jon Favreau macht seine Sache ganz solide. Der Film ist eine gelungene Adaption des Zeichentrick-Films von 1968 – wenn auch wesentlich düsterer und dramatischer.
Die Geschichte von Mowgli und den Tieren ist im großen und ganzen bekannt. Gekonnt wird mit bekannten Filmpassagen und neu-interpretation der Geschichte jongliert sodass man dennoch überrascht und unterhalten wird.
Die Welt ist wunderschön gestaltet und zeigt einem mal wieder was in Hollywood so alles machbar ist. Wo fängt der digitale Dschungel an – wo hört das real gefilmte auf? Man darf jedoch vermuten, dass alles außer Neel Sethi (Mowgli) grün eingefärbt war und er als einziges „reales Element“ den Begriff „Live Action“ legitimiert. Das ist umso beeindruckender, da man sich irgendwann keine Gedanken mehr über seine Integration in die digitale Welt macht. Und wenn er dann auf einem nassen Bärenfell sitzt und auf Balus Bauch klatscht, kann einem getrost die Spucke wegbleiben.
Doch trotz der unfassbar komplizierten und hervorragend umgesetzten CG-Tiere sind wir leider bei einem Dilemma angelangt. Und dieses trägt der Film in sich: Hyperrealistische, sprechende Tiere – das passt hier und dort irgendwie nicht so zusammen. Es wirkt dann doch charmanter und stimmiger wenn ein gezeichneter Junge mit einem gezeichneten Bären spricht.
Alles in allem ist „das Dschungelbuch“ ein gelungener Film der mit wunderschönen – und auch poetischen – Bildern und einer packenden Geschichte beeindruckt. Für meinen Geschmack ist er zwar zu düster geworden; aber vielleicht bekommt das Sequel – welches am Ende des Films auf dem Silbertablett vor uns liegt – etwas mehr Humor verpasst.
Ansonsten bleibt einem der sehr lustige Abspann!
Moritz Mayerhofer
www.studionice.de

Unbedingt sehenswert!! Campus CINEMA // „Urs“ von Moritz Mayerhofer

In der Mediathek von ARD ALPHA kann man mindestens noch die kommende Woche die Doku über URS und Moritz Mayerhofer aus der Reihe Campus CINEMA sich anschauen. Und dies sollte man und frau auch unbedingt tun. Da findet sich natürlich auch der komplette Film URS, den hoffentlich schon alle gesehen haben!!

Hier der Link zur Doku auf ARD ALPHA

Moritz Mayerhofer schrieb dazu:

„Ziemlich genau 10 Jahre nachdem die Arbeit an „Urs“ begonnen hat, wollte ich nochmal allen Beteiligten Danke sagen!

Ich freue mich, dass sich die Arbeit so gelohnt hat und unser Film auch heute noch – 7 Jahre nach seiner Fertigstellung – ein Publikum findet! Gleichzeitig macht es mich sehr stolz zu sehen wo Euch Eure Arbeit hingebracht hat! Ich hoffe wir können eines Tages wieder einmal zusammenarbeiten! You rock!!

Jonas Jarvers, Peter Thomas Gromer, Michael J. Diehl, Marcus Neuberger, Jan Marten Locher, Martin Weigl, Ellen Schäuble, Thomas Hinke,
Stefanie Strauss, Michael Lederhuber, Julia Luisa Ocker, Benjamin Swiczinsky, Leszek Plichta, Felix Mertikat, Johannes Schiehsl, Roli Petri Petrizza, Daniel Brkovic, Martin Puttkammer, Oliver Vogel, Thomas Moser, Hendrik Panz, Wolfram Kampffmeyer, Stefan Habel, Derek Roczen, Falko Paeper, Stina McNificent McNicholas, Jakob Von Moers, … und alle die ich jetzt möglicher Weise vergessen habe!“

campus-cinema-animationsfilm-urs-124~_v-img__3__4__m_-f5b946176ecf9749b4c4b7e228bd704e8144111bMoritz Mayerhofer wurde 1981 in München geboren und hat schon in der Video AG auf dem Gymnasium jedes Jahr einen Kurzfilm gedreht. Von 2003 bis 2009 hat er dann Animation an der Filmakademie Baden-Württemberg studiert. Sein Studium beendete er mit dem animierten Kurzfilm „Urs“, der auch international erfolgreich war. Er hat viele Preise gewonnen und wurde auf der Oscar-Shortlist in den Kreis der besten zehn Filme im Bereich Animation aufgenommen. Moritz hat an vielen Austausch- und Networking-Programmen teilgenommen, darunter die „Animation sans Frontières – ASF“ und den „Berlinale Talents“. Hin und wieder sitzt er in der Jury von Internationalen Filmfestivals und versucht seine Erfahrungen im Filmemachen in Workshops wie zum Beispiel im Smedlab in Nigeria weiterzugeben. 2012 hat er das Animationsstudio „studioNICE“ in Berlin mitgegründet. Nach Kurzfilmen wie „Die Spuren meines Bruders“ und „Father“ konzentriert er sich jetzt auf Langfilme. Gerade arbeitet er an einem animierten Wüstenmärchen.

 

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