Eure Reaktionen auf meine Mail! Teil 1

Am 15. März habe ich den neuen Mailchimp-Verteiler getestet, in der ich allen auf der Webseite sich eingetragen habenden Personen eine Nachricht über die kommenden Events und Screenings zugeschickt habe.

In der Mail habe ich Euch alle aufgefordert, Euch einmal bei mir zurückzumelden und dies zugleich verbunden mit der Aufforderung bei dieser Gelegenheit mit Lob und Tadel, Anregungen und Ideen, mit Zielen und mit Wünschen nicht zu geizen. Ab heute und in den kommenden Tagen veröffentliche ich die Antwort-Emails, die mich bislang erreicht haben und versuche so alles zu sammeln, zu ordnen, um dann mit Euch darüber weiter zu diskutieren.

 

Hallo zurück,
der Verteiler funktioniert bei mir auf jedenfall. Auch wenn ich durch meinen neuen Job leider nicht mehr an den morgendlichen Screenings teilnehmen kann. Vieleicht hab ich mal Glück und ich erwisch eins am Abend und in meinem Urlaub.
Leider kann ich nicht zur Lecture mit Nick Park kommen.
Liebe Grüße,

Tina Junge

 

Moin Johannes,

bitte entschuldige die späte Antwort. Habe gerade mit zwei neuen Projekten angefangen, da ist allerhand zu tun…

Mail ist angekommen, vielen Dank. Ich denke, alles was hilft die Kommunikation von INDAC zu optimieren/vereinfachen, solltest Du nutzen. Du leistet ja schon genug Orga-Arbeit, da sollte die Kommunikation mit den Mitgliedern natürlich möglichst reibungslos funktionieren.

Zu Nick Park nach Berlin werde ich es leider nicht schaffen, aber ich verfolge derlei Top-Ereignisse immer interessiert auf dem Blog.

Und Verbessungsmöglichkeiten… hmmm.
Ich finde eigentlich alles sehr cool. Ich denke, dass mehr von den Mitgliedern selber kommen könnte (also so was wie aktuelle Projekte ankündigen, vielleicht kurze Artikel schreiben über die Arbeit die dort gemacht wurde). Ich bin immer interessiert, was so in Deutschland gemacht wird. Unter den gegebenen Umständen.
Ende August kommt zum Beispiel „Käpt’n Sharky“ ins Kino für den ich Storyboard Supervisor war. (Mal wieder) ein Low-Budget-Projekt von dem ich im finalen Zustand bisher nur einige Screenshots und einzelne Animationen gesehen habe. Sieht teilweise echt schön aus (Setdesign, Hintergründe), teilweise recht gruselig (Characterdesign, Animation). Aber hey, mal sehen, vielleicht haben wir es ja doch geschafft mit den geringen Mitteln, die uns zur Verfügung standen, zumindest eine nette Geschichte zu erzählen.
Mal schauen, vielleicht kann ich im Vorfeld ja mal einen kleinen Bericht schreiben, wenn es Dich interessiert.
Dann war das letzte Projekt das Storyboard von Drachenreiter. Der sieht zum Beispiel super aus! Ganz tolles Concept Art, super Characterdesign, das kann mit den großen Produktionen von Übersee durchaus mithalten. Nur mit der Story bin ich mir nicht sicher, ob das rund läuft…

Also was ich meine ist, dass es hierzulande manchmal etwas schwierig sein kann, Animation zu machen. Interessant ist doch, wie verschiedene Produktionen mit unterschiedlichen Problemstellungen umgehen.

Alles in Allem: weiter so!

Ganz liebe Grüße,
Nils Eckhardt

 

Lieber Johannes,

ich wollte dir nur ein Kompliment für deinen Einsatz und deine Webseite INDAC machen!
Mir selbst fehlt nur leider häufig die Zeit mich regelmässig auf INDAC einzuloggen und ausführlich zu informieren.
Ich fände es toll, wenn es einen monatlichen Newsletter via e-mail gäbe. Dann wäre ich immer schnell und aktuell über INDAC informiert.
Ich möchte deine Leistung damit nicht schmälern, aber es würde mir persönlich einen einfacheren und schnelleren Zugang geben.

Vielen Dank für deine Engagement!

Liebe Grüße,
Denis Behnke

Visual Effects Supervisor

web.    www.vfxunit.de

 

Hallo Johannes,

danke für deine Nachricht. Ich bin mehr als froh auf INDAC gestoßen zu sein, neben der Möglichkeit an Screenings teilzunehmen finde ich es großartig die Chance zu bekommen an so Events wie mit NICK PARK teilzunehmen. Generell einfach ein Netzwerk in der deutschen Animation Szene zu haben ist toll.

Verbesserungsvorschläge hab ich nur an mich selbst, ich werde mich bemühen in Zukunft aktiver an der Community teilzunehmen. Sobald ich auf Interessantes stoße werde ich es weitergeben.

Vielen Dank für die tolle Arbeit und beste Grüße

Helena Barbie

 

Hi Johannes,

danke für deine Email und allgemein deine Arbeit!
Auch wenn es terminlich für mich oft nicht passt, freue ich mich über jede Einladung zu Screenings und finde das eine tolle Initiative, um als Animationsautor auf dem Laufenden zu bleiben und viele neue Filme schauen zu können!

Liebe Grüße aus Hamburg,

Esther

Esther Kaufmann
Autorin und Dramaturgin
www.estherkaufmann.com
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Hi Johannes,

es war sehr schön dich in Bordeaux wieder zu sehen! Ich hoffe du bist gut wieder heimgekommen. Bei der Nick Park-Lecture wäre ich gerne dabei. Bis bald so oder so – ich melde mich bald wieder. Liebe Grüße und hab einen schönen Start in die Woche,

Moritz Mayerhofer

 

Hier die INDACHs Kritik von Nils Eckhardt zu Guillermo del Toros „THE SHAPE OF WATER – Das Flüstern des Wassers“

Ein ganz dickes Dankeschön an dieser Stelle, dass Du uns durch INDAC die tolle Möglichkeit dieser Screenings bietest! Ich schaffe es zwar nicht immer zu allen Vorstellungen, aber allein das Angebot ist großartig. DANKE!

Anbei nun meine Kritik zu einem grandiosen „Shape of Water“:

Guillermo del Toro stellt mit „The Shape of Water“ ein weiteres Mal unter Beweis, dass er ein begnadeter Geschichtenerzähler ist. Zu Recht wurde er für sein aktuelles Meisterwerk bereits im Januar mit dem Golden Globe 2018 für die beste Regie ausgezeichnet. Skurril, surreal, wunderschön, fantastisch und verstörend brutal ist der Film, so wie man es schon von früheren Projekten von del Toro (etwa „Pans Labyrinth“) kennt.

„The Shape of Water“ ist ein poetisches, fast märchenhaftes Liebesdrama, in dem es um die Beziehung zwischen der stummen Elisa und einem amphibischen Wesen geht, welches als Forschungsobjekt in ein Geheimlabor gebracht wird, in dem Elisa als Putzfrau arbeitet.

Ohne viele Umwege werden in den ersten Minuten des Filmes die Hauptcharaktere und das Setting eingeführt und die Geschichte nimmt schnell Fahrt auf. Einen Moment lang mag man sich davon ein wenig überrumpelt fühlen. Die sehr direkte und schnörkellose Art des Storytellings hilft aber dabei die fiktive Welt einer amerikanischen Kleinstadt Anfang der 60er Jahre mitten im kalten Krieg anzunehmen und bestimmte behauptete Zusammenhänge als gegeben zu betrachten und nicht weiter zu hinterfragen.

Alles andere als schnörkellos ist das Setdressing. Die Requisite und das Design sind mal opulent, mal angehaucht von Steampunk, mal schlicht und funktional. Stets der Handlung angemessen wird die Geschichte hervorragend unterstützt und es werden Bilder geschaffen, die für die große Leinwand prädestiniert sind – einfach schön anzusehen.

Ebenfalls erwähnenswert ist die fantastische Filmmusik in „The Shape of Water“ und von der gibt es eine Menge! Ich kann mich nicht erinnern im Abspann eines Filmes jemals eine so lange Liste mit Musikstücken gesehen zu haben.

Ein kleines Schmankerl ist ebenfalls im Abspann zu finden, wenn man genau aufpasst: für die Stimme/Geräusche des Amphibienmannes ist der Regisseur höchstpersönlich ins Tonstudio gegangen.

Es sei aber zum Abschluss dieser Kritik nochmal darauf hingewiesen, dass „The Shape of Water“ durchaus verstörend auf zart besaitete Seelen wirken kann und deshalb aus meiner Sicht berechtigt mit der FSK 16 bewertet wurde. Ich persönlich fand es zwar nicht so übel wie bei „Pans Labyrinth“ (ich erinnere an die Nase-mit-Weinflasche-zertrümmer-Szene), aber den ein oder anderen zwischenmenschlichen Körperkontakt zeigt del Toro doch recht explizit.

Alles in allem ist „The Shape of Water“ ein wundervolles Filmerlebnis für das es sich endlich mal wieder lohnt ins Kino zu gehen und bietet neben dem ganzen aktuellen Superhelden-Einheitsbrei ein beeindruckendes Alleinstellungsmerkmal.

Nils Eckhardt, Illustrator (IO), Artist for Storyboard, Concept Design and Animation
www.nilseckhardt.com

Die INDAChs-Kritik von Nils Eckhardt zu Universals/Laikas „KUBO – Der tapfere Samurai“

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Nils Eckhardt

Um einen Kinofilm in Stop-Motion zu produzieren muss man ein bisschen verrückt oder etwas masochistisch veranlagt sein – oder beides. Demnach sind die Mädels und Jungs von LAIKA vollkommen wahnsinnig – wahnsinnig gut!
KUBO ist visuell umwerfend inszeniert. Der logistische Aufwand die Figuren und Sets zu planen und zu bauen muss enorm gewesen sein: allein für den Mund der Kubo-Puppe wurden, laut Pressematerial, 11.000 verschiedene Variationen angefertigt.
Wenn man sich vor Augen führt, dass jedes Mal die Haare von Kubos Kopfvorderseite entfernt werden mussten, um seinen Gesichtsausdruck ändern zu können wundert es nicht, dass ein Animator über die gesamte Produktionsdauer von 94 Wochen durchschnittlich nur etwa 16 Frames am Tag geschafft hat.
Die Geschichte mutet, wie von LAIKA zu erwarten, teilweise etwas skurril an und ist nicht unbedingt das, was ich als leichte Kost bezeichnen würde. Der Tod ist ein generelles Thema, der Verlust von geliebten Menschen, Familienintrigen, aber auch die Tatsache, dass es stets weiter geht im Leben, auf die ein oder andere Art. Über Veränderung und Weiterentwicklung erzählt KUBO, zwei Themen, die in der heutigen, oft sehr weichgespülten Film- und Fernsehlandschaft gerade für Kinder meist zu kurz kommen.
Kommt Leute: mutet euren Kindern ruhig mal etwas zu – traut ihnen etwas zu. Für Kindergartenkinder ist KUBO freilich noch nichts, aber die Altersfreigabe ab sechs Jahre halte durchaus für gerechtfertigt. Außer ein paar Schwächen im Screenplay, wobei ich durch den ein oder anderen Achsensprung kurz Orientierungsschwierigkeiten hatte, kann ich KUBO – DER TAPFERE SAMURAI rundum empfehlen.
(Wenn ihr die Möglichkeit haben solltet den Film in 2D anzuschauen würde ich das vorziehen. Die wirklich umwerfenden 3D-Momente halten sich in Grenzen. Außerdem geht hinter der 3D-Brille doch immer ein wenig die Brillanz der Bilder flöten, die bei KUBO durch tolle Lichtstimmungen eigentlich sehr schön ist.)

Nils Eckhardt

nilseckhardt.com/

Storyboard, München, Animation, Illustration, Concept Art, Character Design, Comic, Storyboard Supervision.

 

Nils Eckhardt von der Illustratoren Organisation zum Thema Urheberrrecht

Der INDAC Blog hatte am 2.Januar einen Beitrag über den neuen Entwurf zum Urheberrecht gepostet. Dankenswerterweise hat Nils Eckhardt von der IO dazu eine Antwort verfasst, der hier nachfolgend zu lesen ist:

Moin liebe Trickfilmer,
in diesem Rahmen möchte ich gerne auf die Stellungnahme der Initiative Urheberrecht (I.U.) zum gleichen Gesetzesentwurf hinweisen, die in genau die andere Richtung geht:

http://www.urheber.info/aktuelles/2015-12-18_urhebervertragsrecht-stellungnahme-der-ini-urheberrecht

Dass die Verwerter hier ihre Felle davonschwimmen sehen und den Teufel an die Wand malen überrascht mich nicht. Der Kuchen wird halt nicht größer, soll aber eben künftig ein wenig mehr zugunsten der Urheber verteilt werden – zurecht, wie ich finde. Was bei der aktuellen Gesetzeslage fehlt, ist eine Möglichkeit für die Kreativen mit ihren Auftraggebern auf Augenhöhe zu verhandeln. Der vorliegende Entwurf enthält genau die richtigen Mittel, um das in Zukunft zu gewährleisten – endlich.

Hoffen wir, dass die Verwerterlobby sich nicht durchsetzen kann und das Gesetzesvorhaben ohne Änderungen den Bundestag passiert.

In diesem Sinne, liebe Grüße an alle und viel Erfolg.
Nils Eckhardt (IO)

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