Disney SCREENING: Pixars „Die UNGLAUBLICHEN 2 – THE INCREDIBLES 2“

In Zusammenarbeit mit Walt Disney Studios Motion Pictures Germany darf INDAC jeweils 3 Animations-/VFXschaffende zu den Presse-Screenings des Films „Die UNGLAUBLICHEN 2“ einladen. Die Vorführungen finden statt in Berlin, München und Hamburg. Die Teilnehmer verpflichten sich obligatorisch, eine Filmkritik für den INDAC Blog zu verfassen, die zeitnah um den Filmstart auf dem INDAC Blog veröffentlich wird. Details weiter unten!

Nur auf INDAC.org gemäß der neuen DSGVO registrierte Mitglieder der deutschen Animations- und VFX Community können sich für die Teilnahme an den Screenings bewerben.

Alle Vorführungen zeigen den Film in seiner Original- Fassung

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Die INDAC Kritik von Dominick Reinicke zu Ron Howards „SOLO – A STAR WARS STORY“

„Solo: A Star Wars Story“ ist der mittlerweile 10. große Star Wars Film und wird, wenn man sich die ausschweifenden Franchise-Pläne von Disney ansieht, bei weitem nicht der letzte sein.
Hat man im letzten „Star Wars Story“-Film noch versucht eine Lücke zwischen zwei Episoden zu füllen, kriegen wir diesmal die Origin-Geschichte des jungen Han Solo und seinen Werdegang als sympathischster Schmuggler des Universums serviert. Zu Anfang noch Teil einer Gauner-Clique auf seinem Heimatplaneten Corellia, wird Han Solo (Alden Ehrenreich) im späteren Verlauf des Films Bestandteil eines Überfalls für das Verbrechersyndikat Crimson Dawn, der es ihm ermöglichen soll auf besagten Heimatplaneten zurückzukehren und seine dort zurückgelassene Freundin Qi’ra (Emilia Clarke) zu retten.
Dabei werden nach und nach alle wichtigen Fragen, die sich der Star Wars-Fan rund um den Charakter „Han Solo“ schon immer gestellt hat, beantwortet. Woher kennt er seinen treuen Freund Chewbacca? Wie kommt er in den Besitz des ikonischen Millenium Falcon? Wann trifft er zum ersten Mal auf Schmuggler-König Lando Calrissian (Donald Glover)? Das Ganze klingt wie eine Check-Liste und so hat sich der Film zuweilen auch angefühlt, denn alle wichtigen Punkte werden ohne große Überraschungen abgearbeitet. Dass der Film dabei trotzdem sehr unterhaltsam ist, liegt an den gut geschriebenen Charakteren und der tollen Action. „Solo“ ist ein Heist-Film durch und durch und macht als solcher auch viel richtig. Das Pacing lässt Längen nur minimal bis gar nicht aufkommen.

Dass Han Solo dabei als Charakter in seiner eigenen Origin-Story kaum Entwicklung durchmacht, stört nur kaum. Der verschmitzte Schmuggler hat einen Hang für

Dominick Reinicke

das Gefährliche und sein Herz am rechten Fleck. Das ist am Anfang so und ändert sich bis zum Ende auch nicht, wie sich bereits früh absehen lässt. Wer von „Solo: A Star Wars Story“ eine spannende Weltraum-Heist-Geschichte mit einem jungen, aber trotzdem souveränen, Han Solo erwartet, wird auch genau das bekommen. Platz für Innovation oder Experimente bleiben dabei leider nicht.

Ganz am Ende des Films, als die Check-Liste komplettiert war, hatte ich leider das Gefühl, dass das Potenzial von Solo und seinen Figuren erst in einem Nachfolger ausgeschöpft werden könnten. Ob wir auch wirklich einen bekommen steht in den *Sternen*. Ich hoffe allerdings wirklich, dass wir Alden Ehrenreich, Donald Glover und Emilia Clarke wiedersehen werden, da sie ihre Sache ausgezeichnet machen.
Was am Ende bleibt, ist ein Film, der, nicht als erster Disney-Star Wars, hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Aber dafür auch tolle Action, erstrangige Effekte, fabelhafte Charaktere und eine Menge Spaß liefert.

 

Hier die INDAC Kritik von Janine Heine zu Ron Howards“ SOLO – A STAR WARS STORY“

Ein neues Abenteuer in der Welt, die den meisten sehr vertraut ist, das von der Reise erzählt wie Han zu demjenigen wird, den wir kennen. Trotz vieler Debatten über Schauspielerwahl, Produktion und Co ist der Film meiner Meinung nach gut geglückt. Obwohl keine Laserschwerter und Jedis vorkommen, fühlt es sich trotzdem wie ein Film im Star Wars Universum an. Man folgt dem jungem Han, lernt wie Chewbacca und der Millennium Falke in sein Leben treten und trifft zusammen mit ihm auf viele interessante Charaktere. Diese Charaktere sind gut und teils sehr vielschichtig geschrieben, sodass sie und ihre eigenen Geschichten ein wenig von Han Solos Entwicklung ablenken.

Janine Heine

Natürlich wurden einige wichtige Fragen geklärt aber dennoch war der Film mehr als nur eine simple Han Solo Biografie. Die Einführungen dieser Personen bringen die Abwechslung in die rasche Aufeinanderfolge der Kämpfe und markieren die wenigen ruhigen Momente des Films. Man erwartet das der Film seinen Schwerpunkt auf die Erkärung des Charakters legt und weniger auf die Story und doch hat man am Schluss das Gefühl, die anderen Personen doch tiefer kennengelernt zu haben als den eigentlichen Protagonisten. Alden Ehrenreich versucht nicht Harrison Ford einfach zu imitieren und auch nicht seinen eigenen Solo zu erschaffen, sondern findet einen guten Mittelweg, ihm Leben einzuhauchen. Das Original zu übertreffen ist zwar kaum möglich und meiner Meinung nach auch nicht die Intention, die jüngere Version Han Solos kaufe ich Ehrenreich jedoch bereits nach den ersten Szenen ab. Auch Donald Glover als Lando Calrissian überzeugt durch seine lockere und auch leicht hochmütige Art und ich hoffe auch bald Emilia Clarkes Charakter Qi’ra in einer weiteren Star Wars Story oder einem Solo Sequel wiedersehen zu können. Der Look des Films ist sehr gelungen, nur die Kamera empfand ich in manchen Actionszenen doch einen Ticken zu hektisch. Was ich dauerhaft wahrgenommen habe war die Musik, selbst wenn sie nur leise im Hintergrund lief, hatte ich immer das Gefühl sie erfüllt immer einen Zweck. Gelegentlich enstand auch der Eindruck, dass sie zu erzwungen war, genauso wie manche Anspielungen. Kostüm und Maske waren, wie nicht anders zu erwarten, ausgezeichnet, ebenso die Effekte. Insgesamt ein gelungener SciFi-Actionfilm mit spannenden Figuren und Star Wars Feeling, der mich auf mehr hoffen lässt.

Janine Heine, Frankfurt

Die INDAC Kritik von Cedric Engel zu Ron Howards „SOLO – A STAR WARS STORY“

„Bevor der Film überhaupt startete war allen im Kino bewusst, was passieren wird. Die Origin-Story eines Charakters zu erzählen ist immer eine denkbar undankbare Aufgabe, denn jeder weiß, was passieren wird. Der Protagonist schwebt nie in echter Gefahr, denn er taucht in Filmen auf, die zeitlich nach „Solo: A Star Wars Story“ spielen. Charaktere, die wir in einem normalen FIlm erst kennenlernen müssten, kennen (und lieben) wir bereits. Und trotz dieser Vorhersehbarkeit tritt keine Langeweile auf. Ron Howard schafft es über fast zweieinhalb Stunden hinweg eine interessante, originelle und spannende Geschichte zu erzählen. Dabei konzentriert er sich vor allem auf die neuen Charaktere, die wir nicht kennen. Diese sind mehrschichtig und sorgen für überraschende Twists. Unsere altbekannten Charaktere sind hingegen eher für ein paar gute Witze und ein wenig Nostalgie da. Sie bringen die Geschichte nicht wirklich voran.

Liebhaber von Star Wars und Harrison Ford bekommen zwar nicht ganz das, was die originale Trilogie uns versprach, aber dafür wird uns eine neue, glaubwürdige Geschichte mit tollen Charakteren erzählt.“

Cedric Engels

Die INDAC Kritik von Teymur Madjderey zu Ron Howards „SOLO – A Star Wars Story“

Solo

Solo, a film that some of us have been waiting for, for longer than even Prequel fans exists. A film that started in controversy from the second it was announced. Who plays Han, who will direct Han, what timeline will it be in?! Such young directors! Then a new director, an older much more seasoned one! And so on and so on. As it, nowadays, goes. Fan-entitlement is a given, Fan-service is frowned upon and everybody is a fan and has been since birth. I remember the time when you were laughed at for being a Star Wars fan. Some of my very earliest and most vivid memories are Star Wars related. 37ish years ago. That crummy VHS tape, Luke staring into the distance the Twin-Suns above him, John Williams epic music playing (which still to this day gives me goosebumps hearing it). So yes, I am one of those. Less cynical, a bit more fanboyish, now lets get into it.

Solo was everything I hoped for and then some. Every button was pushed that needed to be pushed. Alden Ehrenreich, of Hail Cesar fame, plays „our“ beloved Han Solo so well. He most importantly does neither imitate Harrison Ford playing Han Solo, nor does he go overboard in the attempted to make Character his own. With wonderful nuance and skill he gives the Charakter more depth and allows us to bond with Han more than before. A good script can get you just so close to connecting a long loved characters past to its well known future, but it needs a bit of the actors heart and soul too and Ehrenreich gives us exactly that.

From Han Solos dreams and struggles to his distinctive charm and way of handling hairy situations. From being taken in by Tobias Beckett to growing his character and standing his own. The movie also gives us nice and small nods and hat tips to the original Trilogy. May it be the way a shot is framed and set up to parts of the script to little set details or extras.

And then we have Donald Glover, man, in the trailers it seemed to me that it would be a more… „Glovery“ Lando Calrissian, but Donald Glover, as Ehrenreich did, brought his Character to life in a way I was not expecting. Gave Lando a beautiful backstory and life. That could have gone very differently. In both cases. I always liked Lando, but never was in love with the Character. He gained a lot of Space-Cred with me through Solo, that’s for sure. And I can only support the calls for a Lando Film. It’s difficult to get more into it without giving away plot details, but I love how Lando is portrayed and how that connects to Empire.

Solo takes us way back, as we expected, but just enough to keep the flow sharp and snappy. It does at no point get lost in useless or too detail oriented bit and pieces, brings us rich characters and just understands how to deepen our feelings for Han, Chewie and the rest of the crew. It knows how to tiptoe on the fine lines of bringing us a rich world, without getting lost in unnecessary details, but even for a master like Lawrence Kasdan at some point there must be a decision on which characters to focus on and try to do the impossible. I love that the man who brought us the best Star Wars film ever made (The Empire Strikes Back), also brings us the freshest Star Wars movie yet.

I am no expert when it comes to VFX, but overall nothing stood out to me negatively or took me out of the experience. In general I loved how the whole look of the film on the one hand felt like Star Wars and on the other stood for itself. Even more than Rogue One did.

As for the rest of the Cast, from the always wonderful Emilia Clarke, to Woody Harrelson and Joonas Suotamo, who is such a worthy successor to Peter Mayhew, everyone shined in my opinion. And I loved the Enfys Nest/Lexi Character and actress. I would have loved more of her. Last but not least let us not forget Paul Bettanys Dryden Vos, who brings us a nice insight into the society of the Star Wars universe and kind of connects to the whole Casino idea from TLJ without the annoyance actually. Ok I lied! Last and for sure not least is Phoebe Waller-Bridge playing L3-37. Who I would love to see in a buddy movie with K-2SO actually. She is funny, witty and full of heart. Just a wonderful addition to the already fantastic variety of Droids.

It is not all fun and games as one could expect with a movie about a stuck up, half-witted, scruffy-looking, Nerf-herder. We get some quite emotional and surprising scenes too, as one would hope. It made me love this film so much more and just makes it a better story.

What a very enjoyable movie. In no small part thanks to Kathleen Kennedy for having the foresight to get Ron Howard on board, who brought the film back to the scripts initial direction. And even though it is more common than most people would think, switching your director in the middle of shooting a Film like this can be a death sentence, but sometimes it will also save it, make it better and as the legend Ron Howard is he did deliver.

In size and magnitude Solo feels a lot like its cousin Rogue One, and it is a great adventure film set in one of the most fantastic universes ever brought to the silver-screen. It has everything a Star Wars film needs, it opens the possibility for more Solo, but also for so much more. Less grand and less epic Star Wars, which, if you ask me, could be a great thing. Lucasfilm basically took a lightsaber to the vault that is the Star Wars Universe and ripped that sucker wide open. Making so many wonderful things possible. And I know what you think, Star Wars fatigue. Just like Comic-book movie fatigue is, in my opinion, way overrated. Yes we have a lot of super hero movies, we have now and will get soon more and more Star Wars movies, but also think of the following. Especially with movies like Solo, that in fact are set in the Star Wars universe and are not typical Star Wars movies. Solo is a wonderful adventure movie and future Star Wars movies could divert even more from the typical universe patterns. At least there is the possibility. And I mean how many period pieces about the Civil War have we seen and keep getting. Or RomComs set in the present etc etc. It is also in the hands of the filmmakers who are not making Comic-book or Star Wars movies at the moment to brings us other wonderful stories that capture our imagination and attention. It is a business after all and the market regulates itself pretty well, normally.

I can only recommend Solo to everyone. Not everyone will be as excited as I am, but I cannot see many hating it besides the most cynical of Star Wars/sciFi/Movie fans. Of which we have a lot these days of course, but I do not count those as real fans of anything anyway.
Go in, have fun, and maybe even watch it again. I know I will.

Teymur Madjderey

Hier die INDAC Kritik von Petra Popescu zu Marvels „AVENGERS | INFINITY WAR“

„Perfectly balanced. As all things should be.“

Nach einem enttäuschenden zweiten Avengers Film und einem, wie ich finde eher wirren und freudlosen Captain America: Civil War, war ich fast schon bereit zuzugeben, dass sich bei mir ein leichter Superhelden Überdruss eingestellt hat. Doch Avengers 3: Infinity War hat mich eines besseren belehrt und ich muss eingestehen, der Film macht wirklich Spaß.

Die Handlung ist schnell zusammengefasst. Thanos gibt sich endlich als Bösewicht zu erkennen und um seinen finsteren Plan zu verfolgen, will er alle sechs Infinitiy Steine vereinen, deren Macht ihn unbesiegbar machen sollen. Zwei der Steine befinden sich auf der Erde, der Rest ist in der ganzen Galaxie verstreut und Thanos und seine CGI Schergen versuchen diese an sich zu reißen. Mit der Bedrohung konfrontiert, zögern die Marvel Helden nicht lange und nehmen den Kampf auf.

Nach 18 Filmen und 10 jährigem Bestehen der Marvel Studios, scheint die Aufgabe alle Helden in einem Film zu vereinen, eine schier unlösbare Aufgabe. Doch den Russo Brüdern gelingt diese logistische Meisterleistung scheinbar mühelos. Das Aufeinandertreffen der Figuren im Film ergibt Sinn, die etablierten Charaktere bleiben sich treu, Motivationen sind schlüssig und trotz der vielen Handlungsstränge und Schauplätze verliert man nie den Überblick.

Das Herzstück der Marvel Filme waren immer ihre Charaktere und auch in Infinity War sind die Interaktionen der Figuren wieder das Highlight des Filmes.
Die Helden wurden in neuen Gruppierungen clever kombiniert und es macht große Freude zu sehen, wie Figuren aus unterschiedlichen Filmen auf einander treffen. Die daraus resultierende Situationskomik und gutmütige Zankereien haben mir einige Lacher entlockt. Natürlich liegt der Fokus auf manchenFiguren mehr als auf anderen, was einige vielleicht enttäuschen mag, aber bei der schieren Masse an Superhelden, lässt sich das wohl nicht anders bewältigen.

Um auch ein bisschen Kritik zu üben, muss ich sagen, dass die Kampfsequenzen zwar wieder voller schöner Ideen stecken, aber gerade das große Finale wirkt doch etwas wuselig und zu stark in die Länge gezogen.
Auch gibt sich der Film viel Zeit und Mühe Thanos als nachvollziehbaren, fast sympatischen Bösewicht dazustellen, doch sein Gerede steht in keinem Maßstab zu seinen grausamen Taten, sein Plan ist einfach zu bizarr.

Alles in allem ist Avengers 3: Infinity War eine sehr gelungener Comic Superhelden Film, der spannend ist und Spaß macht, perfectly balanced, mit einem grandiosen Finale, dass einen sehnsüchtig auf Avengers 4 warten lässt.

Wie immer bis zum Ende sitzen bleiben, no spoilers und viel Spaß!

Schöne Grüße,
Petra Popescu

Die Filmkritik von Alena Nicolai zu Marvels „Avengers | Infinity War“

Marvel Studios' AVENGERS: INFINITY WAR..Thanos (Josh Brolin)..Photo: Film Frame..©Marvel Studios 2018

Zunächst einmal SPOILER. Dann geht’s weiter!

 

Was soll ich sagen?

Vielleicht, dass ich seit über einer Woche vor einem leeren Dokument sitze, im Hintergrund flüstert die Stimme Schreib doch endlich deine Kritik… Ja, gerne. Aber was soll ich denn sagen?

Vielleicht sollte ich damit anfangen zu erzählen wovon der Film überhaupt handelt? Aber auch das ist leichter gesagt als getan. Worum geht es überhaupt?

Thanos? Definitiv!

Thanos, ein mächtiger Despot und Ziehvater van Gamora, will übermächtig werden und die gesamte Galaxie unterwerfen oder besser gesagt nach seinen Wünschen gestalten. Dazu benötigt er die Infinity Stones und wie wir als Zuschauer seit mehreren Teilen im Marvel Cinematic Universe (MCU) wissen, sind diese verstreut, versteckt und beschützt. Thanos zieht also plündernd und mordend durch das Weltall, schickt seine Schergen aus und löscht jeden aus, der sich ihm in den Weg stellt. Soweit also kein unbekannter Plot.

Überladen mit Gedanken und Erwartungen bin ich dann endlich im Kino gelandet. Ein wunderbar kribbeliges Gefühl im Bauch „Wie wird diese Geschichte weitergehen“? Film ab – und direkt das erste Fragezeichen im Kopf. Wo zur Hölle sind wir? Denn eine Hölle scheint es zu sein. Bruchstücke eines Raumschiffes und tote Körper stapeln sich auf der Kinoleinwand. Ich schlucke. Alles andere als eine leichte Atmosphäre. Bin ich doch von Guardians Vol. 2 mehr als verwöhnt mit skurrilem Slapstick. Ich muss dazu sagen, dass ich im letzten Jahr nicht (!) Thor: Ragnarök gesehen habe. „My bad“ wie sich herausstellt, denn Inifinity War setzt nahtlos dort an. Nach kurzer Verwirrung (warum ist Fury im Weltall und warum hat er Haare? Ach halt, das ist Thor..?!) Chris Hemsworth in seiner Paraderolle. Geschlagen, gebeutelt, unrasiert, einäugig widersetzt er sich Thanos.  Hier freut sich mein weibliches Fanherz und ganz nach dem Motto „nur ein schmutziger Aragon, ist ein guter Aragon“  halte mich ich zurück die Arme hochzureißen und ihn anzufeuern.

Leider hält meine teeniehafte Stimmung gerade mal ein paar Minuten. Nach einem unspektakulären Muskelspiel, setzt Thanos unter das Zusammentreffen einen Schlussstrich und nimmt sich wofür er gekommen ist. Im Vorbeigehen werden Loki und Heimdhal entsorgt, der Rest in die Luft gesprengt. Cut.

Wie, was… what happened? Ich schaue auf die Uhr. Keine 15 Minuten. Was ist da gerade passiert? Die Anfangsszene setzt sowohl das Tempo als auch den Ton. Die Atmosphäre ist anders als in allen anderen MCU Filmen. Das Kino ist still, das Publikum angespannt. Ein unangenehmes, stumpfes Gefühl setzt sich in meiner Magengegend fest. Es sagt: Ich will nicht. Jetzt eine Woche nach Infinity War ist „ich will nicht“ immer noch der Satz, der sich für mich durch diesen Film zieht.

Ich will nicht wissen, welcher lächerlichen Ideologie Thanos folgt und damit sein Verhalten entschuldigt.

Ich will nicht lachen, über die kleinen Seitenhiebe, doch manchmal kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Doch von Herzen kommt es nicht.

Ich will nicht hören, where, who or why Gamora is.

Ich will nicht sehen, wie Team um Team nach Schema F (introduction, fight, destruction) geschlagen und abserviert wird.

Ich will nicht sitzen bleiben und auf den Nachspann warten.

Und doch tue ich es, den ganzen Film lang.

 

Also was sage ich jetzt? Inifinity War, ein Film in epischer Länge. Nur für Fans wohlgemerkt, alle anderen werden mit Figuren überladen, die sie weder kennen noch lieben. Aber es ist bildgewaltig und das nicht zu knapp. Die VFX sind gigantisch. So lieblos die Charaktere in den Film hineingeschleudert (und herausgerissen) werden, so liebevoll waren hier Hunderte Visual Artists am Werk und geben mir worldbuilding deluxe. Da verzeihe ich auch den ein oder anderen starren CG-Charakter.

Und nachdem ich meine Urlaubsabende damit zugebracht habe, vorherige Teile des MCU noch einmal zu anzuschauen (und ja dieses Mal mit Black Panther und Thor: Ragnarök enden werde), sage ich: Auf ein Zweites.

Ich will also doch und vor allem will ich Part 2, und zwar sofort, motherfucker.

 

Alena Nicolai

SCREENING: SOLO: A STAR WARS STORY

In Zusammenarbeit mit Walt Disney Studios Motion Pictures Germany darf INDAC  jeweils bis zu 2 Animations-/VFXschaffende pro Stadt zu den Presse-Screenings des Films SOLO: A STAR WARS STORY einladen.

Gezeigt wird die Original Fassung in 2D !

Die Vorführungen laufen in Hamburg, Leipzig, Berlin, Köln, München und Frankfurt

Wie immer verpflichten sich die Teilnehmer obligatorisch dazu, eine Kritik für den INDAC Blog zeitnah zum Filmstart zu verfassen. Nur auf INDAC.org registrierte Mitglieder der deutschen Animations- und VFX Community können sich für die Teilnahme an den Screenings bewerben:

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Pro und Contra: Die INDAC Kritiken von Helena Barbie und Markus Müller zu Marvels „Avengers – InfinityWar“

Die neuste (und lang erwartete) Marvel Verfilmung ist endlich da und toppt alle Erwartungen. Die letzten Jahre haben die Zuschauer genau auf dieses Spektakel vorbereitet. Nun die ganzen Stränge zusammen zu bringen hat überraschend gut funktioniert. Es wird natürlich schnell gewechselt zwischen Handlungssträngen, Charakteren und Schauplätzen. Aber gerade noch in dem Tempo das es nicht überfordert und man der Geschichte gut folgen kann. Vor allem geht trotz der Masse keine der Figuren unter. Die Marvel typische Prise Humor findet wie immer platz und dennoch geht man mit Steinen im Bauch aus dem Kino. Denn die Ausmaße von Thanos Macht, sind enorm und das die geliebten Helden doch so in die Schranken gewiesen werden ist er überraschend. Trotz einiger Vorhersehbarer Momente, bleibt es durchgehend spannend und angsteinflößender als man es gewöhnt ist.

Optisch bietet der Film mit zahlreichen Action-Sequenzen und Kulissen alles was das Herz bei einer Comic Verfilmung begehrt. Dem Setting wurden einfach keine Grenzen gesetzt und die Stimmung wurde toll vermittelt. Allerdings schwankt die Qualität ganz schön bei den Effekten. Während Thanos durchgehend super aussieht, wirkt die Black Order an manchen stellen fast billig (für Marvel Verhältnisse). Generell sieht die ein oder andere Szene eher komisch aus, durch die hektische Erzählweise bleibt einem aber eigentlich auch nicht genug Zeit herauszufinden woran das liegt.

Auf jeden Fall ist Avengers: Infinity War einen Kinobesuch wert, für mich sogar einen zweiten!

Tumult im Weltall  – Teil 1. – Lord of the Rings Stones in Space
Der Film war okay. Zum Teil war das ganze Kämpfen, Hacken, Matschen, Springen, Schiessen, Schlagen und Stechen schon arg monoton und hob sich auch nicht wesentlich von den anderen 18 Marvelfilmen ab. 
Der ganze erzählerische Überbau mit den 6 magischen Steinen erinnerte sehr stark an ein Herr der Ringe-Rip Off („Ein Ring, sie alle zu knechten“), der ja seinerzeit auch bloss eine Art Neuinterpretation der Nibelungensage war. Die philosophische Komponente mit Thano’s Vorhaben die Bevölkerung aller Welten zu halbieren zündete einfach nicht, da sie keinen rechten Sinn ergab. Und all die smarten Helden (Iron Man hat sich mal eben nen Anzug aus Nanoteilchen konstruiert) finden auch keine andere Antwort, als auf den Bösen einzukloppen, als wären sie tumbe Wrestler? Ganz lustig waren die Portal-Anleihen von Dr. Strange, die manchen Szenen zumindest ein wenig Chuzpe verliehen.
Für die Größe des Films hätte ich aber irgendwie viel mehr erwartet als immer nur „feste drauf“. 
Was bleibt sind ein paar lustige Momente, kindische Gags, durchwachsene CGI (Thanos sah in den Close Ups unglaublich gut aus, aber sobald er mal in der Totale zu sehen war, stakste er hölzern durch die Szenerie und seine Lippenbewegungen erinnerten mit ihrer artifiziellen Anmutung frappierend an die des misslungenen Dr. Manhattan aus Snyders Watchman Verfilmung).
Nun haben wir also die Hälfte hinter uns, bei unserem Vorhaben WIEDER die Welt zu retten. Was kommt wohl als nächstes? Hoffentlich mehr erzählerische Raffinesse.
Studio Kuskus Berlin

 

Die INDAC Kritik von Dominic Reinicke zu Marvel „Avengers – INFINITY WAR“

Als ein intergalaktischer Tyrann namens Thanos sich aufmacht, die mächtigen Infinity-Steine zu suchen, müssen die Avengers sich vorbereiten, das Schicksal der Erde und des ganzen Universums im Kampf um die Steine zu verteidigen. Hilfe bekommen die Rächer bei dieser Schlacht von alten Bekannten und neuen Verbündeten.
Nach 10 Jahren und einem Haufen Filme ist es endlich soweit: All unsere Marvel-Lieblingshelden treffen auf den Bösewicht Thanos auch damit auch ihre bisher größte Herausforderung. Und eine Herausforderung war der unter der Regie der Russo-Brüdern entstandene „Avengers – Infinity War“ auch für die Marvel-Studios. Schon bei dem Blick auf das Filmposter fällt einem auf, mit was für einem großen Cast der Film aufwartet. Dabei wird keine Zeit damit verbracht, dem Zuschauer weder zu erklären, woher diese ganzen Superhelden kommen, noch was ihre Beziehungen zueinander sind. Wer versucht mit „Avengers – Infinity War“ neu in die Marvel-Filmreihe einzusteigen, wird vor lauter Charakteren schnell nicht mehr hinterherkommen. Doch was als Kritikpunkt ausgelegt werden kann, kommt der Dynamik des Films massiv zugute.
Ohne Umschweife beginnt der Film genau da, wo uns das After-Credits Ende von „Thor: Ragnarok“ rausgelassen hat. Die Action beginnt und endet dann auch so schnell nicht mehr. Der Fokus liegt klar auf dem Zusammentreffen von Helden und Schurken, und den Kämpfen, die sich zwischen denselbigen entwickeln. All das funktioniert in einem erstaunlichen Maße dadurch, dass man Thanos als Bösewicht und Bedrohung ernst nimmt. Dadurch, dass die auch so schon ziemlich lange Spielzeit von 2:40h einigermaßen gerecht auf die 18 Helden aufgeteilt werden muss, verbringt man zwangsläufig die meiste Zeit mit Thanos, der einer der klaren Pluspunkte des Films ist. Denn nur wenige Marvel-Filme haben einen so gut geschriebenen Antagonisten wie „Avengers – Infinity War“. Thanos ist von der Gerechtigkeit seiner Sache überzeugt und versucht die Helden nicht nur einmal davon zu überzeugen, dass seine Ziele unausweichlich sind, um Gleichgewicht herzustellen. Er wirkt nicht nur ein Vehikel, sondern hat auch persönliche, berührende Momente, die als herausragend aus dem Film hervorstechen. Diese fehlen den Protagonisten zuweilen. Charaktere, die man in vorherigen Filmen lieb gewonnen hat, werden durch ihre teilweise zu kurze Screentime auf ihre erwartbaren Charaktereigenschaften runtergebrochen. Ein Peter Quill, der in „Guardians of the Galaxy“ noch der Hauptcharakter und Anführer der „Guardians“ war, wird plötzlich zum Comic Relief und Sidekick, einfach weil die Narrative es nicht anders hergeben kann. Damit auch bloß jeder etwas zu tun hat, ist man unglücklicherweise auch nicht um eine riesige CGI-Monster-Schlacht herum gekommen. Das Effekt-Feuerwerk ist groß, spektakulär und macht auch Spaß, aber wenn die B-Riege der Avengers im letzten Drittel gegen eine Horde gesichtsloser Aliens kämpft sind die Einsätze und damit meine emotionale Investition leider nicht sehr hoch. Viel zu stark fühle ich mich erinnert an die Schlacht gegen die „Chitauris“ aus „Avengers“ und den Kampf gegen die Roboter-Armee aus „Avengers: Age of Ultron“. Hier hätte ich mir wirklich ein bisschen Innovation gewünscht.
„Avengers – Infinity War“ ist ein Blockbuster, der sich an fast ausschließlich an Fans richtet und hat mit seiner langen Historie, auf die sich der Film beruft, eine gewisse Einzigartigkeit erreicht. Allerdings war das nur der erste Teil des „Infinity Wars“ und das merkt man dem Film ganz klar an. Handlungsstränge werden nicht zu Ende erzählt und Fragezeichen nicht aufgelöst. „Avengers Infinity War“ ist bombastisch und macht eine Menge Spaß. Er ist aber auch der Auftakt zu einem noch größeren Finale und das Setup für einen Film, der wahrscheinlich noch bombastischer sein wird.

 

Die INDAC Kritik von Michael Knoll zu Marvels „Avengers – Infinity War“

10 Jahre ist es her als das MCU (Marvel Cinematic Universe) mit IRON MAN seinen Weg erstmals beschritt und nun soll es seinen (ersten) Abschluss finden, in einer Geschichte die (beinahe) alle etablierten Charaktere des Franchise aufeinandertreffen lässt. Besser gesagt, findet es die erste Hälfte seines Abschlusses, denn für den finalen zweiten Teil, muss man sich noch ein Jahr gedulden. Wie dem auch sei, für INFINITY WAR lautet die Frage: Kann man dutzende Figuren halbwegs kohärent und sinnig in ca. 150 Minuten Laufzeit erzählen? Die Antwort lautet erstaunlicherweise ‚ja‘.

Der Vergleich mit dem hastig zusammengebastelten Gegenentwurf des DCEU (DC Extended Universe) kann kaum ausbleiben. Wurde JUSTICE LEAGUE konzeptionslos zusammengeschraubt, mit Nachdrehs versehen, umgeschnitten und tonal verändert (wie zuvor SUICIDE SQUAD), gingen die Marvel Studios einen von langer Hand geplanten Weg. Das Ergebnis ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. JUSTICE LEAGUE hinkt an allen Enden und Ecken, muss noch schnell Figuren einführen und einen bis dato unbekannten Bösewicht reinstopfen, was bei den Avengers längst etabliert ist und man so die Folgen des Aufeinandertreffens zeigen kann.

Vor allem ist dies dem Regie-Duo Joe and Anthony Russo zu verdanken. Die haben nach CAPTAIN AMERICA: THE WINTER SOLDIER und CAPTAIN AMERICA: CIVIL WAR nun wieder einmal mehr bewiesen, dass sie, gleich nach James Gunn, die fähigsten Regisseure des MCU sind, wenn es darum geht die Chemie zwischen Figuren auszuloten, ein Potpourri aus Handlungssträngen zu erstellen und eine vielschichtige antagonistische Kraft zu erzählen.

Letzteres personifiziert sich dieses Mal in den geheimnisvollen Thanos, dessen Charakter dem Publikum stückchenweise aus den anderen Filmen präsentiert wurde. Was ihn vom direkten Konkurrenten Steppenwolf aus dem JUSTICE LEAGUE unterscheidet, ist, dass er ein motiviertes Ziel verfolgt, dass über das obligatorische Weltvernichten aka ‚blauer Laserstrahl schießt in den Himmel und muss gestoppt werden‘ hinausgeht. Während die Motivation nach und nach enthüllt wird und mit ein bisschen Nachdenken auch gar nicht blöd daherkommt, hätte es der Dramaturgie vielleicht gutgetan, dieser Mission auch noch eine äußere Dringlichkeit zu geben. So verfolgt er einen Plan, den man verstehen kann, aber bei der Nachvollziehbarkeit hakt. Auch seine vier Adjutanten geraten anhand der schieren Masse an Handlung als Persönlichkeiten leider zu kurz. Dafür konzentriert sich die Handlung erfreulicherweise umso mehr auf die persönlichen Einzelschicksale einiger Helden. Die Beziehung zwischen Peter Quill und Gamora bzw. Vision und Scarlet Witch wird vertieft, die Existenz Wakandas fügt sich in das Weltbild ein, die Risse, die CIVIL WAR hinterlassen hat, werden bespielt, usw. Dies eröffnet ein emotionales und spannendes Konstrukt, bei dem es an mehreren Fronten zu Kämpfen kommt. Interessanterweise von galaktischen hin zu irdischen Schauplätzen.

Wieder einmal entpuppen sich dabei die Guardians oft he Galaxy als vielschichtiges und spannendstes Team des MCU, mit dem größten Unterhaltungsfaktor. So stechen die Szenen heraus, indem sie endlich auf andere Figuren des MCU stoßen. Hingegen wirkt Spiderman hineingezwungen und als stellenweise deplatzierter Fanservice. Alle ‚frischen‘ Figuren rund um Wakanda hingegen werden sehr sparsam, aber nicht unnütz, erzählt und nicht aufgrund des riesigen BLACK PANTHER Erfolgs künstlich aufgeblasen.

As eher verwundert, ist, dass einige SFX Shots unfertig und kurzfristig geändert wirken. Besonders wenn es um Thanos geht, der etwas in die Hand nimmt oder in der Hand hält. Relativ schlimm wirkt das am Ende (Achtung, marginaler Spoiler) wenn Bruce Banner aus der Hulkbuster Suite physisch fragwürdig herausschaut.

Trotz Kritik, kann sich AVENGERS – INFINITY WAR zu den besseren Marvel-Filmen zählen, wohl auch zum besten Film der bisherigen AVENGERS Reihe. Die Geschichte ist galaktisch und doch noch übersichtlich, die Charaktere werden so sinnvoll wie möglich genutzt, klare Motivationen werden erzählt und emotionale Momente geschaffen. Das das bei der Masse an zu erzählenden Elementen stellenweise auf wackeligen Beinen steht, ist wohl kaum zu vermeiden. Am Ende bleibt ein Film, der sich versucht etwas mehr aus seiner Popcorn-Unterhaltungs-Hülle herauszuschälen und sowohl den Fans, die eh jeden Film sehen und bis auf die Knochen verteidigen, als auch dem normalen Kinogänger etwas bietet. Vor allem gilt das Lob dem konsequenten Ende, der sich organisch aus der Story ergibt und nicht erzwungen wird. Ein guter Punkt nach dem zweiten Teil das MCU etwas auf Eis zu legen, aber es sind ja noch gefühlt 100 weitere Filme geplant. Ob das Sinn macht, wird die Zeit zeigen.

Michael Knoll

Hier die INDAC Kritik von Janine Heine zu „Avengers – Infinity War“

Eines der größten Crossover-Events ist endlich da!
Thanos setzt seine Suche nach den Infinity Steinen fort und nun liegt es an den Helden der vergangenen Filme, das zu verhindern.
Und dies trotz Spannungen untereinander.

Zunächst vorweg gesagt: Um von den vielen Charakteren und ihren Hintergründen nicht erschlagen zu werden, empfiehlt es sich die vorangegangenen Filme gesehen haben…oder sich zuvor eine Zusammenfassung der Geschehnisse durchlesen. Storytechnisch lässt sich im Grunde nicht viel sagen, außer dem was bereits bekannt ist: Thanos sucht die sechs Infinity Steine und ein großer Trupp an Marvel-Helden versucht ihn aufzuhalten. Dies könnte auf den ersten Blick wie ein Kritikpunkt klingen, würde der Film nicht trotzdem gut funktionieren. „Avengers: Infinity War“ konzentriert sich mehr auf die Beziehungen der Helden und vor allem auf seinen Antagonisten, der fantastisch gelungen ist. Thanos‘ Motivation regt zum Nachdenken an, gibt ihm mehr Tiefe und trotzdem geht von ihm diese Aura der Bedrohung aus. Das nicht nur durch Josh Brolins großartige schauspielerische Leistung und besonders seiner Mimik, die durch das CGI nicht verloren geht, sondern dadurch dass man ihm wahrhaftig abkauft, dass er überzeugt davon ist richtig zu handeln.
Es macht den Charakter mehrdimensional und man wartet darauf, mehr über ihn erfahren zu dürfen.
Der Film braucht zu Beginn etwas, um alle Charaktere zusammen zu führen und die zweite Hälfte des Filmes fühlt sich dadurch nochmal etwas anders an, doch kam es mir zu keinem Zeitpunkt so vor, als hätte der Film Längen. Die neuen Konstellationen der Superhelden haben Spaß gemacht und führten zu einigen lustigen Gespräche. Allerdings hatte ich nicht das Gefühl, dass ALLE Charaktere gleich viel Screentime bekommen haben. Es gibt zwar keine Rolle, bei der man hätte sagen könnte, sie wäre unwichtig und dennoch schien es nicht gleichmäßig aufgeteilt. Bei der Masse an Helden würde ich jedoch behaupten, es wurde so gut gelöst wie nur möglich. Hierbei handelt es sich wieder um einen ernsteren Marvelfilm, dennoch kommt der für das MCU typische Humor nicht zu kurz, bei dem einige Gags zünden und andere wiederum nicht. Nichtsdestotrotz lockern sie die Stimmung wie gewollt auf, was auch in manchen Momenten der Handlung nötig ist. Beim Szenenbild wurde ein guter Mittelweg zwischen den gedeckteren Farben der „Avengers“ und den etwas grelleren aus dem letzten „Thor“ und „Guardians of the Galaxy“ gefunden.
Es ist dadurch einheitlich genug, dass man glaubt, sich in einem zusammenhängendem Universum zu befinden.

Janine Heine

Die Effekte und Animationen waren allgemein sehr hochwertig, nur wenn Thanos mit „realen“ Figuren interagiert hat, erschien es an manchen Stellen nicht ganz glaubwürdig. Ansonsten gab es nur wenige, nicht weiter nennenswerte Momente in denen die Effekte störend auffielen. Die Kameraarbeit hat mir sehr gefallen, besonders die langen Einstellungen während der Gespräche und bei Einführen in eine neue Umgebung. Die Kämpfe konnten teils etwas unübersichtlich werden, besonders wenn zwischen vielen verschiedenen Leute hin und her gesprungen wurde, blieben aber dadurch auch sehr spannend. Wie bereits erwähnt bekommt man in „Avengers: Infinity War“ eine sehr simple Story: Eine einzige große zerstückelte Schlacht, deren Auswirkungen jedoch erst mit „Avengers 4“ endgültig klar sein werden. Es ist also ein weiteres Mal warten angesagt, allerdings macht der Film sehr viel Spaß und ist so gut geworden wie ich mir erhofft habe. Er ist ein schön anzuschauendes Zusammenspiel von lustigen, nachdenklichen und mal mitreißenden Momenten, tollen Effekten und dem Aufeinandertreffen auf dass so viele gewartet haben.
Ungeachtet dessen bekommen wir in dieser Wartezeit aber auch noch genug Filme um uns die Zeit zu vertreiben und uns auf den Abschluss dieses Kapitels vorzubereiten.
Fans des Marvel Cinematic Universe kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten und insgesamt kann ich nicht mehr sagen als:
Der Film ist gelungen und ich kann es kaum erwarten ihn mir ein weiteres Mal anzuschauen.

Janine Heine, Frankfurt

Hier die INDAC-Kritik von Mario Doll zu Marvels „Avengers – Infinity War“

Zur Handlung:
Oberschurke Thanos (Josh Brolin) sehnt sich danach das „Gleichgewicht im Universum“ wieder herzustellen und hat es sich deshalb zur Lebensaufgabe gemacht, die Hälfte allen Lebens im Universum auszulöschen. Dies will der Bösewicht mit Hilfe der sechs sog. „Infinity-Steine“ schaffen und ist deshalb quer durch die Galaxien auf der Suche danach. Kein Wunder, dass sich hier schnell Gegenwehr in Form der Avengers, Guardians of the Galaxy u.a. findet, die den unberechenbaren Wahnsinnigen dabei stoppen wollen… doch das ist leider tatsächlich einfacher gesagt, als getan!

Mein Fazit:
Endlich kommt es, wie es kommen muss. Nach über einem Jahrzehnt erreicht das Marvel Cinematic Universe seinen vorläufigen Höhepunkt mit „Avengers – Infinity War“. Es ist unglaublich wie perfekt hier jahrelang darauf hin gearbeitet wurde, um Figuren zu etablieren, Storyfäden zu spinnen, usw. Das Franchise mit den Marvel Filmen fährt einen Rekord, nach dem anderen ein und der Erfolg gibt Marvel recht! Die Darsteller und Produzenten sprechen bei „Avengers – Infinity War“ vom „größten Film, der je gedreht wurde“… Und das trifft absolut zu! Denn hier bekommt man wirklich alles geboten: 160min. bombastische Action direkt von Anfang an, überzeugende Charaktere, eine kurzweilige glaubwürdige Sci-Fi-Story, den gewohnten Marvel-Humor… insgesamt solides Blockbuster Kino vom Allerfeinsten. Die beiden Brüder und Regisseure Anthony und Joe Russo haben hier ein Effekt-Feuerwerk abgeschossen, dass gleichzeitig aber auch wie ein harmonisches Konzert in einer Philharmonie wirkt, weil alles einfach absolut stimmig ist. Für mich bis jetzt DER Film 2018. Den muss ich mir noch min. 2x mit Freunden anschauen und bereits jetzt steigt die Vorfreude auf das nächste Jahr, wenn die Fortsetzung im Kino zu sehen sein wird und wir erfahren wie es weitergeht mit Thanos, den Avengers, den Guardians und vielen anderen Bekannten aus dem Marvel Universum. Alles richtig gemacht, liebe Gebrüder Russo.

Mario Doll, Berlin

Die INDAChs Kritik von Letty Fegendreher zu Marvels „Avengers – Infinity War“

Das Publikum muss nahtlos versorgt werden mit neuen Superhelden-Filmen!

Eben noch hüpfte „Black Panther“ auf der Kinoleinwand umher – und schon steht nun die große Schlacht an, auf die es in den vorangegangenen Filmen bereits viele Anspielungen gab und von der man langsam auch dachte: „Ja, es könnte nun mal soweit sein.“ Befürchtet man ein „All Star“-Medley, wie es zum Beispiel in der Musikbranche gerne gemacht wird, bei dem – vorzugsweise zur Weihnachtzeit – irgendein emotionaler, aber auch sehr kitschiger Song geträllert wird – und es ja auch irgendwie ganz cool ist, die verschiedenen Künstler zu hören – es im Gesamten aber, wenn man ehrlich ist, nicht wirklich zwingendermaßen ein ‚guter’ Song ist – nun ja… ganz ist dieses Phänomen in „Infinity War“ nicht von der Hand zu weisen. Aber es ist gut gemacht. So gut, dass das Gefühl fast verschwindet und man es beinahe vergisst. (Genauso, wie den Fakt, dass manche Charaktere aus dem eingeführten Universum nicht in diesem Film auftauchen. Die bekannten Marvel-Helden zusammen zu sehen, macht Spaß. Es findet eine erheiternde gegenseitige Belebung statt, die Mischung ist gelungen. Thanos als Antagonist ist gut, seine Beweggründe nachvollziehbar, wenngleich auch ein wenig schwach dargestellt. Das, was ihn vordergründig antreibt, sieht man nämlich eigentlich gar nicht so stark und der „Ja, eigentlich hat er auch recht“-Effekt möchte sich nicht ganz einstellen. Dennoch ist er von der Dimensionalität weitreichender, als der Durchschnitts-Böse.

Letty Felgendreher

Insgesamt bleibt der Film den Grundrezepten treu – größtenteils wirklich tolle VFX, eine solide Plotline, Action(sehr viel Action), deutliche Emotionen – und nicht zu kurz kommende Witze, so dass es sehr kurzweilig und unterhaltsam ist, den Helden und deren Agieren zuzuschauen. Es fühlt sich ein wenig an, wie ein Roman, der pro Kapitel an einen anderen Ort springt, um unterschiedliche Protagonisten zu begleiten, deren Handlungsstränge am Ende alle zusammenführen. Jedes Kapitel in „Infinity War“ ist so, dass man sich NICHT wünscht, vorblättern zu können, um die ‚langweiligen’ Passagen überspringen, denn es gibt überall Action(vielleicht ein wenig zuviel des Guten), die das Interesse des Zuschauers weckt und gleichzeitig freut man sich über die jeweiligen Charaktere, auf denen gerade das Augenmerk liegt – es ist ein Treffen alter Bekannter und man wird sich bewusst, wie lange es dauerte, bis es zu „Infinity War“ kommen konnte. Die Prämisse des Filmes funktioniert, genauso wie der Film selbst. Auch wenn manche Dinge doch recht voraussehbar sind und einen vielleicht jetzt nicht wirklich ganz ‚tief’ ergreifen – das Geschehen macht Spaß!

Es ist ein visuell geladenes  und unterhaltendes Filmerlebnis.

Letty Felgendreher

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