Die INDAC Kritik von Can Erduman zu Marvels „Ant-Man and the Wasp“

Marvel Studios ANT-MAN AND THE WASP..L to R: The Wasp/Hope van Dyne (Evangeline Lilly) and Ant-Man/Scott Lang (Paul Rudd) ..Photo: Ben Rothstein..©Marvel Studios 2018

Antman war einer der interessantesten Marvels:

80´er Hollywood Ikone Michael Douglas, ein Script und erste Animatics von Edgar Wright, witzige Sidekicks, eine persönliche, private Story und der spielerischer Umgang mit den Fähigkeiten des Protagonisten, dem ehemaligen Top-Einbrecher, Scott Lang. Das machte den ersten Teil aus.

Aber was haben wir denn im zweiten Teil zu erwarten?

Alle Charaktere haben sich etwas weiter entwickelt: Luis und seine Gauner Kollegen wollen eine Firma gründen, Scott sitzt seine Strafe ab, die er in „Captain America: Civil War“ aufgebrummt bekommen hat und Hank ist mit Hope auf der Flucht. Sie hat mittlerweile auch, wie in Teil 1 geteasert, einen eigenen Anzug und ist in die Fußstapfen ihrer Mutter, the Wasp, geschlüpft. Achja. Die Mutter ist ja auch mit von der Geschichte. Und so setzt Michelle Pfeiffer den 80er Hollywood Ikonen-Count für Teil 2 passender Weise auf zwei. Witzig!

Die Geschichte ist ebenfalls sehr persönlich: die Familie. Und diesem großen Thema sind alle Charaktere unterworfen. Protagonisten, wie Antagonisten. Auf der einen Seite haben wir Hope und Hank, die ihre Mutter und Ehefrau im Mikrokosmos verloren hatten. Dann hätten wir Scott, der seine Strafe absitzen muß, bevor er seine Tochter wieder regelmäßig sehen darf. Und natürlich Ghost, den Gegenspieler. Den Charakter fand ich sehr interessant, aber inhaltlich hätte ich mir da noch mehr gewünscht! So hat der Charakter, außer dem coolen Outfit kaum etwas zu bieten. -klassischer Comic Bösewicht.

Ebenfalls sehr anschaulich empfand ich die Effekte, da ich als 3d Artist Tiefenunschärfe sehr mag, haben mir gerade die stereoskopischen Makro Szenen sehr gefallen! Und gerade hier legte „Ant-Man and the Wasp“ die Messlatte nochmal höher und so erleben wir tolle moves…nicht nur von Ant-Man, sonder von Hope, die ihn sogar in den Schatten stellt. -schliesslich war sie ja auch Scotts Mentor.

Insgesamt ist der Film für mich ein würdiger Nachfolger mit viel Witz, Action und Raffinesse. Leider fehlt mit etwas ein Plot-Twist….aber die gibt es bei Marvelfilmen nur selten.

Can Erduman

Die INDAC Kritik von Michael Knoll zu Marvels „Ant-Man and the Wasp“

ANT-MAN, das wortwörtliche Kleinod des MCU (Marvel Cinematic Universe) soll 3 Jahre nach seinem Debüt nun wieder die Leinwand erobern und endlich klären, warum ausgerechnet dieser Held nicht Bestandteil des INFINITY WAR Films war, oder eben auch nicht…

Bestach der erste ANT-MAN Film vor allem mit Humor und einer eher fadenscheinigen Story, die auf eine Serviette gepasst hat inklusive einem leider unterforderten Corey Stroll als antagonistischer Waffenbauer, geht die Fortsetzung glücklicherweise andere Wege. Diesmal entschied man sich für eine komplexere Geschichte mit drei antagonistischen Kräften. Nummer 1: Das FBI, welches den Hausarrest unseres Helden Scott Lang überwacht und seinen flüchtigen Mentor Hank Pym sucht. Dies sorgt für viele komödiantische Spannungsmomente, doch kommt in Form des zuständigen Agenten, gespielt von Randall Park, leider zu oft dümmlich daher. 2: Den Waffenhändler, ja Parallelen zum ersten Teil lassen sich wohl nicht vermeiden, verkörpert durch den (wieder!) unterforderten Walton Goggins. Aber der wichtigste Part ist Nummer 3: Der durch Wände gehende Superschurke ‚Ghost‘. Warum wichtig? Ohne zu viel zu verraten, es handelt sich um eine Figur mit einer persönlichen und emotionalen Agenda, die mit ihrer Fähigkeit nicht (wie im ersten Teil) den Hauptcharakter imitiert, sich trotzdem sehr gut ins Ant-Man Universum einfügt. Diese Tatsachen und das Ant-Man noch einen Sidekick namens ‚Wasp‘ bekommt, machen den klaren Unterschied des Films im MCU aus. Eine kleine emotionale Geschichte, welche die Figuren in den Vordergrund schiebt und sich mal nicht um die Rettung der Welt dreht.

Michael Knoll

Perfekt ist der Film allerdings nicht. Hier und da hätten ein paar Spitzen zugunsten der Charakterformung wegfallen können, denn der Film braucht eigentlich keine Blödeleien um sich auf seine humoristische Seite zu verlassen. Auch einige Logik-Löcher bzw. Erklärungen wären schön gewesen, um auch die Skeptiker im Kino zu beruhigen und die filmische Welt konsistenter zu gestalten.

Aber die wesentliche Frage nach dem Kontext im MCU bleibt. Man muss bis zur Mid-credit Scene warten, bis die Verbindung endlich hergestellt wird und dann ist es auch eher enttäuschend. Es entstehen 2 Eindrücke: Erstens, dass der Film auch vor INFINITY WAR hätte spielen können und es sich in der Filmreihenfolge um eine Verleih-technische Studioentscheidung handelt, die leider nicht aus der bzw. den Geschichten heraus begründet ist. Was bleibt, ist der fade Nachgeschmack, dass das MCU gar nicht so gut durchdacht ist und größtenteils auf Pseudo-Zusammenhängen basiert. Zweitens haben die Ereignisse des INFINITY WAR rund um die Welt scheinbar absolut keinen Einfluss auf San Francisco, wo ANT-MAN spielt. Dies sorgt für Irritationen und unterstreicht erstere These noch.

Am Ende bleibt ein unterhaltsamer Popcorn-Film im Schatten seiner Studio-Limitierungen. Wer den ersten Teil mochte, wird auch sicherlich hier seinen Spaß haben. Viele Dinge wurden definitiv zum Guten justiert, aber es bleibt noch erzählerische Luft nach oben. Ein Potenzial, das hoffentlich noch ausgeschöpft wird.

Michael Knoll

Hier die INDAC Kritik von Janine Heine zu Marvels „Ant-Man & The Wasp“

Janine Heine

Der nächste Film aus dem Marvel Cinematic Universe nach „Infinty War“ steht vor der Tür. „Ant-Man & The Wasp“ spielt zeitlich vor den Geschehnissen seines Vorgängers und unterscheidet sich auch in seiner Stimmung vollkommen von eben jenem. Wo „Infinity War“ noch eine ernstere Story liefert, sticht der zweite Ant-Man Film durch eine sehr leichte Handlung mit überwiegenden Humor heraus.

Nach den Ereignissen aus „The First Avenger: Civil War“ steht Paul Rudd als Scott Lang unter strengem Hausarrest, eine Fußfessel berichtet über seinen genauen Aufenthalt und somit erschwert sich seine neue Mission immens, Hopes Mutter aus dem Quantum Realm, zu befreien. Doch nicht nur das FBI ist Scott, Hope und Hank auf den Fersen, auch der „Geschäftsmann“ Sonny Burch schafft es, ihnen immer wieder dazwischen zu funken. Der Hauptantagonist jedoch ist Ghost, die ihre ganz eigenen Pläne bezüglich der Quantum Energie hat.

An den Effekten und der Cinematography lässt sich nicht meckern, der zu erwartende Marvel Standard wird eingehalten, wenn nicht sogar teils übertroffen.
Besonders die Szenen, in denen geschrumpft oder gewachsen wird, machen beim Anschauen wirklich Spaß. Das 3D erscheint hierbei sinnvoller als in anderen Filmen und wurde sehr gut umgesetzt. Ob es wirklich nötig ist, sei mal dahin gestellt, aber funktionieren tut es in diesem Film alle mal und wem es möglich ist, sollte es sich nicht entgehen lassen.
Die Handlung ist leider etwas seicht und vorhersehbar geraten, jedoch überzeugen die Schauspieler und ihre Chemie dermaßen, dass ich es nicht als großen Kritikpunkt sehe. Der Film unterhält und sorgt für etliche witzige Momente, ohne zu albern zu wirken. Einziges Problem sind die drei unabhängig argierenden Gegner, von denen zwei immer wieder kurz auftauchen,stören und bis zum nächsten Mal wieder verschwinden, in der Zeit hätte man sich auch mit dem Hauptplot beschäftigen oder auf Ghost als Antagonistin konzentrieren können, die an sich sehr interessant gestaltet war, jedoch durch nicht genutzte Möglichkeiten, in Bezug auf den Charakter etwas blass wirkte.

Wie erwähnt, es sind vor allem die sympathischen Protagonisten, die den Film tragen und nicht die eigentliche Handlung. Wer bereit ist sich darauf einzulassen, wird mehr als zufrieden aus dem Kino kommen.

Janine Heine, Frankfurt

Die INDAC Kritik von Letty Felgendreher zu Marvels „Ant-Man and the Wasp“

Dachte man vielleicht noch als etwas unbedarfterer Kinogänger, nach „Avengers: Infinity War“ würde nun erstmal eine Pause anstehen – falsch, es kamen „Deadpool 2“ und „Ant-Man and the Wasp“. Das Superhelden-Fan-Herz soll ja weiter bei Laune gehalten werden – also gibt es ca. alle 2-3 Monate einen neuen Film. Gefühlt gibt es die „Zugpferde“ des Marvel-Universums, deren Franchise sehr präsent ausgearbeitet und präsentiert wird – und dann gibt es die, die etwas unbekannter scheinen, für die es nicht ganz so viel Promotion gibt – aber die durchaus sehenswert sein können.

Letty Felgendreher

„Ant-Man and the Wasp“ bleibt der Linie Marvels treu, ein Film zu sein, der genug Humor und Spaß bietet, um die Dinge nicht zu ernst zu nehmen, sich gleichzeitig aber auch dem plakativ emotionalen Topf bedient, welcher natürlich mit dramatischer Musik unterlegt nicht zu kurz kommen darf – denn es muss ja irgendwie um etwas gehen –  aber bitte nicht so tiefgründig, dass man gar dazu geneigt wäre, melancholisch zu werden.

Diesmal geht es nicht um die Rettung der ganzen Welt – das ist ja schon mal erfrischend! Es geht um persönliches Bestreben, das Auseinandersetzen mit der Vergangenheit. Es ist unterhaltsam dem Schauspiel zuzuschauen, dem Spiel mit den Größenverhältnissen  und die hübschen Marvel-typischen VFX auf sich wirken zu lassen. Auch das Setting ist solide präsentiert, es gibt nicht allzu viele auffällige Logiklöcher. „Ant-Man and the Wasp“ entlässt einen unterhalten, ohne das Bedürfnis ihm gedanklich stark nachzuhängen.

Er ist für einen netten Kinoabend durchaus geeignet.

Letty Felgendreher

Hier die INDAC Kritik von Robert Hranitzky zu Marvels „Ant-Man and the Wasp“

Bei Marvel Filmen ist die Erwartungshaltung mittlerweile schon sehr hoch und erst Recht bei der Fortsetzung des überaus erfolgreichen Vorgängers „Ant-Man“. Zugegeben dachte ich beim ersten Trailer zum ersten Teil: Ehrlich jetzt – ein „Ameisenmann“ der auf Ameisen reitet? Ok, ich kannte die Comics nicht, aber es erschien mir irgendwie zu absurd. Oh, wie falsch ich lag, denn wie auch der erste Teil verzaubert der zweite Teil einen erneut und überrascht sehr durch seine Leichtigkeit. Regisseur Peyton Reed und seinen Schreibern gelingt der feine Spagat zwischen Witz/Charme und Action/Spannung. Ich finde es sensationell, wie es mal wieder gelungen ist, den Film so lustig und unterhaltsam zu gestalten, ohne aber jemals albern zu wirken. Es gibt brillante Szenen, da kommt man aus dem Lachen gar nicht mehr heraus. Ant-Man and The Wasp hat eine gehörige Portion Selbstironie und nimmt sich nicht zu ernst, ist aber dennoch spannend und ernst genug, so dass man mitfiebert und es dem Zuschauer eben nicht egal ist, wie es ausgeht.

Die Geschichte überzeugt, genauso wie die alten als auch die neuen Character. Im übergeordneten MCU spielt dieser Film hier eher auf einem Nebenkriegsschauplatz – und das ist auch gut so. Es gibt hier praktisch weder Altlasten noch allzu viele parallele Handlungsstränge, die der Film erzählen oder ansprechen muss. Somit kann man sich voll und ganz dieser kleinen, aber feinen Story widmen. Allerdings macht sie absolut Sinn und fügt sich nahtlos in das „große Ganze“ ein, gerade auch im Bezug auf den jüngsten Marvel Film Infinity War. Tatsächlich versteht man im Anschluß auch ein paar Dinge im gesamten Zusammenhang besser, mehr wird nicht verraten…

Mit dabei sind wieder Evangeline Lilly, Paul Rudd, Michael Douglas und Fan Favorite Michael Peña, die allesamt ihre Rollen super spielen und auch außerordentlich gut gecastet sind. Auch die Neuzugänge Michelle Pfeiffer, Hannah John-Kamen und Laurence Fishburne fügen sich hier sehr gut ein und sind eine willkommene Ergänzung im bereits riesigem Pool von unzähligen Stars des MCU.

Die VFX sind natürlich erste Sahne, wie es sich für einen Marvel Film gehört. Von daher keine wirkliche Überraschung. Es fällt allerdings sehr positiv auf, dass viele Effekt Shots nicht nur rein Mittel zum Zweck sind, sondern oft einer coolen oder witzigen Situation dienen. Es sind viele originelle Ideen dabei, die mit den Größen und damit verbundenen Vor- und Nachteilen spielen. Besonders gut gelungen ist die visuelle und glaubhafte Darstellung von Größe – egal ob riesig oder winzig. Die Größenverhältnisse und entsprechende Details sind bis ins letzte nahezu perfekt und unheimlich liebevoll umgesetzt. Kein Wunder, so haben fast alle großen VFX Studios mitgewirkt. Leider gibt es sehr viele Filme wo die Miniaturisierung (oder umgekehrt) nicht ganz so glaubhaft rüberkommt – hier allerdings wirkt es fast immer beimahe perfekt.
Ein wenig hin- und hergerissen war ich zunächst, als mal wieder eine Szene mit verjüngten Darstellern zwecks Flashback gezeigt wurde. Ich dachte zuerst, dass auch hier wieder die obligatorische CGI Verjüngung zelebriert werden möchte, allerdings war ich eher positiv überrascht, wie gut es letztlich gemacht war!

Insgesamt ist der Film durchweg sehr unterhaltsam, dabei meiner Meinung nach ohne jegliche Längen und somit ein absoluter Sommer Blockbuster, den man auch sicherlich mehrmals anschauen kann.

Robert Hranitzky

Disney SCREENING: MARVELS „ANT-MAN AND THE WASP“

In Zusammenarbeit mit Walt Disney Studios Motion Pictures Germany darf INDAC jeweils 5 Animations-/VFXschaffende zu den Presse-Screenings des Films „ANT-MAN AND THE WASP“ einladen. Die Vorführungen finden statt in Köln, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt, Leipzig, Berlin und München. Die Teilnehmer verpflichten sich obligatorisch, eine Filmkritik für den INDAC Blog zu verfassen, die zeitnah um den Filmstart auf dem INDAC Blog veröffentlich wird. Details weiter unten!

Nur auf INDAC.org gemäß der neuen DSGVO registrierte Mitglieder der deutschen Animations- und VFX Community können sich für die Teilnahme an den Screenings bewerben.

Alle Vorführungen zeigen den Film in seiner Original- Fassung – (OV, 3D, Länge: ca. 125 min)

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