1. Oktober 2019 Johannes Wolters

Bericht zum „Frozen 2/Die Eiskönigin 2“ Event in Berlin am 18. September von Finn-Ole Mehl

Embargo bis (einschließlich) 30.09.2019

Frozen 2 – „Work In Progress“ Präsentation – Eindrücke von Finn-Ole Mehl

Fotos: Mario Doll

Am Mittwoch den 18.09. wurden wir von INDAC und Disney Deutschland zu einer exklusiven Footage-Präsentation in der Astor Film Lounge am Berliner Ku’damm eingeladen. Nach einem gemütlichen Frühstücks-Buffet führte Disney Producer „Urgestein“ Peter Del Vecho durch die etwa einstündige Präsentation und stand danach für eine kleine Fragerunde zur Verfügung.

Die Präsentation begann mit einer kurzen aber Disney-typisch emotionalen Monatge gefühlvoller Disney-Momente von Sleeping Beauty und Bambi über Tangled und Moana bis hinzu Frozen 2 – der nur vierten Fortsetzung einer Disney Animation Studios Produktion (Direct-to-Video zählt hier wohl nicht), und der einzigen Musical-Movie Fortsetzung. Laut Del Vecho werden Sequels nämlich nicht vom Studio gefordert, sondern nur dann in Erwähnung gezogen, wenn der Wunsch vom Creative Team kommt, in eine etablierte Welt zurückzukehren, um eine neue Geschichte zu erzählen. Im Anschluss gab es ein paar Bild- und Videoeindrücke von der herbstlichen Klassenfahrt – pardon, vom Researchtrip – 2016 nach Norwegen, Finland und Island.

Den Löwenanteil nahm eine Führung durch (ich vermute in etwa) die ersten beiden Akte des Films – immerwieder mit Filmsequenzen durchsetzt. Wer ganz unvoreingenommen an den Film herangehen möchte sollte diesen Paragraphen jetzt besser überspringen – Spoilers ahead:
Frozen 2 beginnt mit einer Rückblende in die Kindheit von Anna und Elsa. Papa König Agnarr erzählt seinen Töchtern eine Gute-Nacht-Geschichte. Als er ein Junge war, besuchte er einen magischen Wald in einem weitentfernten Land, in dem die Elemente – Feuer, Wasser, Luft und Erde – eine Art Eigenleben entwickelt haben. Diese Elemente können verspielt, aber auch sehr gefährlich sein. Irgendetwas geht fürchterlich schief und die Elemente wenden sich gegen den kleinen Agnarr, er hört eine mysteriöse Stimme, wird von einer unbekannten Macht gerettet und der Wald in einen undurchdringlichen Nebel gehüllt. Elsa und Anna sind nach dieser Geschichte alles andere als bereit zu schlafen und so singt Mama Königin Iduna ihnen ein Schlaflied über einen Ort, der die Lösung für alle Probleme beherbergen soll.
Nach diesem Flachback-Prolog springen wir vorwärts in der Zeit und befinden uns jetzt in Arendelle drei Jahre nach den Ereignissen aus Frozen – Ereignisse deren Kenntnis voraugesetzt wird. Elsa ist Königin, Anna ist glücklich mit Kristoff, und Olaf – magischem Permafrost sei dank – kann jetzt auch außerhalb des Winters überleben. Alle scheinen glücklich. Aber Elsa hört Stimmen. Genauer gesagt eine Stimme, nämlich die, die wir im Prolog bereits hören konnten. Während einer äußerst amüsanten Familien-Spieleabend-Szene (Scharade!), wird Elsa von der Stimme überwältigt und gerät in Panik. Anna kann sie mit dem alten Schlaflied beruhigen, doch in der Nacht wird Elsa erneut von der Stimme gerufen, verlässt den Palast und beginnt von der Gefahr und Verlockung des Unbekannten zu singen. Dieser Song wird wohl der Anwärter auf das nächste „Let It Go“ sein und soll einen wichtigen Punkt in Elsas Character Develeopment definieren. Kurz darauf brechen die vier Elemente mit aller Macht über Arendelle herein. Anna, Elsa, Kristoff, Sven und Olaf evakuieren die Stadt und Elsa beschließt, dass sie dem Ruf folgen muss, um Arrendelle zu retten. Also macht sich das Quintet auf die Suche nach dem magischen Wald in dem unbekannten Land. In diesem Wald werden sie auf verschiedene Herausforderungen treffen – Beziehungen werden getestet (Anna und Kristoff), Charaktere müssen auf sich auf sich alleingestellt über sich hinauswachsen (Olaf – mit einer erneut sehr unterhaltsamen Musical-Nummer über das Erwachsenwerden) und magische Kräfte, die einst als zu machtvoll und gefährlich galten, sind nun vielleicht nicht stark genug.
Wir bekamen auch ein beeindruckendes SetPiece zusehen (das zum Teil auch schon aus Trailern bekannt sein dürfte): Elsas Kampf mit dem pferde-förmigen Wasserwesen. Dieses Wesen basiert auf einem isländischen Fabelwesen, dem Nykk, und die gesamte Sequenz war überraschend düster und absolut spektakulär.

Visuell war alles gesehene sehr beeindruckend. Die Animationen sind wie erwartet Weltklasse – vor allem die Mimik der Charaktere ist so lebensecht wie noch nie. Auch das digitale Set Design ist fantastisch und fast schon über-fotorealistisch. Zur Story muss ich sagen – abwarten. Bisher klingt es alles sehr mysteriös und insgesamt noch nicht wirklich greif- oder einschätzbar. Ich bin aber auf jeden Fall sehr gespannt auf den finalen Film.

Für die Präsentation hätte ich persönlich mir noch etwas mehr Behind-the-Scenes gewünscht – so wie wir es in der Vergangenheit beim Peanuts Movie oder auch Ralph Breaks The Internet gesehen haben. Trotz einleitender Ansage, dass das gezeigte Material noch nicht final ist und auch am Score noch gedoktort wird, sah das alles schon extrem fertig und poliert aus. (Mir selbst ist ein einziger sehr kurzer Shot aufgefallen, in dem die VFX-Arbeit wohl noch nicht ganz abgeschlossen war.) So ein offenerer Einblick hinter die Kulissen (Blocking, Playblasts, etc) ist für mich (und ich denke, auch für viele andere) sonst immer sehr inspirierend und informativ.

Finn-Ole Mehl

Finn-Ole Mehl

Für den Voice Cast sind (zumindest im Original) wieder alle bekannten dabei: Kristen Bell, Idina Menzel, Jonathan Groff und Josh Gad (der wohl einige sehr lustige Zeilen für Olaf im Tonstudio improvisiert hat). Jennifer Lee schrieb erneut das Drehbuch und führte wie schon beim Vorgänger gemeinsam mit Chris Buck Regie. Auch wie beim Vorgänger stammen die acht neuen Musical-Nummern aus der Feder von Kristen Anderson-Lopez und ihrem Mann Robert Lopez – in drei dieser neuen Songs durften wir auch bereits hereinhören.

Auf die Frage nach einem Antagonisten, der in die Fußstapfen des hinterlistigen Prinz Hans treten könne, hielt Del Vecho sich sehr bedeckt, meinte aber dass es einige neue Charaktere geben werde – sowohl neue Helden als auch Schurken. Während der Fragerunde verwies er auch auf die Bedeutung der Kooperation zwischen unterschiedlichen Gewerken wie Autoren und Komponisten oder Animatoren und VFXlern.

Frozen 2 soll natürlich wieder ein „Film für alle“ werden – ein Grundthema des Films sei aber „Maturity“, also Reife, Mündigkeit und die Verantwortung des Erwachsenseins. Damit war es wohl fast schon unausweichlich, das neben den sehr unterhaltsamen und unbeschwerten Sequenzen auch einige düsterere und ernstere Momente in den Film mit einfließen.

Insgesamt eine super-tolle Präsentation und bestimmt ein weiterer hervorragender Disney-Familien-Film ab Ende November im Kino.

Vielen Dank an Johannes für die Einladung – and thank you very much to Disney Deutschland and Mister Del Vecho for a spectacular Presentation!

Finn-Ole Mehl

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