2. April 2019 Johannes Wolters

Die INDAC Kritik von Friedrich Kiessling zu Tim Burtons „DUMBO“

Im Jahr 1919 kehr Farrier ohne seinen linken Arm aus dem Krieg in seine alte Heimat zurück: den Medici Zirkus. Dort hat sich während seiner Abwesenheit alles verändert. Seine Frau ist gestorben und seinen alten Beruf als Showreiter kann nicht mehr ausüben, da der Zirkusdirektor Max Medici die Pferde verkauft hat. Zuliebe seiner Kinder bleibt er dennoch im Zirkus und nimmt die weniger attraktive Stelle als Elefantenpfleger der hochschwangeren Elefantendame Jumbo an. Auf dem zukünftigen Elefantenbaby liegt die gesamte Hoffnung des Zirkus, welcher kurz vor dem Bankrott steht. Doch als der Elefant Jumbo Jr. geboren wird entsetzt er jedoch die Zuschauer und wird wegen seiner großen Ohren zum Gegenstand bösartiger Witzeleien. Dies ändert sich allerdings, als Farriers Kinder entdecken, dass Jumbo Jr. (genannt Dumbo)  mittels einer Feder fliegen kann. Von nun an ist er die Sensation des Medici Zirkus und erregt die Aufmerksamkeit des Vergnügungsparkeigentümers  Vandevere, welcher Dumbo unbedingt in als Hauptattraktion im gigantischen Zelt des „Dreamlands“ zeigen möchte…

Tim Burton wagt sich mit seinem Werk an eine Adaption des 1941 erschienenen Zeichentrickfilms Dumbo, welcher damals mit nur 64 Minuten Länge und knappem Budget einen gigantischen Kinoerfolg feierte. Dieser beruht vor allem auf der Idee eines Elefanten, der wegen seiner großen Ohren fliegen kann. Durch dieses Talent überwindet der Außenseiter seine Einsamkeit und wird zum absoluten Publikumsliebling.

Friedrich Kiessling

Mit diesem Überraschungseffekt kann Burton leider nicht mehr punkten, ein Problem was praktisch allen Adaptionen von Filmklassikern zu Eigen ist. Deswegen fokussiert sich die Adaption eher auf die Sehnsucht Dumbos nach seiner Mutter, wodurch der Film einen neuen Eigenwert bekommt. Ein weiterer Unterschied zum Originalfilm ist die Vielzahl wichtiger Figuren. Wo Dumbo einst nur die Maus Timothy als Bezugsperson hatte stehen nun die Geschwister Milly und Joe, deren Vater Holt Farrier, der Zirkusdirektor Max Medici sowie die Akrobatin Colette Marchant zusammen Dumbo im Vordergrund. Bei so vielen gleichwertig charakterisierten Figuren fällt es schwer, sich mit einer zu identifizieren und es wirft die Frage auf, wer das Zielpublikum ist.

Der Film überzeugt  vor allem durch sein visuelles Konzept. Besonders die Lokomotive Casey Jr. ist dem Original sehr schön nachempfunden und auch das Zirkuszelt kann durch seine festliche Ausstrahlung glänzen. Leider fügt sich  Dumbo nur mäßig in das Gesamtdesign ein. Seine wahre Größe scheint unklar, da er wirken soll, jedoch am Ende des Filmes die die Akrobatin auf dem Rücken trägt. Die viel zu großen Augen und die unklare Form der Ohren wirken Unecht und stehen im Widerspruch zum naturalistischen Gesamtdesign der Figur. Darunter leidet jedoch keinesfalls die Animation der Figur, welche fantastisch ist.

Ebenfalls lobenswert, ist das Schauspiel von Danny DeVito als Zirkusdirektor Medici, welcher die Zirkusatmosphäre hervorragend wiederspiegelt, sowie die musikalische Untermalung Danny Elfmans, die sich an den klassischen Dumbomotiven orientiert aber diese nicht kopiert.

Der Film ist nicht mit dem Original zu vergleichen, jedoch eine Möglichkeit für Dumbofans ihren Helden einmal in einem anderen Kontext zu erleben. Hierfür empfiehlt sich ein Kinobesuch, wo die gelungenen Aspekte des Films am besten zur Geltung kommen.

Friedrick Kiessling

http://friedrich-kiessling.de/

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