1. April 2019 Johannes Wolters

Die INDAC Kritik von Tilmann Kohlhaase zu Tim Burtons „Dumbo“

Fast 80 Jahre nach der aus heutiger Sicht ikonografischen Erstverfilmung der Geschichte des fliegende Elefanten als 2D Animationsfilm, legt Disney nach und schafft mit der heutigen Technik eine Version im „Real“-Film Look. Als Regisseur kommt hier Tim Burton zum Einsatz, der für seine skurrilen Figuren in überraschenden Situation auszeichnet. Die Figuren, Schauspieler und das Setting ist auch hier wieder sehenswert, schräg und mit Steampunk angehaucht und einem nostalgischen Look.

Dumbo, das fliegende Elefantenbaby, ist glaubwürdig und aus heutiger Sicht (leider) auch süß mit seinen großen Ohren. Das macht es schwer, die Ablehnung die ihm entgegen schlägt nachzuvollziehen und auch Burtons Erzählstil tut sich schwer mit süßen Figuren. Zum Glück kennen wir ja die Originalversion … und die Geschichte bleibt dann leider vorhersehbar, auch wenn neue Handlung Stränge hinzugefügt sind.

Die Charaktere (sehr gute Besetzung) sind allesamt eigenwillig gezeichnet (Schauspiel, Maske, Kostüm) und agieren wunderbar im Burton Style, der auch in vielen Situationen durch Anspielungen und Zitate, die zum Kitsch tendierende Disney-Zirkuswelt hinterfragt, und im furiosen Finale zum Einsturz bringt.

Am Ende kehrt der Film dann wieder zum „Glücks“-Elefanten zurück, um Disney zu versöhnen.

Alles in Allem ein durchaus sehenswerter Film in einem besonderen Setting aus der Zeit, in der der Zirkus noch eine Zukunft hatte. Gleichwohl kann Burton seinen gewohnten eigenen Erzählstil nicht konsequent durchhalten, so dass die Tonalität des Films gelegentlich unorganisch wirkt.

Tilmann Kohlhaase

 

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