18. Dezember 2018 Johannes Wolters

Hier die INDAC Kritik von Dominik Reinicke zu Sonys „Spider-Man: A New Universe“


Ganze 16 Jahre ist es her, seitdem Spider-Man in Sam Raimi’s Trilogie das erste Mal die Kinoleinwand füllte. Seitdem ist einiges passiert und der Wandkrabbler aus der Nachbarschaft wurde mittlerweile sogar Teil des milliardenschweren Marvel-Cinemativ-Universe. „Spider-Man: A New Universe“ (Original: Spider-Man: Into the Spider-Verse) ist, wie der Titel schon verrät, nicht Teil des MCU’s, sondern erzählt seine eigene Geschichte. Die kommt perfekt auch ohne Iron-Man, Weltbedrohung und anderen Schnickschnack aus und konzentriert sich auf die etwas andere Origin-Story von Miles Morales. Der Highschooler findet sich, frisch von einer radioaktiven Spinne gebissen, inmitten eines Verbrecher-Komplotts wieder und wird mit der Aufgabe konfrontiert, Unterweltboss Kingpin und seine Handlanger zur Strecke zu bringen. Unterstützt wird er bei diesem Vorhaben von keinem Geringeren als Spider-Man Peter Parker… aus einer Paralleldimension.
Spider-Man: Into the Spider-Verse kommt erfrischend daher und bietet uns neue Perspektive auf die Welt eines Spider-Mans. Die Story wird durch die Mentor-Schüler-Dynamik gut vorangetrieben und hat einen sehr zeitgenössischen Humor aufzuweisen. Das liegt unter anderem an den Produzenten Phil Lord und Christopher Miller, die spätestens mit „The Lego Movie“ in der Animationswelt von sich Reden machten. Und wenn der Film eines wirklich drauf hat, dann ist es der bombastische visuelle Look, der comicgetreu mit gelben Gedankenkästchen, grellen Farben und eindrucksvollen Shots aufwartet. Bis zum Ende konnte ich mich an diesem Stil nicht sattsehen. Der Film kommt nicht umhin, mit Metagags und selbstreferenziellen „4th-Wall-Breaks“ nur so um sich zu schmeißen. Und als Spider-Man-Fan haben diese durchaus Spaß gemacht. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass jemand, der in dem allen nicht so ganz drinsteckt, diese schnell ermüdend findet. Dazu kommt, dass die Story im letzten Drittel ziemlich an Fahrt verliert. Wenn noch mehr Spider-Leute aus den verschiedensten Universen auftreten wird der Film dann doch ein wenig zu klamaukig und ich konnte die Handlung nicht mehr so ernst nehmen, wie noch zu Beginn. Zu sehr weicht die anfängliche Ernsthaftigkeit aus Tod und Verantwortung den albernen Gags. „Spider-Man: A New Universe“ ist nicht der erste (und letzte) Superhelden-Film mit dieser Krankheit. Am Ende ging ich jedoch trotzdem zufrieden aus dem Kino. Die bemerkenswerte Ästhetik und die kurzweilige Dynamik zwischen den Charakteren katapultieren diesen Film zu einem der besten Animationsfilme des Jahres.

Dominik Reinicke

https://www.youtube.com/watch?v=vDDsnzb9_zU

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