13. November 2020 Johannes Wolters

RITTERSCHLAG FÜR DRESDNER FILMARCHIV DIAF wird Mitglied des Koordinierungsrates des Kinematheksverbundes

Das Deutsche Institut für Animationsfilm (DIAF) wurde im November 2020 durch Beschluss des Kinematheksverbundes als kooptiertes Mitglied in dessen Koordinierungsrat aufgenommen.

ÜBER DEN DEUTSCHEN KINEMATHEKSVERBUND

Der Deutsche Kinematheksverbund wurde 1978 gegründet und besteht aus dem DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum (Frankfurt), dem Bundesarchiv-Filmarchiv sowie der Deutschen Kinemathek (beide Berlin). Er ist zentraler Ansprechpartner für alle Belange, die die Sammlung und Sicherung der deutschen Filmproduktion von den Anfängen bis zur Gegenwart, die Aufarbeitung und Vermittlung des deutschen Films sowie die Sammlung und Erforschung von Sekundärmaterialien zur Filmgeschichte betreffen. Zudem koordiniert er die Arbeit der deutschen Filmerbe-Institutionen. Darüber hinaus vergibt der Kinematheksverbund jährlich Preise an kommunale Kinos und filmkulturelle Initiativen, die sich für eine anspruchsvolle und vielfältige Kinokultur in Deutschland engagieren. In diesem Jahr zeichnete er unter anderem das Clubkino „Kikili“ im Lingnerschloss Dresden aus, das gemeinsam vom Förderverein des Schlosses, dem Filmfest Dresden, dem Filmverband Sachsen und dem DIAF betrieben wird.

Durch Kooption wurden seither weitere Institutionen in den Koordinierungsrat des Kinematheksverbundes aufgenommen, zu denen sich jetzt – durch einstimmigen Beschluss und zunächst für drei Jahre – auch das DIAF zählen darf. Zusammen mit CineGraph – Hamburgisches Centrum für Filmforschung, den Filmmuseen Düsseldorf, Potsdam und München sowie dem Haus des Dokumentarfilms Stuttgart und dem Goethe-Institut wird das DIAF künftig an den zweimal jährlich stattfindenden Sitzungen des Koordinierungsrates teilnehmen. Als Gäste nehmen bei diesen Treffen auch die DEFA-Stiftung sowie die Murnau-Stiftung als Rechteverwalter teil.

Der Koordinierungsrat dient der Zusammenarbeit und Planung der Arbeit der einzelnen Institutionen und sorgt mit seinen Arbeitsgruppen, die sich den verschiedenen Aspekten der Arbeit der Mitglieder  widmen (u. a. Ausstellungen, Filmbildung und Restaurierung), für Erfahrungsaustausch.

Das DIAF hat sich aktiv um eine Aufnahme in den Koordinierungsrat des Kinematheksverbundes bemüht, da es eine bessere Vernetzung und fachlichen Austausch anstrebt, um seine Sammlung bestmöglich erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können.

ÜBER DAS DEUTSCHE INSTITUT FÜR ANIMATIONSFILM 

Das Deutsche Institut für Animationsfilm, gegründet 1993 in Dresden, ist die bundesweit einzigartige Sammlungs- und Informationsstätte zum Animationsfilm und bewahrt in seinem Archiv regionales und nationales Filmerbe von 1930 bis heute und hat insbesondere mit seiner einzigartigen Sammlung zum DEFA-Studio für Trickfilme Dresden internationale Bedeutung. Zu den Beständen des DIAF gehören heute Zeichentrick-Folien, Puppen- und Silhouettenfiguren, Entwürfe, Plakate, Dokumente und Drehbücher, Requisiten und Hintergründe sowie Fotos und Filmkopien. Damit verfügt das DIAF über eine der weltweit größten filmbezogenen Sammlungen von Arbeitsmaterialien zu Animationsfilmen und hat sich vom Nachlassverwalter des DEFA-Studios inzwischen zu einer wichtigen filmhistorischen Sammlung entwickelt, die kontinuierlich neue Belege früherer und aktueller Animationsfilmproduktionen in Deutschland in archivarische Obhut nimmt.

Zentral für die Arbeit des DIAF ist die enge Kooperation mit den Technischen Sammlungen Dresden, wo das Archiv verortet ist und Dauer- sowie Sonderausstellungen des Instituts präsentiert werden. Getragen wird das DIAF von dem als gemeinnützig anerkannten Verein DIAF e. V. mit Sitz in Dresden. Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kunst und Tourismus sowie die Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz, fördern das DIAF institutionell.

Dr. Till Grahl, wissenschaftlich-künstlerischer Leiter des DIAF: „Das DIAF hat in den vergangenen Jahren einen gewaltigen Entwicklungsschub erlebt. Dieses Momentum wollen wir nutzen, um uns über die bisher vor allem lokal bestehenden Beziehungen weiter fachlich zu vernetzen und die Wahrnehmung des DIAF kontinuierlich zu steigern. Die Mitgliedschaft im Koordinierungsrat des Kinematheksverbundes gibt uns hierzu die Möglichkeit. Dass die Bemühungen der DIAF-Mitarbeiter mit der Aufnahme anerkannt werden, empfinden wir als Ritterschlag und Ansporn.“

 

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