29. März 2019 Johannes Wolters

Die INDAC Kritik von Fabian Rau zu Tim Burtons „DUMBO“

Mit schauspielerischer Unterstützung von Colin Farrell, Eva Green und Danny DeVito erweckt Tim Burton den fliegenden Elefanten Dumbo zu neuem Leben, in Form eines Disney Realfilms.  Das Original, der Zeichentrick-Klassiker stammt aus dem Jahr 1941. 78 jahre ist es her, dass der kleine Elefant mit den übergroßen Ohren über die Kinoleinwände flog und so den Hauptdarsteller des vierten abendfüllenden Zeichentrickfilm der Walt-Disney-Studios darstellte. Dumbo war einst einer der tragischen Helden meiner frühen Kindheit, wie sehr hatte mich das Schicksal des gehänselten und einsamen Dickhäuters damals berührt und umso mehr war ich gespannt auf die Einladung von Indac zu dem Screening.
Um was es geht in der Neubearbeitung:
Kriegsveteran Holt Farrier, engagiert vom Zirkusdirektor Max Medici, kümmert sich mit seinen 2 Kindern um den jungen und schüchternen Elefanten Dumbo. Aufgrund seiner großen Ohren ist dieser bloß eine Witzfigur für die meisten Leute, aber als Milly und Joe herausfinden, dass Dumbo mit seinen Ohren durch die Lüfte fliegen kann, wird der kleine Elefant zum Star der Manege. Doch skrupelose Geschäftsleute wittern eine Menge Geld durch Dumbos Talent und somit nehmen die Geschehnisse ihren Lauf…

Optisch hat mir Dumbo, trotz anfänglicher Bedenken, relativ gut gefallen, man hat sich schnell an die großen, durchdringenden, blauen Augen gewöhnt, allerdings hätte man die erwachsenen Elefanten realistischer gestalten können. Was mir am meisten gefallen hat ist die Tatsache, dass es sich bei dem Dumbo Realfilm und eine Neuinterpretation, und nicht um ein 1 zu 1 Remake handelt.

Genügend bekannte Szenen blieben erhalten, ebenso die ikonischen „LSD-Elefanten“ haben einen Auftritt, um die Geschichte von Dumbo trotz Änderungen der Charaktäre, Verlauf und Höhepunkte nicht zu verfälschen.  Besonders schön wird das anfänglich von Misstrauen dominierte Verhältnis zwischen Dumbo und Trapez-Artistin Colette Marchant in Form von authentischer Charakter-Entwicklung dargestellt. Die Charaktäre waren glaubhaft gespielt, die Musik hat die Situationen gut untermalt, vielleicht manchmal einen Tick zu  schmalzig, aber wir sprechen schließlich noch immer von Dumbo, ein Disneyfilm der damals schon auf die Tränendrüse gedrückt hat. Man kann sich gut in die Einsamkeit von Dumbo versetzen und fühlt und hofft mir dem Kleinen bis zum Ende mit.

Wie schon im Zeichentrick, werden Nächstenliebe, Freundschaft, Zusammenhalt und Hoffnung zum Leitmotiv gemacht, auch ist die Situationskomik neben all den rührenden Momenten nicht zu kurz gekommen, was den Lauf schön abrundet. Das Ende war vielleicht etwas zu „spektakulär“ und langatmig, erinnerte fast schon an einen Michael Bay 😉 aber das ist vermutlich Geschmacksache.

Meine Empfehlung vor allem für Nostalgiker und Disneyfans, aber auch Tim Burtons persönliche Note spürt man durchgehend. Kleinere Kinder könnten sich mit dem Dargestellten vielleicht etwas schwer tun oder zu empfindlich sein. Gesamt hat Dumbo die Modernisierung ziemlich gut überstanden und ich habe mich bei einem sehr detailreichen, verspielten Film gut unterhalten gefühlt. Die Message der letzten Szenen fand ich im übrigen sehr wichtig für unsere eigene Realität.

Fabian Rau, Fux

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