14. Mai 2018 Johannes Wolters

Die INDAC Kritik von Rike Trunzer zu Wes Andersons „Isle of Dog – Ataris Reise“

Bevor ich beginne, muss ich mich fairerweise erst einmal als Wes Anderson Fan outen. Deswegen war ich auch ganz gespannt auf seinen neuen Film „Isle of Dogs“. Dies ist eine Stop Motion Produktion, die schon einiges an Aufmerksamkeit vor der eigentlichen Kinopremiere im 10 Mai erzeugt hat, da mit „Isle of Dogs“ beispielsweise die diesjährige Berlinale eröffnet wurde. Und so saß ich ganz gespannt und voller Vorfreude im Kino.

An alle Wes Anderson Fans, der Film trägt unverkennbar seine Handschrift. Der Film ist geprägt durch Wes Andersons Bildkompositionen und Kameraeinstellungen. Wer den Bildaufbau und die Symmetrieverliebtheit von beispielsweise „Grand Budapest Hotel“ mag, der wird auch definitiv seine Freude an den Bildwelten in „Isle of Dogs“ haben. Diese lasse den Film auch im Vergleich zu klassischen Animations- / und Stop Motion Filmen, manchmal eigenwillig und andersartig erscheinenden, was für mich aber gerade den Reiz an diesem Film ausmacht.

Doch „Isle of Dogs“ ist viel mehr als ein Kunstfilm, mit besonderen Bildkompositionen. Der Film ist politisch durch und durch und – meiner Meinung nach – kann man auch keine Kritik über diesen Film verfassen, ohne politisch zu werden. Wes Anderson trifft mit diesem Film den aktuellen Zeitgeist, in dem sich gefühlt immer mehr Despoten und Diktatoren breit machen. In Zeiten, in denen Journalismus immer mehr beschränkt wird und freie Meinungsäußerung oft nicht mehr ohne Gefahren oder Konsequenzen möglich ist.

Rike Trunzer

In genau solch einem Szenario spielt Wes Andersons Film. In der japanischen Megasaki City herrscht der Bürgermeister Kobayashi im Stile eines klassischen Diktators. Er verfolgt das Ziel seine Stadt von allen Hunden zu befreien. Dabei schreckt er vor nichts zurück und lässt alle anscheinend „kranken“ Hunde auf die Mülldeponie „Trash Island“ deportieren. Doch Kobayashis Pflegesohn Atari will sich dieser Anordnung nicht fügen und macht sich auf die Suche nach seinem Hund Spot, der auch nach Trash Island deportiert wurde. Auf Trash Island begegnet er fünf Hunden, mit denen er sich zusammen auf ein großes Abenteuer mit vielen Gefahren macht, um nicht nur seinen Hund Spot zu suchen, sondern um alle Hunde vor der Ausrottung zu bewahren und das vorherrschende System zu bekämpfen.

Was ich noch ganz besonders herausheben und loben möchte, ist der wunderbar, trockene Humor, den der Film, trotz des schweren Themas, hat!   Deswegen an alle Wes Anderson Fans und alle Leute, die einfach gerne gutes Kino sehen: „Isle of Dogs“ ist ein toller Film.

Von mir gibt es zwei Daumen nach oben!

Rike Trunzer

http://www.rike-trunzer.de/

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