23. September 2018 Johannes Wolters

Die Indac-Kritik von Sarah Nolte zu Brad Birds „Die Unglaublichen II“

Vorfilm Bao

Bao erzählt die Geschichte einer Familie. Er zeigt wie schnell die Kinder doch erwachsen werden und eine Mutter damit umgehen muss. Dabei sieht man was passieren kann wenn man zu sehr klammert und nur noch Angst um sein Kind hat. Doch am Ende zeigt es wie wichtig trotz aller Schwierigkeiten die Familie ist. Dabei wird eine schöne Erzählweise genutzt, die Anfangs etwas irritiert, einem aber auch oft zum Schmunzeln bringt.

Die Unglaublichen 2

Ein Abend vor der Premiere habe ich mir den ersten Film nochmal angeschaut und wusste wieder warum er mir so lange egal war. Ich mochte ihn nicht, damals wie heute. Er ist meiner Meinung nach, wie soll ich es beschreiben…. mäh.
Er hat mich nicht gepackt, die Tiefe in der Geschichte hat mir gefehlt und der Stil war auch nicht so meins.
Unglaublich ist, das er schon 14 Jahre alt ist. Wo ist die Zeit nur hin? Ich weiß nicht mehr wie weit die Technik damals bei Animationsfilmen war, aber gefühlt war „Die Unglaublichen“ nicht gut, bzw. ist er nicht gut gealtert.
Trotz meiner Abneigung zum ersten Film bin ich heute ohne Vorbehalte ins Kino. Und ich wurde mehr als Überrascht.
Die Unglaublichen 2 ist einfach gut geworden. Die Charaktere haben so viel mehr Tiefe, die ganze Welt ist mehr ausgebaut und detailreicher.
Jeder Charakter scheint extra ausgearbeitet worden, und man könnte fast meinen von wem sie inspiriert sind. Die Designs waren einfach super, ich hatte Lust von jedem ein Bild zu machen und sie selber zu zeichnen.
Am schönsten fand ich die Entwicklung von Mr. Incredible/ Bob Parr. Er muss seiner Frau mal das Feld als Superheld räumen und für die Familie sorgen. Dabei ist das nicht so einfach wie er denkt. So etliche Situationen, gerade mit Baby Jack Jack, kamen mir als Mutter sehr bekannt vor und ich musste das ein oder andere mal schmunzeln.
Inhaltlich knüpft es übrigens direkt am ersten Teil an, was mich sehr überrascht hat. Nach der langen Zeit hätte man auch einen Abstand der Ereignisse erwartet.
Doch es ist so gut gewählt, immerhin waren alle der Familie Parr in Lebensjahren die man gut weiter erzählen kann.
Die schönsten und lustigsten Szenen gab es mit Baby Jack Jack. Wie man im ersten Teil schon sehen konnte hat auch er Superkräfte und jetzt ist es an der Zeit diese mehr zu entdecken und auch mal der Familie zu zeigen.
Auch der Bösewicht war gut umgesetzt, mit einem kleinen aber doch vorhersehbaren Plottwist.
Noch etwas Kritik an der Gesellschaft dazu und eine Vergangenheit die das Handeln stützt und es passt.
Ein totales Gegenteil zum armen abgewiesenen Jungen der mit seinen Erfindungen zum Superbösewicht/ -held wird.
Jedem der den ersten Teil schon mochte kann ich nur empfehlen auch in diesen zu gehen. Jedem der ihn, wie ich, nicht mochte auch. Ich habe es nicht bereut, hatte meinen Spaß und freue mich schon auf die DVD.

Sarah Nolte, Leipzig

 

 

 

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