21. Juli 2016 Johannes Wolters

Die INDAChs Kritik von Bernhard Strubel zu Paramounts STAR TREK BEYOND

Wer kurzweilige, geistlose Unterhaltung will, die man nach einer halben Stunde oder sogar fünf Minuten wieder vergessen hat, der ist in diesem Film genau richtig. Langeweile kommt nicht auf, aber auch Emotionen oder wahrhaftiges Mitfiebern sucht man vergebens. Es sei denn, man mag Heroismus und pathetisches Gelaber. Für Spannung bleibt keine Zeit, Action wird abgespult. Wie schon in den Vorgängerfilmen wird viel gerutscht und sich mit der Hand irgendwo festgehalten. Anstatt einer bedrohten Erde, gibt es jetzt eine bedrohte Raumstation. Vom Boden aus betrachtet sieht sie auch der Erde sehr ähnlich. Man hat das Gefühl, die Bilder wiederholen sich. Da ist dann auch wieder Platz für schlecht spielende Statisten die gen Himmel schauen.
Die Beziehungen der Charaktere bleiben verbal erzählt und dadurch behauptet, nachfühlen kann man sie nicht. Die 5-Jahre-Mission spürt man diese Mal ein wenig, aber nicht genug. Captain Kirk (Chris Pine) erklärt bei einem Logbucheintrag die Monotonie des Alttäglichen Ablaufes. Der Ansatz war vielversprechend, muss aber einer action- betonten Story zu rasch weichen.
Als Brücke zwischen klassischen Star Trek Fans und einer neuen Generation, gibt es jetzt eine fremde Welt. Diese hält aber mehr für ein paar nette CGI 3D Effekte her, als das man wirklich davon reden kann eine neue Welt zu entdecken. Ethisch, moralische Probleme, für die Star Trek berühmt war, sind unter der Oberflächlichkeit begraben.
Fast alle Charaktere dürfen zeigen was sie können, ausgerechnet Uhura und vor allem Mr. Spock sind austauschbare Schablonen. Sehr bedauerlich bei Spock, der sonst mit seinen logischen Schlussfolgerungen unersetzbar war. Er ist im Prinzip Bedeutungslos und einfach nur der Kumpel Kirks. Ebenso wird die Austauschbarkeit des Raumschiffs Enterprise in dem Film mehr als deutlich. Die Gelegenheit, dieses als eigenen Charakter zu betrachten wird nicht ergriffen und so hält das Schiff allerhöchsten für nostalgische Pathos her.
Eine schöne Idee ist die neue Darstellung des Universal Translators, der die Sprache fremder Wesen jetzt merkbar live Übersetzt.
Es gibt einen schönen Kniefall vor den Schauspielern der Originalbesatzung. Das wirkt zwar nicht rund, ist aber süss. Seufz. Die Musik von Michael Giacchino bläst nach wie vor episch ins Horn, da wird auch eine Spur verträumtes schnell ins kitschige gedrückt. Weniger währe mehr gewesen. Aber es gibt eine kurze erfreuliche Reminiszenz an Jerry Goldsmiths Synthesizer Klängen aus Star Trek The Motion Picture von 1979. Wo und an welcher Stelle wird hier nicht verraten.
Bei all der negativen Kritik will aber noch zum Schluss gesagt sein: Wer wirklich nur kurze Zeit der Realität entkommen will, ohne Anspruch und dem 8 bis 12 Euro dafür nicht zu schade sind, kann getrost ins Kino gehen. Der Film bietet Witz und viel Action und das unterhaltsamer als der vorherige Teil.
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