25. Februar 2017 Johannes Wolters

Die INDAChs Kritik von Mareike Janig zu „A Cure for Wellness“ von Gore Verbinski

Ich hatte mich bereits seit einiger Zeit auf „A Cure for Wellness“ gefreut, und obwohl der Film anders war als erwartet, war ich das Gegenteil von enttäuscht.

„A Cure for Welness“ erinnert mich an viele andere Werke, ist in sich aber einzigartig und originell, mit einem Plot Twist nach dem anderen.

Ich habe eine Mischung aus „Shutter Island“ und „Gone Girl“ erwartet, bekam aber einen Psycho Thriller der sich im letzten Drittel à la „From Dusk til Dawn“ als ein Übernatürliches Horror-Mysterium entpuppt.

Der Film ist packend von Sekunde eins – man fragt sich ob an der Behauptung, in uns Menschen sei grundsätzlich eine Krankheit, nicht tatsächlich etwas dran ist. Illustriert wird die „Verwesung“ unserer menschlichen Gesellschaft an dem ambitionierten jungen Workaholic „Lockhart“, gespielt von „Dane DeHann“, der dem Charakter durch sein besonderes Charisma Tiefe und unerwartete Sympathie verleiht.

Sobald Lockhart im Wellness Center ankommt, wird die Cinematographie stilisiert und schauerlich, eine sehr ruhige und ästhetische Art von Horror, wie sie in vielen Psycho Thrillern zu sehen ist.

Stetig steigt von da an die Spannung und das Mysterium, bis ich zuletzt überzeugt (und enttäuscht davon) war, dass es ein „Shutter Island“ Ende geben wird – ein halb offenes Ende mit der starken Andeutung, dass Lockhart tatsächlich geisteskrank ist.

Wobei der Charme dieser Art von Psycho Thrillern, mit einem unzuverlässigen Erzähler, mich sonst überzeugt, hatte ich mir gegen Ende von „A Cure for Wellness“ doch etwas Aufregenderes erhofft.

Und tatsächlich, der Wendepunkt kommt kurz nachdem ich diese Meinung gefasst hatte. Und mit dem Bewusstwerden davon, wer Hannah wirklich war, begann das Klimax – welches sich außergewöhnlich lange mit stärker werdender Spannung hielt. Durch das stetige Staunen über die 180° Wende der Geschichte schaffte es der Film, den durchgehenden Spannungsbogen gegen Ende tatsächlich noch zu steigern.

Die Auflösung am Ende hat auch nicht enttäuscht, das brennende Center mit wundervollem Bezug auf die Legende, und Lockhart, der wohl nicht wieder in seinen einsamen „Workaholic“ Alltag zurückkehren wird. Dadurch wurde auch die anfängliche Gesellschaftskritik noch einmal aufgegriffen, was mir extrem gefallen hat.

Letzten Endes kann ich sagen, dass die geniale Story des Films, mit zahlreichen Facetten und untermalt von wunderschöner Ästhetik in Bild und Ton, sehr überzeugt.

Definitiv ein neuer Favorit.

Mareike Janig

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