21. September 2016 Johannes Wolters

Die INDAChs Kritik von Markus Laue zu Pixars „FINDET DORIE“

Kritik zu „Findet Dorie“ – tolle Krake, schlechte Story

„Immer schwimmen, immer schwimmen….“

13 Jahre lang meldete sich dieser Song manchmal wieder als Ohrwurm. Besonders dann, wenn man vor einem Problem stand und eine Lösung gefunden hatte.

Ebenso hatte ich mich in den 13 Jahren immer wieder gefragt, ob eine Fortsetzung von Findet Nemo wirklich sinnvoll ist. Als ich hörte, dass es tatsächlich eine Fortsetzung geben wird, hatte ich sehr viel Angst. Denn Findet Nemo ist ein nahezu perfekter Film. Und es geschah viel zu häufig, dass Filmemacher, die sich selbst übertreffen wollten kläglich scheiterten. Ich hörte immer von allen Seiten: „Wer sich mit dem Begriff Heroes Journey auseinandersetzen will, sollte sich Findet Nemo ansehen.“ Ein Film, sei er animiert oder als Spielfilm, ist ein Zusammenspiel vieler Elemente und Findet Nemo hatte es geschafft sie alle gut miteinander zu verbinden.Wir erleben nun das goldene Zeitalter der Prequells, Sequells, Reboots, Spin offs usw. Dummerweise schafft es nur selten ein Vertreter dieser Begriffe auf die Titelseite meines persönlichen Wow- Magazins.

Leider trifft das auch bei Findet Dorie zu.

„Immer meckern, immer meckern…..“

Ja, ja ist ja gut. Ich will nicht sagen, dass das neue Werk aus dem Hause Pixar ein Griff ins tote Meer ist. Er ist immer noch ein lustiger und unterhaltsamer Film. Die Animationen sind wie gewohnt großartig. Die Stimmung wird gut eingefangen und es scheint den Machern niemals an Gags zu mangeln.

Wohl aber an guten Drehbuchautoren…

Die Story um den Film ist in keinster weise spannend oder macht in irgendeiner Form Sinn. Was in Findet Nemo richtig aufgebaut wurde, wird in Findet Dorie beim Umdrehen mit der

Markus Laue

Markus Laue

Schwanzflosse wieder umgeworfen. Das Abenteuer der Fische wirkt vom Anfang bis Ende konstruiert und man merkt förmlich wie sich die Macher sich die Köpfe zerbrochen haben mussten, wie man einen Charakter von A nach B bekommt, damit Problem C ausgelöst werden kann, um dann nach D zu gelangen, um dann E….äh…..haben wir schon 90 Minuten rum?

Immer wieder merkt man auch den „Independence Day 2 Effect“. Warum vergleiche ich jetzt Fische mit Aliens? Ganz einfach. Zwischen ID 1 und 2 sind auch viele Jahre ins Land gegangen und deswegen wollte man wohl in der Fortsetzung soviel wie möglich Nostalgie erzeugen. In ID 2 wimmelte es nur von Szenen, die irgendwie an den ersten Teil erinnern sollten. Bei Findet Dorie war es nicht ganz so schlimm, aber dennoch spürbar. Zumindest war Pixar dabei noch weise genug um uns dann aufzuklären, weshalb Dorie zum Beispiel „walisch“ spricht.

Ebenso haben viele Charaktere in dem Film, so wie uns seine Geschichte erzählt wird, einfach keine Daseinsberechtigung. Dazu gehören leider auch Marlin, bayrisch sprechende Seelöwen und ganz besonders Nemo persönlich.

Aber… und da kann ich den Finger nicht weit genug nach oben zeigen, während ich mit der anderen Hand einen „Thumbs Up“ forme.

Es gibt einen Charakter, der es wert ist, neben guter Grafik und Animationen, sich den Film auf jeden Fall anzusehen:

HANK

Hank rettet den Film. Hank ist cool. Und Hank braucht seinen eigenen Film. Also Pixar. Macht Findet Hank und ich verzeihe euch die schlechte Story zu Findet Dorie.

Ihr schafft das, davon bin ich fest überzeugt.

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