4. August 2017 Johannes Wolters

Die INDAChs Kritik von Nico Ostermann zu Matt Reeves „Planet der Affen: Survival“

Andy Serkis und der Regisseur Matt Reeves haben viele Interviews über den Film gegeben. Dabei hat Matt Reeves immer wieder betont, dass er bei dem Film Planet der Affen: Revolution zum ersten Mal in Kontakt mit dem Performance Capture Verfahren kam und sich erst einmal an diese Methode der Produktion gewöhnen musste. Bei Planet der Affen: Survival war er mit der Technik bereits bestens vertraut und die Produktion kam ihm mehr als ein Independent Film und nicht als ein Mega-Blockbuster eines großen Verleihs vor. Auch hat ihm die Entwicklung der Performance Capture Technik gefallen. Früher mussten diese Szenen extra gedreht werden. Heute kann man, wenn die Endfigur im Schlamm liegt oder durch Dreck läuft, diese Szenen real mit dem Schauspieler vor Ort drehen und die Motion Capture Daten daraus gewinnen. Das bedeutet, wenn man die CG Figur sieht, wie sie sich im Dreck wälzt, dann ist das auch wirklich der Schauspieler, der sich im Dreck wälzt, und nicht irgendeine nachgestellte Situation. Andy Serkis konnte diesem nur zustimmen. Er hat sehr ausführlich beschrieben, mit wie viel Aufwand die Szenen für Herr der Ringe gedreht wurden, vor allen Dingen, weil damals ja auch noch alles auf Film aufgenommen wurde, und nicht wie heute, digital. Die Produktion war wesentlich komplizierter und für den Performance Capture Schauspieler auch mühsamer und anstrengender als heute. Heute müssen diese Szenen nicht noch einmal einzeln nachgespielt werden, sondern man kann alles zusammen mit den realen Schauspielern aufnehmen und dadurch auch wesentlich besser mit diesen agieren. Beim Planet der Affen ist es natürlich auch schön, dass die Affen wesentlich breiter und größer sind als die Schauspieler, von denen sie gespielt werden. Dadurch braucht man weniger Cleanplates und kann direkt die originalen Szenen mit den Schauspielern verwenden und diese im Compositing mit den CG-Affen überdecken. Dadurch können Interaktionen mit der Umwelt und mit anderen Schauspielern viel besser eingebaut werden und es wirkt realistischer.

Planet der Affen: Survival ist der dritte Film aus der neuen Planet der Affen Reihe und während der Hauptcharakter, der Affe Cesar im ersten Teil anfing, mit Emotionen umzugehen und langsam das Sprechen lernte, so konnte er sich im zweiten Teil, Planet der Affen: Revolution, schon wesentlich besser ausdrücken und mit den Menschen kommunizieren. In dem neuen Teil, Planet der Affen: Survival, hat Cesar überhaupt keine Probleme mehr mit der menschlichen Sprache und kann einwandfrei kommunizieren. Auch Emotional hat er sich weiterentwickelt. Er fühlt, wie die Menschen und möchte sich und die anderen Affen, gegen das Böse verteidigen. Dabei muss im Verlauf der Handlung geklärt werden, wer der Böse ist. Für Ceasar und seine Kumpanen sind es die Menschen, für die Menschen, die sich in den Wäldern befinden, um die Affen zu jagen und zu töten, stellen die Affen das Gefährliche dar, da diese stärker sind als die Menschen. Sie können die Affen einzig durch die Überlegenheit der Waffen und der Technik in Schach halten und gegen Sie kämpfen. Und so kämpfen die letzten Menschen, die es noch gibt, gegen einen Clan Affen, der sich in den Wäldern niedergelassen hat. Aus diesem Grund trennt sich Cesar mit einer kleinen Gruppe seiner engsten Vertrauten, um die Soldaten und Ihren Colonel zu finden und zu vernichten, damit sie endlich in Ruhe an einem neuen Ort leben können. Auf dieser Suche muss Cesar seinen dunkleren Instinkten folgen, um die furchtbaren Ereignisse der Reise zu überwinden und weiter für das Recht auf Leben zu kämpfen. Von der Zivilisation, die wir heute kennen, sind nur noch sehr kleine Hinweise zu sehen. Es gibt kaum noch Zeichen von den Städten und Dingen, wie wir sie kennen, und sie sind nur noch als entfernte Erinnerungen in den Gedächtnissen der Akteure zu erkennen. Erst als Cesar und sein Trupp von Affen auf das Soldatencamp des Colonels treffen, kommen viele Erinnerungen zurück. Cesar muss sich seinem Feind stellen.

Von der Technik her ist der Film natürlich perfekt gemacht und sieht aus wie aus einem Guss. Man sieht den Hintergründen nicht an, wann die real gedrehten kanadischen Hintergründe verwendet werden und wann die CG-Hintergründe eingesetzt werden. Dazu sehen die Affen auch im dritten Teil der Reihe absolut perfekt aus. Sie haben teilweise nasses Fell, teilweise sind sie völlig verdreckt, oder auch nass und alle Simulationen sehen perfekt aus. Einzig die super realistischen Augen, die mehr an menschliche Augen erinnern, als die von Schimpansen und anderen Affenarten, wirken ein wenig fremd. Dazu ist auch die Technik des Performance Captureings so weit ausgearbeitet, dass sie die CG Affen perfekt in die Umgebung integrieren und auch ohne weitere Probleme und Auffälligkeiten mit anderen Affen und auch dem Set interagieren können. Das Schöne ist aber auch, dass der Zuschauer so von der Handlung mitgenommen wird, dass man gar nicht so auf die Technik und die Errungenschaften des Motion Capturings achtet, sondern einfach den Film genießt. Für den Animator und auch den CG Artist ist der Film ein absolutes Erlebnis und er fügt sich bestens in die Reihe der anderen beiden Teile ein – von der Qualität und auch der Handlung. Man sollte sich dieses Erlebnis in 3D auf der großen Leinwand nicht entgehen lassen.

Nico Ostermann

http://www.nico-ostermann.com/

 

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