29. November 2015 Johannes Wolters

Die Indachs-Kritiken von Raphael Rau und Caro Schweizer zu Pixars „Arlo & Spot“

“Arlo und Spot” ist schon der zweite Film, den wir dieses Jahr von Pixar zu sehen bekommen. 
Der nur wenige Monate zuvor angelaufene “Alles steht Kopf” hat die Erwartungen an Pixar in den Himmel schnellen lassen. Schafft es das Studio mit dem Folgefilm dieses Niveau zu halten?

Wir befinden uns in einem Paralleluniversum, in dem die kataklystische Meteoritenkatastrophe, welche die Dinosaurier auslöschte, nie passierte.
Durch evolutionäre Weiterentwicklung haben die Dinosaurier nicht nur Sprachfähigkeiten entwickelt, sondern auch angefangen typisch menschliche Tätigkeiten, wie Ackerbau oder Viehzucht, zu betreiben.

Wir folgen der Geschichte von Arlo, einem ängstlichen, mageren und tapsigen Brachiosaurus. Dieser lebt zusammen mit Mutter, Vater und zwei Geschwistern, ein typisches Farmer-Leben, in einem Tal vor dem Reißzahngebirge. Arlo hat große Schwierigkeiten, die von seinen Eltern ihm auferlegten Aufgaben zu deren Zufriedenheit auszuführen. Denn dabei sind ihm immer seine langen, unbeholfenen Beine, seine schwächliche Statur und vor allem sein ängstliches Verhalten im Wege.

Als Arlo eines Tages einen “Schädling” vernichten soll, der die Erntevorräte der Familie vernichtet und somit das Überwintern der Familie gefährdet, kommt es zu einem Unfall.
Arlo fällt zusammen mit diesem Schädling in den Fluss, nahe der Farm und wird von der starken Strömung mitgerissen.

Als Arlo im Tal, in unbekannter Umgebung, am Rande des Bachbetts zu sich kommt, stellt sich schnell heraus, dass er ganz auf sich alleine gestellt ist. 

Nun muss Arlo die Prüfung, den Weg zurück nach Hause zu finden, bestehen und damit sein ängstliches Wesen überwinden.
Ganz alleine? Nein. Denn der “Schädling”, welcher sich als geselliger Menschenjunge herausstellt, wird zum treuen Begleiter durch dick und dünn.

Optisch ist der Film eine Wucht. Noch nie sahen Landschaften so brillant, Wasser und Wolken so plastisch aus. Als ob man im Kino die Hand ausstrecken und das den Augen Gebotene anfassen und anfühlen könnte. Der Detailreichtum, welchen das Pixar Team um Regisseur Peter Sohn hier geschaffen hatte, setzt neue Standards. Nicht nur für Animationsfilme!

Leider fehlte aber diese Brillanz etwas in der Erzählung. Während es der Film doch schaffte dem Zuschauer sowohl Humor als auch Trauer fühlen zu lassen, wirkten die Szenen durch die Arlo wanderte leider etwas zusammen gestückelt. Man vermisste etwas den durchgehend roten Faden, der dem Ganzen etwas mehr Zusammenhalt und Präsenz verliehen hätte.

So wirkten Nebencharaktere, die hier und dort auftauchten, zuweilen unausgearbeitet oder gar stereotypisch. Auch schaffte es Regisseur Peter Sohn leider nicht, die wenigen herausragenden und emotionale Szenen, mit dem Rest des Films zu einem Gesamterlebnis zu verschmelzen. Es entstand der Eindruck einer punktierten Karte guter Szenen, anstatt einem sanften „Auf und Ab“, welches dem Film gut getan hätte.

Gerade im Vergleich mit “Alles steht Kopf” stellt man fest, dass “Alro und Spot” erzählerisch deutlich schwächer aufgestellt war. Wobei man sagen muss, das Pixar mit “Alles steht Kopf” auch einen ihrer besten Filme produziert hatte.

Abschließend kann man sagen, dass man “Arlo und Spot” dennoch nicht verpassen sollte. Alleine die brillanten Bilder sind es wert, den Film im Kino zu sehen. Und wenn man den Film nicht im Vergleich zu “Alles steht Kopf” sieht, dann gehört er zu den besseren Filmen, die dieses Jahr im Kino waren.
Danke mal wieder für die Fantastische Gelegenheit!
GoodDinosaurBanner
Good Dino: Unglaublich gut! Ich empfand es als Meisterwerk, das hatte ich nicht erwartet. Wahnsinnige Landschaften! Das Character Design der Dinos ist allerdings Geschmackssache.
Caro Schweizer

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