4. Januar 2016 Johannes Wolters

FILMFÖRDERUNG in Sachen VFX – Kommentar von Heiko Burkardsmeier (Mackevision) zum GERMAN Motion PICTURE FOND

Ein neuer Filmfördertopf des Bundeswirtschaftsministeriums soll auch und besonders für VFX und Animation genutzt werden. Der Link zur entsprechenden Website des Ministeriums findet sich hier! Auch die FFA hat dazu eine Webseite eingerichtet, sie findet sich hier. Zum Förderungstopf gab es in Berlin bereits eine Informationsveranstaltung vom Ministerium, der FFA und dem Medienboard (INDAC berichtete) und auch in Köln und München wird es demnächst dazu Aufklärungs-Termine geben (Hier der Link zu den Terminen)

In seiner Rolle als Vertreter der VFX in der Sektion Animation innerhalb der deutschen Produzentenallianz hat Heiko Burkardsmeier von Mackevision dankenswerter Weise für  INDAC ein Statement geschrieben, wie er zur neuen Förderung steht und welche Mühen unternommen wurden, um die Politiker auf die Bedürfnisse der deutschen VFX-Szene  hinzuweisen. Hier sein Brief:

Hallo Johannes,

Grundsätzlich freuen wir uns sehr, dass die VFX in dem G(erman)M(otion)P(icture)F(ond) separat Erwähnung finden und wir sind sicher, dass das Programm einen sehr wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der deutschen Produktionslandschaft leistet . Allerdings hätten wir uns als VFX Firmen erhofft, dass die VFX entsprechend ihrer tatsächlichen kreativen und wirtschaftlichen Bedeutung in das Programm besser aufgenommen werden.

Zunächst empfinden wir, dass die VFX im Kulturtest nicht entsprechend ihrer kreativen und wirtschaftlichen Gewichtung bei internationalen Großproduktionen (auf die das Programm ja abzielt) berücksichtigt. Hier hätten wir uns eine wesentlich stärkere Gewichtung entsprechend den Produktionsrealitäten gewünscht (VFX als einer der kreativen und technologischen Motoren bei Großproduktionen).

Insbesondere würden wir uns aber wünschen, dass zumindest in Anlage 6 das Verständnis klarer formuliert wäre, dass die „Betreuung der Aufzeichnung mit Digitalkameras und Datenmanagement am Set durch den Digital Image Technician (DIT)“, die „Digitale technische Überprüfung und Farbkorrektur im Rahmen der Mustererstellung“ nicht mit der kreativen Leistung eines VFX-Supervisors am Set zu vergleichen ist. Hier sind unserer Ansicht nach so große Unterschiede, die einer entsprechenden klaren Gewichtung zugunsten der VFX bedurft hätten. Dasselbe gilt für die Gleichstellung von Teilen der digitalen Bildbearbeitung mit VFX.  Hier hätten wir uns eine klare Abstufung entsprechend den tatsächlichen wirtschaftlichen und kreativen Beiträgen gewünscht.

Wenn all diese Bestandteile alle gleichwertig bewertet werden kann es gut sein, dass das Programm kaum bzw. sogar keinen positiven Effekt für die VFX in GMPF_02Deutschland bedeutet, da die Anforderungen aus Anlage 6 mit den längst üblichen klassischen digitalen Produktionen erreicht werden könnte, ohne dass VFX überhaupt im Spiel sind.

Im Anhang nochmals den Brief an Minister Gabriel, den wir im Vorfeld geschrieben hatten und den mittlerweile 54 VFX Firmen unterstützen. Leider hatten wir nicht die Möglichkeit bekommen unsere Punkte persönlich bei Herrn Minister Gabriel oder Herrn STS Machnig vorzutragen. Wir hoffen sehr, dass ein solches Gespräch in Zukunft stattfindet und wir unsere Argumente im Hinblick auf eine mögliche Verlängerung des Programmes nochmals untermauern können.

Viele Grüße

Heiko Burkardsmeier

 

 

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