13. Mai 2018 Johannes Wolters

Hier die INDAC Kritik von Robert Loebel zu Wes Andersons „Isle of Dogs – Ataris Reise“

Bei dem ganzen, bereits erschienenen I“sle of Dogs“ Promo Material, wie das Making of, die animierten Interviews, die Trailer, die Snippets und Social Media Postings, erkennt eigentlich jeder schon, dass es sich hier um ein visuelles Meisterwerk handelt.
Auch nach dem Anschauen des Films, wird sich dieser Eindruck  nicht in Stopmotion-animierte Watte-Wölkchen auflösen, ganz im Gegenteil.
Ich würde mir gern von jeder Einstellung ein Screenshot speichern. Der Film ist wie eine audiovisuelle Umarmung, allein deshalb sollte man sich den Streifen nicht entgehen lassen.
Mit der Story allerdings hab ich persönlich so meine Bedenken.
Wir werden in die Zukunft einer dystopischen japanischen Megastadt namens Megasagi City entführt. Die Dynastie der Hunde wird von korrupten Politikern und deren persönlichkeitslosen Katzen abgelöst.

Erster Punkt: Hunde sind intelligent, Katzen sind nur Streicheltiere der Bösewichte! (Katzen sind halt immer die Bösen = boring) Konzeptuell macht das ja so vereinfacht vielleicht Sinn, aber irgendwie fehlt mir da eine Zwischenebene.

robert loebel

Dramaturgisch gibt es dann auch noch diesen ganz großen Bogen: Diktatur – Propaganda/Brainwash – Konzentrationslager – Supergau. Lustig das nun ausgerechnet eine amerikanische Austauschschülerin zur Revolution aufruft. Klar, der japanische, jugendliche Held namens Atari Kobayashi, strohmert die ganze Zeit fleißig auf der verbotenen Insel mit einem Rudel Hunde herum, aber eigentlich sucht er ja nur seinen Beschützer Hund. Saving Private Ryan nur mit Hunden sozusagen. Irgendwie sind die Hunde dann auch immer noch ein Fünkchen schlauer als Atari, klar reden ja auch Hundesprache und Atari versteht ja keiner.
Storytechnisch nicht 100% überzeugt, hat der Film nichtsdestotrotz enorm schöne und lustige Momente und unterm Strich sind die Werte wie Freundschaft, Liebe, Frieden und Mut, sich aufzulehnen, Tugenden die man nur befürworten kann.
Da es in jedem Anderson Film einen tollen Soundtrack gibt, kommt man auch bei diesem Film nicht zu kurz.
Der Track des Films, der bei mir schon seit einigen Wochen hoch und runter läuft, ist dieses Mal von The West Coast Pop Art Experimental Band aus den sechzigern und heisst I Won`t Hurt You.

 

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