17. Juli 2017 Johannes Wolters

Hier die INDAChs Kritik von Raphael Rau zu Luc Bessons „VALERIAN -Die Stadt der Tausend Planeten“


Kritik Valerian – And the City of a thousand Planets

Gleich zu Beginn nach den Logos, wenn David Bowie – Space Oddity zu spielen beginnt und die ersten Bilder alter Weltraummissionen auf der Leinwand erscheinen und gezeigt wird, wie sich die Raumfahrt und damit die Menschheit im Laufe der Jahre bis hin in die Zukunft entwickelt hat, verbreitet sich ein angenehmes Gefühl der Nostalgie gemischt mit einer Ahnung, dass der Film evtl. etwas anders sein wird, als der typische 0815 Sci-Fi Blockbuster, den man in den letzten Jahren von Hollywood serviert bekommen hat. Dieser Anfang ist zudem ein perfekter Übergang von unserer Realität in die faszinierende bunte Welt von Valerian, die sich in den  nächsten 137 min auf der Leinwand entfaltet.

Wir folgen den beiden Spezialagenten Laureline und Valerian, die dabei sind, ein seltenes Gut aus einem Schwarzmarkt-Deal zu sichern. Doch anscheinend hat der sichergestellte Gegenstand mehr Wert, als vermutet. Bei Nachforschungen treten immer mehr Ungereimtheiten zu Tage, welche die Vermutung auf eine Verschwörung nahe legen. Im Handlungsverlauf folgen wir nun diesen Beiden, wie sie sich durch die Welt der „tausend Planeten“ kämpfen, um die Wahrheit über diesen Gegenstand und die Verschwörung in Erfahrung zu bringen.

Luc Besson manövriert die Charaktere ständig zu neuen interessanten Stationen und Orte, die weitere Aspekte dieser vielfältigen Welt der tausend Planeten zum Vorschein bringen. Der an den Tag gelegte Ideenreichtum und das Produktionsdesign ist grandios. Diese Vielfalt vermittelt einem Tiefe und Präsenz der Welt, die man in vielen aktuellen Blockbustern vermisst. Noch viel bemerkenswerter ist jedoch, dass Luc Besson trotz des ganzen Trubels es schafft, eine gute emotionale Bindung zwischen Protagonisten und Zuschauer herzustellen. Das lässt einem die ganzen Welt durch die Augen der Charaktere noch eindrucksvoller erleben.

Natürlich wäre der Film auch kein Luc Besson Film, wenn er nicht auch gewollt etwas absurd wäre. Man muss es schon mögen, in eine poppige, bunte, verrückte und teilweise stereotypische Patchwork-Welt geschmissen zu werden. Manchmal wird das Motto „The Show Must Go On“ mehr zelebriert, als sich weiter um Charaktertiefe zu bemühen. Aber letztendlich muss man auch klar sagen, dass Vale

Raphael Rau

rian – der Film – auch gar nicht mehr vor hat, als dieses dem Zuschauer anzubieten. Er will ein bunt-poppiger, unterhaltsamer Sci-Fi Film mit großartigen Bildern, tollem World Building / Design und guten Schauspielern sein. Und dieses ist absolut gelungen!

Luc Besson ist es mit seinem neuesten Film geglückt ein imposantes und farbenfrohes Meisterwerk zu kreieren, dass an Einfalls- und Detailreichtum nicht missen lässt, aber sich auch gekonnt bei geistesverwandtem Material sich zu inspirieren weiß – ohne zu abgekupfert zu wirken. Evtl. wird sich der eine oder andere Zuschauer dabei etwas stark an Avatar erinnert fühlen. Wer allerdings seine Vorurteile über Bord wirft und sich in die Welt der tausend Planeten entführen lässt, hat wundervolle Kinostunden zu erwarten, die sicherlich in Erinnerung bleiben.


Raphael Rau

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