24. Juli 2017 Johannes Wolters

Hier die INDAChs Kritik von Thomas Phieler zu Luc Bessons „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“

 

Nachdem mir die Comics zu Valerian nur vom Hörensagen ein Begriff waren, konnte ich mich unvoreingenommen in den Kinosessel fallen lassen und schauen ob Luc Besson es mal wieder geschafft hat, mich zu begeistern. Ergebnis: „Mission accomplished“

137 Minuten lang hat mich Luc Besson mit auf die turbulente, mir noch unbekannte Geschichte von Agent Valerian und Laureline genommen und durchwegs die Spannung hochgehalten. Dane DeHaan schaffte es als Agent Valerian mit seiner draufgängerischen Art und seinen Sprüchen immer wieder Momente aufkommen zu lassen, die ihn für mich zu einem richtigen Sympathieträger gemacht haben.

Natürlich wäre das alles nicht möglich, wenn Cara Delevingne in ihrer Rolle als Laureline ihm immer geschickt Paroli geboten hätte. Als toughe Partnerin von Agent Valerian sorgte auch sie im richtigen Moment immer wieder für ein Schmunzeln. Auf der einen Seite spielt sie die ehrgeizige starke Frau, die aber dafür auf der anderen Seite alte Werte wie Ehe und die Voraussetzungen hochhält, das mehrmals in einer amüsanten Abfuhr der Annährungsversuche von Agent Valerian endet.

Beide, Dane DeHaan und Cara Delevinge haben ihre Rollen hervorragend gespielt und konnten mich voll und ganz überzeugen. Auch Clive Owen als Commander Arun Flitt und Rihanna als Bubble haben ihre Charaktere gut auf den Punkt gebracht.

Da wir von Luc Besson ja wissen, dass er Wert auf spektakuläre Bilder legt, hat er es ganz in der Manier vom 5ten Element wieder geschafft eine fantastische und bunte Welt zu kreieren. Die Stadt Alpha, die sich aus den ersten Schritten der Menschheit im All zu einer Zusammenkunft unzähliger Lebensformen aus dem ganzen All entwickelt hat, ist ein Ort des Friedens und zeigt eine immense Vielfalt an Spezies, die in dieser zu einem kleinen Planeten gewachsenen Stadt harmonisch miteinander leben. Luc Bessons charakteristische Handschrift bei der Gestaltung der verschieden Arten und Formen ist sichtbar wieder zuerkennen. Der Mix aus farbenreichen Science Fiction Szenerien sowie heruntergekommen und verlassenen Umgebungen haben sich gut in Waage gehalten und die visuellen Effekte sind extrem gut und glaubwürdig gelungen. Nur hier und da sind Kleinigkeiten zu sehen, die nicht ganz gepasst haben, welche wahrscheinlich nur geübten Augen auffallen werden.

Raphael Rau (links) und Thomas Phieler beim Besuch des Screenings von „Valerian“

Was mir extrem gut gefallen hat, war die Idee des „intra-dimensionalen Großen Marktes“, auf dem Agent Valerian zu Beginn des Film rasante Minuten verbringen musste um den Transmutator an sich zu bringen. Die Möglichkeit Dinge auf diesem Markt zu kaufen und per intra-dimensonalen Materiekonverter in die physische Welt zu bringen hat mich wirklich fasziniert. Auch die Umstände, das ein Teil des eigenen Körpers in der realen physischen Welt bewegt, während ein anderer Körperteil, in diesem Fall der Arm wie von Geisterhand getragen in einer anderen Dimension bewegt, kannte ich so noch aus keinem Film oder Serie. Das ist auch gleich die Überleitung zum einzigen Kritikpunkt, Anlehnungen an bestehende Filme. Immer wieder ist es mir bein manchen Bilder passiert, dass sie mich für einen kurzen aber einprägsamen Moment an andere Filme erinnerten. Hierzu gehörten ganz klar Avatar und Star Wars aber auch kurioserweise James Bond. Als Laureline zu anfangs mit ihrem Cocktailglas am perfekten Strand im klarem Wasser und blauem Himmel zu Agent Valerian schreitet musste ich unverzüglich an die alten 007 Filme denken, in denen es sich James am Ende immer mit seinen eroberten Bondgirls an perfekten Stränden gemütlich gemacht hat. ;P

Fazit: Luc Besson hat mit „Valerian – Die Stadt der 1000 Planeten“ ein gekonntes, vfx-reiches 3D-Abenteuer geschaffen, dass sehr unterhaltsam und spannend ist, und den Zuschauer zu keiner Zeit das Gefühl gibt, dass einem Hintergrundwissen zu den Comics fehlen könnte. Sehr gelungen und auf jeden Fall einen 2ten Kinobesuch wert. Von mir beide Daumen hoch.

Thomas Phieler

web: www.royalize.tv

 

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