19. Mai 2016 Johannes Wolters

Weniger ist mehr. Aber nicht bei Bryan Singer! Die Indachs-Kritik von Rufin Wiesemann zu X-Men: Apocalypse

Denn Bryan Singer versteht es gekonnt aus dem Vollen zu schöpfen. Mit dichter Kameraführung und großen Einstellungen holt Brian den Zuschauer von X-Men Apocalypse (3D) bereits bei Sekunde eins ab. Schmeisst ihn mitten in eine beklemmend kollossale Götterdämmerung, in der verzweifelter menschlicher Widerstand die Erlangung der Unsterblichkeit eines Super-Mutanten zu verhindern versucht, dessen Namen nicht nur zufälligerweise  Apocalypse lautet. Denn sein einziges Bestreben ist es die Erde zu reinigen und so für den Neuanfang der Überlebenden Platz zu schaffen. Kein Wunder also, dass er sich bei solchen Bestrebungen auch noch 2-3000 Jahre später den Widerstand der Mutanten rund um Professor Xavier einhandelt. Naja, und das dabei so gut wie alles in Bits und Bytes zerschreddert wird, was auch nur Ansatzweise in einem 500km Radius rund ums Geschehen steht, ist bei Singer ja selbstverständlich. Gekonnt kriegt das Script immer wieder den Bogen zwischen der Einführung der alten Bekannten in Ihrer Besetzung als Jugendliche und der Plot-Line. Nur Hugh Jackman darf als frisch auszuwildernder Wolfsjunge selbst die Hälfte der im Abspann gelisteten Stuntmen elegant tollwütig ins Jenseits befördern. Sehr kurz bevor er dann wie ein scheues Reh in den Wald davon und damit auch aus der restlichen Handlung rennt. Dennoch lenkt den Zuschauer die stets am Rande des technisch Machbaren opulent inszenierte Zerstörung elegant von der Wieder-Neu-Einführung der großen Vielzahl von Charakteren ab. So gelingt es Singer zum Beispiel die in Matrix erstmalig eingeführte Bullet-Time tatsächlich noch zu toppen, in dem er mit dem neuen Character Quicksilver als erster die Bomb-Time derart amüsant auf die Leinwand zaubert, dass es selbst den Profi mit Vorfreude auf das Making Of erfüllt. Erst zum Ende hin kriegt man dann doch hier und da das Gefühl in eine Jubiläumsfeier geraten zu sein, bei der sich in Ermangelung einer guten Frucht-Bowle alle betont Bedeutungsschwanger zu nicken.

Als Fazit kann ich sagen, Singer schafft es mal wieder seiner Zielsetzung voll auf gerecht zu werden. Ohne akrobatische Hirnleistungen von seinem Zuschauer zu verlangen ist X-Men Apocalypse absolut amüsantes Popcorn-Sommer-Kino, das seinen Eintrittspreis wert ist. Ich empfehle jedoch definitiv den Film in 3D zu schauen.Denn sonst verpasst man mindestens die Hälfte des Spaß.

Viel Spaß beim Schauen, Rufin

Rufin Wiesemann

 

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