19. Juli 2019 Johannes Wolters

Die INDAC Kritik von Gerrit Behnken zu Jon Favreaus „Der König der Löwen“

Der König der Löwen gehört für Viele zu einem der besten Animationsfilme aus dem Hause Disney, nicht zuletzt, weil er eine zeitlose Geschichte der menschlichen Kultur destilliert wiedergibt.
Die Figur des nutzlosen, sorgefreien Junggesellen, der sich seiner Verantwortung entzieht, um sich verübergehendem Vergnügen zu widmen, ist nur allzu nachvollziehbar. Es braucht die feminine Vernunft, um ihm den Spiegel vorzuhalten und zu zeigen wer er ist und wer er sein könnte, um sich selbst und seine Gemeinschaft zu retten. Die Geschichte zeigt starke Parallelen zu Shakespeares Hamlet und hat vielleicht auch gerade dadurch zum Erfolg des Films beigetragen.
Ich war schon immer ein großer Fan des König der Löwen aus dem Jahre 1994, auch, weil die Animationen so brilliant sind. Einem Remake, das die selbe Geschichte mit digitalen lebensechten Figuren erzählen sollte, stand ich daher mit großer Skepsis entgegen. Trotzdem, habe ich mich seit dem Teaser schon darauf gefreut und war gespannt, wie man den Film nun umsetzen würde. Die Geschichte bleibt weitgehend unberührt, schafft es jedoch, die wenigen, kleinen Knitterstellen, die das Original mit sich brachte, auszubügeln und das recht erflogreich, wie ich finde. So gibt es die Szene, kurz bevor Mufasa getötet wird, in der Zazu panisch losfliegen will und Scar ihn mit einem Prankenhieb ohnmächtig schlägt. Ich fragte mich immer, wieso Zazu das dem Löwenrudel gegenüber nie geäußert hat, was eigentlich Misstrauen gegenüber Scar hätte streuen müssen. Disney hat das wohl erkannt und diese Szene gut und simpel auf andere Weise erzählt.
Weiterhin wird die erwachsene Nala schon früher in die Geschichte eingebunden und es wird erzählt, wie sie beschließt sich heimlich vom Rudel zu entfernen, um Hilfe zu holen. Ob dies nun besser ist, als das plötzliche und überraschende Auftauchen von Nala im Dschungel, so wie es im Original der Fall war, ist wohl eine Frage des Geschmacks. Ein frischer Ansatz ist es trotzdem. Das Original besticht außerdem durch viele Gesangseinlagen der Charaktere, die in vielerlei Hinsicht vermenschlicht und cartoony dargestellt werden.

Gerrit Behnken

Dies mit „lebensechten“ Tieren darzustellen, hielt ich für äußerst schwierig, doch ich muss sagen, dass es überraschend gut funktioniert. Trotzdem steht genau hier das Remake dem Original nach. Die große Herausforderung war es, die menschlichen Emotionen und Gesichtsausdrücke auf echte Tiere zu übertragen. Prominente Szenen, wie Mufasas Tod und Simbas Reaktion darauf, haben nicht die gleiche Kraft, wie die Originalszenen. Das ist für mich der Knackpunkt dieses Films, was den Erfolg zwar nicht schmälern wird, aber wohl eher ein reiferes Publikum, als das des Originals ansprechen wird. Nichtsdestotrotz fühlte ich mich durchweg sehr gut unterhalten und war von den digitalen Effekten und den wunderschönen Bildern äußerst begeistert. Für mich ist der neue König der Löwen das bisher Beste der neuen Live-Action Remakes von Disney.
Ich danke wiedermal Johannes Wolters und den Organisierenden für den schönen Kinobesuch!

Gerrit Behnken

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